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Mit Hut, Cape Und Kopftuch

Mit Hut, Cape und Kopftuch

Markttag an einem Spätwintersamstag. Die Innsbrucker*innen gehen zum Innrain, um sich mit Lebensmitteln und Bedarfsartikeln zu versorgen. Ein Schild bittet die Käufer*innen, Hunde an der Leine zu halten, was wie üblich etwa einen Meter daneben schon nicht mehr so genau genommen zu werden scheint. Die Sonne steht tief im Süden, aber es dürfte nicht besonders kalt sein an diesem Spätvormittag. Trotzdem würde der Herr von Welt nicht ohne sein Loden-Cape, Stock und Hut und Meerschaumpfeife beim Männersammelplatz warten, bis die Gattin die Arbeit des Vormittags erledigt hat.

Leider ist der ursulinenseitige Teil des Marktes im Schatten schwer erkennbar. Hier zeichnen sich nur die Kopftücher der Standlerinnen ab, die hier offenbar auf kleineren Flächen mit improvisierten Tischen bäuerliche Waren direkt anbieten. Von den Häusern rechts im Bild steht heute keines mehr. Die städtische Fleischbank (Innrain 4) ganz rechts und das Eckhaus des Felizian Rauch (Innrain 6), das zu dieser Zeit dem Buchdrucker Karl Pustet gehörte, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

(Sammlung Kreutz)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Immer dat Jenaue, aber das ist schon interessant, was diverse terrestrische und astronomische Vermessungstools liefern: Die Winkelsituation der Schattenrichtung und Höhe, ca. 130 Grad SSO und 40 Grad Höhenwinkel entspricht z.B. ziemlich genau der Situation um 11 Uhr vormittags am 9. April. Plus/Minus 4 Tage. Im Herbst gibt es eine ähnliche Winkellage schon Anfang September, was sich angesichts der kahlen Bäume sofort ausschließt. Die Sonne können wir uns allerdings heute abschminken.

    Kann man aufgrund anderer Kriterien das Jahr abschätzen? Den Wetterfleck – pardon, Loden-Cape – gab es lange Zeit, auch noch in den 50ern. Ich tippe auf ca. 1900.

  2. Bei der Straßenlaterne gibt es ein wunderbares Detail zu entdecken, welches man nur selten findet:
    Das Design der Laterne zeigt nämlich zwischen den edlen Schnörkeln das Innsbrucker Stadtwappen! Damals waren sogar profane Dinge wie eine Straßenlaterne sehr kunstvoll gestaltet.

  3. Auf diesem Bild des Marktes von 1902 scheint die Straßenlaterne noch zu fehlen, das Foto dieses Beitrags dürfte also in späteren Jahren aufgenommen worden sein.

        1. Der waagrechte Strich, der durch den Schriftzug „Felizian Rauch“ geht. Am rechten Bildrand sieht man vor der Fassade der Fleischbank im Bildvordergrund auch eine Klemme der Fahrleitungsaufhängung.

          1. Ach ja, die horizontale Mitte, nicht die vertikale. Aber ich seh außerdem anscheinend wirklich nicht so gut. Hab ich nicht gesehen. Aber der „Strich“ verläuft eindeutig durch den nahen Vordergrund und gehört wohl wirklich zur häufig abgebildeten durch den Marktgraben fahrenden Straßenbahn.
            Aber zeitmäßig hat uns Frau Steiner mit modischen Argumenten ja schon in die 20er Jahre verschoben. Da wird es die Leitung auch noch gegeben haben. Vielleicht haben wir da auch eine zeitliche Obergrenze, irgendwann stellte man diese Linie ein.

  4. Die Kleidung der Damen sind schon viel kürzer, als es um 1900 der Fall war. Müsste eher in den 1920er Jahren entstanden sein…

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