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Probefahrt

Probefahrt

Das Titelbild zeigt eine am 15. Juli 1905 gelaufene schwarz-weiß Postkarte aus dem Innsbrucker Verlag Fritz Gratl. Die Karte trägt den Titel „Innsbruck – Elektrische Strassenbahn“. Auf der Bildseite befindet sich in der rechten unteren Ecke ein Stempelrelief auf dem „1905 / Fritz Gratl / Photographie & Verlag“ zu lesen ist. Abgebildet ist eine Probefahrt mit dem elektrischen Straßenbahntriebwagen (TW 41) über den Arlbergbahnviadukt. Damit die Straßenbahn-Linie 1 von Wilten in den Saggen die Arlbergbahn kreuzungsfrei überqueren konnte, wurde eine Stahlfachwerkbrücke über die Gleise des Westbahnhofes erstellt, welche erst im Zuge der Neutrassierung der Westbahn in Form der Konzert-Kurve (1954/56) wieder entfernt wurde, bzw. durch die Konzert-Brücke ersetzt wurde. Der Postkartenschreiber vermerkte über der Abbildung Folgendes: „Seit heute laufen die elektrischen Straßenbahnwagen auf der neuen Linie – 15.7.1905“.

Am 15. Juli 1905 erschien ein kleiner Artikel, in dem über das freudige Ereignis berichtet wurde: „Die elektrische Straßenbahn ist heute in vollem Betriebe. Gestern fand die letzte Kommission statt, die anstandslos verlief, weshalb die längst ersehnte Bahn heute dem Verkehre übergeben werden konnte. Die Eröffnung vollzog sich ohne jedwede Feier, doch war der erste Zug, der um 6 Uhr früh aus der Remise am Berg Isel-Bahnhof ausfuhr, mit Fähnlein geschmückt und vom Betriebsinspektor Twrdy begleitet.“

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer-4-235)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Schon „Straßenbahnwagen“? Ich lese immer „Tramwehwagen“
    (Man sprach ja wirklich früher immer von der „Tramway“ (gespr. Tra°mmweh), wenn man pünktlich um 2 nach 6 Uhr morgens von ihr geweckt wurde.
    (Als es meiner Großmutter sehr schlecht ging, hat Onkel Viktor eine Nacht bei uns in der A.-Hofer-Str. ver- bracht, um dazusein, falls… – und 2′ nach 6h wollte er „den Wecker abschalten“, als die erste „Einser“ bei uns ums Eck quietschte….)

  2. Spitzenfoto, danke Frau Kollmann-Rozin, und danke Fritz Gratl! ❤️
    Ich nehme an, diese Abbildung ist im Originalscan sehr scharf, die meisten Fritz-Gratl-Echtfotokarten mit dem Gratl-Prägestempel sind enorm detailliert, richtiggehend eine Klasse für sich.
    Wie Herr Hirsch es gerne ausdrückt, „immer dat Jenaue“: die Linie 1 war das allerdings noch nicht. Es war zu diesem Zeitpunkt die „Elektrische Stadtbahn, Linie Bergisel-Südbahnhof“ der LBIHiT. Liniennummern wurden erst mit 5. November 1909 eingeführt. Ab diesem Datum gab es zunächst die Linien 1, 2 und 4 und die voreerst weiterhin nummernlose Verbindungslinie Landesgericht-Bahnpostamt, die mit 30. Dezember 1911 nach Pradl verlängert wurde und damit die Liniennnummer 3 bekam.

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