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Max Bair – Der Untypische Interbrigadist

Max Bair – der untypische Interbrigadist

Max Bair ist wahrscheinlich der bekannteste Tiroler „Rotspanierkämpfer“ – wenn nicht sogar Österreichs. Sein Leben, welches neben dem Spanischen Bürgerkrieg weitere ereignisreiche Abschnitte zu bieten hat, soll hier kurz skizziert werden.

Max Bair wurde am 28. April 1917 in Matrei am Brenner geboren und war bereits mit 16 Jahren Vollwaise und erbte den kleinen, verschuldeten Hof seines Vaters. Er kam, über den Oberösterreicher Johann Winkler, erstmals mit sozialistischen Ideen in Kontakt. Kurze Zeit später fassten Bair, Winkler und zwei weitere Gesinnungsgenossen den Entschluss, nach Spanien in den Krieg zu ziehen. Bair verkaufte seine drei Kühe (berühmt geworden durch Egon Erwin Kischs „Die drei Kühe“) auf dem Markt und konnte sich somit das Ticket von Innsbruck nach Paris finanzieren. Von dort ging es dann über die Pyrenäen nach Spanien.

Im Juli 1937 wurde er mit dem mehrheitlich aus Österreichern bestehende „12.-Februar-Bataillon“ (12. Februar = Ausbruch des Österr. Bürgerkrieges) an die Brunete-Front geschickt. Schon ein Monat darauf wurde Bair in Quinto bei Saragossa/Zaragoza schwer verwundet. Im Lazarett schrieb Egon Erwin Kisch Bairs Geschichte nieder und machte ihn so zum Instrument der Propaganda. Als kampfuntauglich wurde er nach Frankreich evakuiert. Die KP Frankreichs besorgte ihm ein Visum für die Sowjetunion, wo er im April 1939 ankam. 1943 bekam Bair eine militärische sowie geheimdienstliche Ausbildung und wurde im Partisanenkampf geschult. Im Oktober 1944 wurde er mit anderen Österreichern nach Slowenien ausgeflogen und sollte in Westösterreich eine Widerstandsbewegung ins Leben rufen. Auf Grund diverser Umstände konnte der Auftrag nicht ausgeführt werden und somit baute Bair ein österreichisches Bataillon innerhalb der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee auf. Als erster Kommandant des österreichischen Freiheitsbataillons in Slowenien wurde er abermals verwundet, bevor es tatsächlich an die Front ging.

Nach Kriegsende ging Bair nach Wien und bekam von Siegfried Fürnberg den Auftrag die Tiroler KPÖ-Landesorganisation wieder zugründen. Im April 1949 wurde Bair in Salzburg vom US-Geheimdienst CIC wegen angeblicher Mithilfe bei der Verschleppung von Arbeitern in die sowjetische Zone festgenommen und über elf Monate lang in einem Geheimgefängnis in Hallein festgehalten. Bairs Verhaftung wurde zur Staatsaffäre, der Nationalrat befasste sich mit der Angelegenheit. Vor der Verhandlung gelang Bair die Flucht mit Hilfe der FÖJ („Freie Österreichische Jugend“) in die sowjet. Besatzungszone in Wien. Daraufhin setzte er sich nach Berlin ab. In der DDR absolvierte er ein Studium und machte Karriere in einem Forschungsinstitut zur staatl. Planwirtschaft.

Max Bair starb 25. Juli 2000 in Berlin.

Am Ende dieser außergewöhnlichen Biographie muss gesagt werden, dass Bairs Zeit im Spanischen Bürgerkrieg und seine Leben danach nicht repräsentativ für die österreichischen Interbrigadisten ist. Sie soll aber – auf Grund seines Bekanntheitsgrades – dazu dienen, einen oftmals vergessenen oder unbekannten Abschnitt der österreichischen Geschichte für einen kurzen Moment in Erinnerung zu rufen.

(Fabian Wimmer, Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, C-3650-52-03)

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