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Neujahrsspaziergang

Neujahrsspaziergang

Falls Sie heute nicht in Hochform sind oder ganz besonders; Sie immer noch rätseln, was das gegossene Blei zu bedeuten hat; Sie das Haus verlassen wollen, weil Sie niemanden empfangen möchten; Sie gute Neujahrsvorsätze haben oder schon gebrochen haben; Sie sich überzeugen wollen, dass alles noch so ist, wie im alten Jahr dann ist ein Spaziergang – etwa an der Innpromenade – zumindest nicht das falscheste, was man heute machen kann.

Es ist zwar nicht so schön verschneit sein, wie auf dem Bild, aber vielleicht bringt uns das neue Jahr auch das noch. Wir vom Stadtarchiv werden Sie jedenfalls auch weiter mit Bildern, Geschichte und Erinnerung aus unserer Stadt versorgen und ich hoffe, Sie bleiben uns auch als fleißige lesende und kommentierende Community treu.

Prosit Neujahr!

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-NE-8317)

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Entschuldigung! Wissen Sie z u f ä l l i g , ob dieses Foto aus dem TIGRA-Verlag (Tiroler Graphik, Innrain) stammt – und in welchem Jahr es aufgenommen wurde?
    Ich erzähl Ihnen gerne, warum ich so neugierig bin.
    Bei der Post, in der Buchhaltungsabteilung 3 – Zensur, kam eines Wintermorgens ein Anruf nach dem anderen vom Rechnungsdirektor höchstpersönlich: „Ist der Kollege Nußbaumer da?“, was wir verneinen mußten.
    Endlich erschien unser Kollege in Eile, so um 1/4 nach 10, 1/2 11 – und unser Abteilungsleiter sagte zu ihm:
    „Du, Franz, du sollsch glei zum Rechnungsdirektor auikemmen!“
    „Was will denn d e r scho wieder?“ knurrte (Jawohl! „knurrte“) der Franz Nußbaumer und ging –
    – und kehrte nach geraumer Zeit mit hochrotem Kopf zurück. Und schimpfte, schimpfte, schimpfte…
    Warum?
    Ja, der Rechnungsdirektor hatte ihn gerügt, warum er morgens nicht pünktlich…
    „Ja- aber i hab ja a angemeldete Nebenbeschäftigung! Fotos für die Tiroler Grafik……“
    ………………..“Und wißts, was der nacha z’mir g’sagt hat? Sagt der „Ja. Aber abends – nach Dienstschluß!“
    I hab iahm erklärt, daß dee ja dringend R a u h r e i f f o t o s von mir habn mechtn.
    Sagt er wieder: „Nach Dienstschluß!“
    I erklär iahm, daß des nit geaht, weils da a ganz bsundere Wetterlag braucht…daß sich bei Sonnenaufgang der Nebel hebt..
    und er: „Ja! N a c h D i e n s t s c h l u ß !“
    Und i habs no a drittsmal probiert – und wie er wieder sagt „…a b e r n a c h D i e n s t s c h l u ß „, da isch mir wirklich der Kragen platzt und i sag zu iahm .
    „Sagens amal, sein Sie wirklich so a H o r n o c h s , daß Siedes nit verstian – oder wollens mi lei sekkiern und pflanzen?“
    sagt er zu seiner Sekretärin: „Fräulein Egger!, nehmen Sie eine Verhandlungsschrift auf – der Kollege Nußbaumer hat mich eben einen Hornochsen genannt“
    und i hab g’sagt: „Wissens was, Fräuln Egger? Schreibens Jochtolm und Stoanesel aa no dazua – weils grad in oan geht!“ und na bin i oanfach gangen.
    Und kaum hatte er sich hingesetzt und mit Volldampf zu arbeiten begonnen, da kam schon wieder der Chef.
    „Du, Franz! Du sollsch zum Präsidenten kemmen!“
    Das Ende vom Lied: Der Präsident, Herr Dipl.Ing. Ernst Neuhauser, der selbst unsern Nußbaumer jeweils „auslieh“, wenn eine Fotoserie von der Eröffnung eines neuen Postamtes oder der Einweihung und Inbetriebnahme einer Funk- oder Fernsehstation benötigt wurde, ließ sich die Geschichte erzählen.
    Und als der Franz sagte „… und der verlangert von mir, daß i auf d’Nacht – auf d’Nacht!!! an Rauhreif fotografier! – an
    R a u h r e i f ! ! ! – da frozzelt mi der aa no und sagt no amal „Abends – nach Dienstschluß“ – !!!
    „Naa, Herr Nußbaumer! Der versteaht des nit! Wirklich nit! Der kann des nit verstiahn! Schaugens – d e s i s c h j a a
    W I A N E R ! Der hat des ja nia g’sechn – und deswegn kapiert er des nit! Er kann ja aa nix dafür, gell!
    Aber wie tuan mir jetzt mit der Verhandlungsschrift?
    Tz!
    Wissens was – wenn Sie wer fragt, nacha sagns oanfach, i hätt Iahnen an strengen Verweis erteilt, gell – und den Wisch da, den knull ma zsammen – und ab in Papierkorb!
    Und beim nächschtn Rauhreif ruafns oanfach m i in der Fruah an – weil nacha telefonier i z’iahm auffi und sag „Es tut mir leid, Herr Kollege – aber heute brauche ich dringend den Herrn Nußbaumer – zum Fotografieren….!“

    Ja, wie gesagt – Rauhreiffotos aus der Zeit, als das stumme „h“ noch orthographisch richtig war – wenn ich eines sehe, wird mir dieser eine Tag Anfang Februar 1957 oder 1958 wieder so lebendig………….als obs gestern g’wesn wär!

