skip to Main Content
#bilderschauen --- #geschichtenlesen --- #gernauchwiederimarchiv
Neues Zeug

Neues Zeug

Aufgrund der stetigen Konflikte, in die Kaiser Maximilian verwickelt war, ließ er in Innsbruck ein Zeughaus anlegen, um die Versorgung seiner Truppen sicherzustellen. Das Zeitalter der Feudalheere, deren Soldaten Ausrüstung und Verpflegung selbst zum Feldzug mitbrachten, neigte sich schon länger seinem Ende zu. Die Söldnerheere der frühen Neuzeit auszurüsten und zu unterhalten, verlangte den Fürsten Europas immer mehr Aufwand ab. Mehrere Faktoren ließen Innsbruck als günstigen Standort dafür erscheinen. Zum einen war die geographische Lage der Stadt sehr günstig, schließlich hatte er in den vergangenen Jahren nicht nur in Burgund gekämpft, sondern auch in Italien und der Schweiz. Auch verfügte Innsbruck nicht zuletzt aufgrund des Bergbaus über eine florierende Rüstungsindustrie.

Schon vor Maximilian hatte es Plattner in Innsbruck gegeben, die teils ihr Handwerk in Mailand erlernt hatten. Der Kaiser beschäftigte in der Stadt Büchsengießer, Jörg Ennsdorfer und Jörg Schlesinger; ebenso errichtete er eine neue Plattnerei. Diese Profession erlebte eine Blüte unter seiner Herrschaft, der ursprünglich aus Augsburg stammende Meister Konrad Seusenhofer lieferte seine Rüstung u.a. sowohl an Maximilian als auch an Heinrich VIII. Sein Neffe, der auch das Zeughaus leitete, belieferte weiterhin die habsburgischen Landesherren, ebenso wie die Könige von Frankreich und Polen. Kaspar Riederer war ein weiterer bedeutender Vertreter dieses Handwerks in Innsbruck; er fertigte den „Leibharnisch“ des Kaisers an. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts ließ Maximilian dann das neue Zeughaus (es hatte schon seit rund hundert Jahren eines gegeben, welches gegenüber der Ottoburg untergebracht war) errichten, welches den Zeitgenossen als eines der größten des Reiches galt. Alle Formen der Artillerie waren dort zu finden, von schweren Belagerungsgeschützen bis hin zu Feldschlangen; ebenso wie tausende Hakenbüchsen, Piken und Rüstungen.

Das Zeughaus wurde außerhalb des Stadtgebietes angelegt, da es sich neben zentnerweise Schwarzpulver vermutlich nicht sonderlich gut schläft. An der Sill, weil die Werkstätten (Schmieden, Polier- und Schleifmühlen) Wasserkraft benötigten. Um 1700 wurden die oberen Stockwerke umgebaut und erhielten neue Fenster. 1784 und 1801 wurde das Haus zweimal vom Blitz getroffen, einige Jahre später wurde es erneut umgebaut. Es diente noch bis in die späten 50er Jahre als Militärmagazin, anschließend wurde es zu dem Museum umgestaltet, das wir heute kennen.   

(Signatur Ph-30819)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Das wundervolle Titelbild stammt aus der Zeit um 1507 und wurde vom berühmten Maler Jörg Kölderer aquarelliert. Die Initalen des Meisters sieht man als Signatur I. K. auf dem untersten Treppenabsatz des Stiegenaufgangs rechts im Bild. Ein unscheinbares und doch so interessantes und kunsthistorisch aufschlussreiches Detail….

    Das Bild ist Teil der Zeugbücher von Kaiser Maximilian, dessen 500. Todesjahr vor einiger Zeit gefeiert wurde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back To Top
×Close search
Suche