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Noch Einen Höttinger …

Noch einen Höttinger …

… den Sie kennen sollten, stellen wir Ihnen heute vor: Anton Hupfauf, Maurerpolier, Gemeinderat, Kapellmeister und Feuerwehrkommandant. Geboren wurde er am 17. Feber 1841 im Haus Hötting Nr. 162 als Sohn des Zimmermanns Sebastian Hupfauf und dessen Frau Nothburga, geb. Nairz. Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, erlernte Anton das Maurerhandwerk. Im Alter von 30 Jahren heiratete er am 11. September 1871 die Maurer-Tochter Filomena Eller in der Höttinger Pfarrkirche. Bemerkenswert scheint, dass es sich dabei um eine Doppelhochzeit handelte, denn Antons Schwester Maria (geb. 1838) vermählte sich am selben Tage ebendort mit Filomenas Bruder Johann Eller (geb. 1841), seines Zeichens ebenfalls ein Maurer (man fühlt sich fast an die Habsburger erinnert 😉

Neben seinem Brotberuf und der Familie – das Ehepaar Hupfauf hatte fünf Kinder – engagierte sich Anton in der Höttinger Lokalpolitik; „[d]urch 3 Perioden bekleidete er das Amt eines Geimderathes und zwar in solcher Weise, daß er sich allgemeine Achtung erwarb.“ Politisch dürfte er dem katholisch-konservativen Lager angehört haben; zumindest legt dies seine langjährige Tätigkeit im Verein „Innsbrucker Mittelgebirge“ nahe (NB. dieser Verein hielt seine Versammlungen u.a. beim „Stamser“ ab).

Neben der Gemeindepolitik gehörte Hupaufs Leidenschaft der Musik und der Feuerwehr. Über zwei Jahrzehnte leitete er die Höttinger Musikkpalle und acht Jahre stand er an der Spitze der Feuerwehr Hötting (unser Titelfoto zeigt ihn als Kommandant). In die Zeit seiner Kommandantschaft fiel der Ankauf der Landfahrspritze, die über 50 Jahre im Dienst stehen sollte, und der Neubau eines Spritzenmagazins an der Ecke Frau-Hitt-Straße / Schneeburggasse. (Sollte jemand von Ihnen wissen, wo sich eine Aufnahme dieses Magazins erhalten hat, oder sollten Sie gar selbst ein Foto davon besitzen, würden wir uns sehr über eine Nachricht freuen 🙂

Diese Vielzahl an Verpflichtungen, die er mit großem Einsatz wahrnahm, forderte jedoch ihren Tribut. Am 23. Februar 1887 erlag er – wenige Tage nach seinem 46. Geburtstag – einer Lugenentzündung. „Nach einem so verdienßtvollen Leben war es nicht zu wundern, daß sein Leichenbegängnis ein so großartiges war, wie noch nie in Hötting. Seinen Sarg schmückten 6 prachtvolle Kränze, welche von der Gemeinde, der Feuerwehr, der Musikkapelle, der Schützenkompagnie und dem katholisch-politischen Verein […] gespendet wurden. Die gesamte Feuerwehr von Innsbruck sowie von Hötting, die Musik, die Gemeindevorstehung und die Vorstehung des katholisch-politischen Vereins begleiteten ihn zu Grabe“, heißt es etwa in einer Einsendung an das „Andreas-Hofer-Wochenblatt“ (Ausgabe vom 3. März 1887).

Auch die Südtiroler Zeitung „Der Burggräfler“ brachte am 5. März 1887 einen Nachruf auf Anton Hupfauf.

(Foto: Archiv der FF Hötting).

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ein Univeralschanierl, sozusagen.

    Mam meisten beeindruckt mich der Satz (selbst wenn er von einer gewichteten Presse stammen sollte): „…bekleidete er das Amt eines Geimenderathes und zwar in solcher Weise, daß er sich allgemeine Achtung erwarb.“. Das tät ich mir heutzutage sehnlichst wünschen.

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