    1. Liebe Frau Stepanek,

      vielen Dank für diese Geschichte. Laut unserer Datenbank stammt das Bild vom Fotografen Kurt Reuter. Als Aufnahmezeitpunkt ist der Jänner 1957 angegeben.

      1. Auch wenn der Fotograf in diesem Fall der Kurt Reuter war –
        – und auch wenn es damals noch manchmal Rauhreifwetter gegeben hat –
        es „haut“ zeitlich genau hin!!!
        Danke!

        1. Bitte: M e t e o r o l o g e n vortreten! Welche Voraussetzungen braucht es für Rauhreif?
          Ich weiß nur – von eben dieser Geschichte her! – daß auf ein feucht-mildes Wetter mit viel Talnebel (Tiefdrucklage) schlagartig ein großes „Hoch“ mit klirrender Kälte und Sonnenschein hereinbrechen muß-
          also bei der Erderwärmung in unseren Tallagen nicht oder kaum mehr zu beobachten.

          1. ja genau, es braucht unterkühlte feuchte Luft die sich an eiskalte (Betonung auf EIS) Gegenständen niederschlägt und sofort gefriert. Also wenns nach einem schladdrig lauen Schneefall rasch „auftut“. Dann gibts Nebel für den Rauhreif und darüber eine klare Nacht ohne schützende (der frühere Treibhauseffekt) Wolkendecke. Da Wasser aber schon bei minus ein Grad friert, tut es auch eine um die Klimamarge von plus drei Grad verminderte 7 Grad kalte Nacht. Keine Angst, wir werden noch viel frieren. Aber bitte jetzt keine Klimadebatte :-)!
            Das Bild sieht für mich eher aus wie eine Szenerie nach einem normalen Schneefall. Trotzdem wunderschön.

            Und danke, Frau Stepanek, für diese herrliche Geschichte aus der alten Hauptpost. Vorallem die Erinnerung, daß jede in Österreich generierte Funkwelle einst der Besitz der Post war. Insidernotiz an Herrn Morscher: Info zum „Locator“ hätte ich damals wohl bei der Post bekommen 🙁 , das Fotoarchiv wirds wohl nur mehr in einem Keller geben. In Wien.

            Und natürlich schreibt man richtig Rau H reif, Frau Stepanek. Diese dämliche Rechtschreibreform war der erste Vorbote der heraufdämmernden Welt der Diktatur der fleißigen Dummen. Oder wurde die Sommerzeit noch früher eingeführt?

          2. „Gemischt“, Herr Hirsch, „gemischt“ – denn die Bäume „enterm Inn drübn“ – das ist eindeutig Rauh-
            reif –
            hingegen auf der herüberen Seite dürfte sich der Schnee gehalten haben – im Schatten der Altstadt.

  2. An irgend einem Neujahrstag (ich weiß nicht mehr wann, jedenfalls war ich schon 8+) unternahm ich mit meinen Eltern einen Neujahrsspaziergang in die Stadt. Es herrschte klirrende Kälte (ja, Kälte klirrt – so wie der Totzn singt) und auf der Sillbrücke beim Hallenbad (das Brückengeländer starrte vor Kälte ganz weiss) klärten mich meine Eltern darüber auf, daß man ja nit mit warmen Händen das kalte Metall anfassen solle, sonst bliebe man picken. Mein Papa setzte noch einen drauf: „Und scho gar nit mit der Zungen zuabifahrn, da bleibsch unweigerlich picken und kimmsch nimmer weck !“ Sowas hatte ich noch nie gehört und ehrlich gesagt glaubte ich es auch nicht. Das Ganze beschäftigte mich aber doch während des Spaziergangs. Als wir nach Hause zurückkehrten, mußten wir – vom Ahornhof kommend Richtung Türingstraße 16 – einen Hof überqueren der übersät war mit metallenen Wäschestangen. Ich ließ mich unbemerkterweise etwas zurückfallen und leckte an einer der Stangen und – siehe da! – ich saß in der Falle. Ich kam nämlich tatsächlich nicht mehr weg, bis ich mich gewaltsam losriss, was zur Floge hatte, daß ich blutete wie eine gstochene S**. Bis ich meine Eltern vor der Haustüre einholte, hatte ich den Mund schon voller Blut, konnte das natürlich nicht verbergen und erntete zu allem Übel auch noch a pfente Watschn vom Papa.
    Und die Moral von der Geschicht´: IMMER sind solche Spaziergänge auch nit gsund !

  3. 12-1-2024 abends. -das „Tirol Wetter“ zeigte als letzte Aufnahme einen Baum . Die Äste voller Rau(h)reif!!
    Die Kristalle glitzerten nur so in der Sonne- besonders bei der letzten Einstellung.
    Die kommentierende Stimme im Hintergrund sprach von den „schneebedeckten Bäumen“….
    Ja, man kennt ihn nicht mehr – zu selten geworden ist das Phänomen Rauhreif.

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