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Matthäus Merian: Innsbruck-Ansichten. Teil 2

Matthäus Merian: Innsbruck-Ansichten. Teil 2

Der als Titelbild verwendete kolorierte Kupferstich von Matthäus Merian dem Älteren trägt den Titel „Oenipons Insbruck“. Er stammt aus dem um 1649 in Frankfurt am Main von Matthäus Merian verlegten Buch „Topographia Provinciarum Austriacarum Austriae Styriae, Carinthiae, Carniolae, Tyrolis etc: Das ist Beschreibung Und Abbildung der fürnembsten Stätt Und Plätz in den Osterreichischen Landen Under und OberOsterreich, Steyer, Kärndten, Crain Und Tyrol„. In diesem historisch bedeutenden Werk mit Texten von Martin Zeiller sind zahlreiche Städte und Herrschaften wie etwa Krems, Eisenstadt, Gmunden, Bad Ischl, Linz, Melk, Klosterneuburg, Wien, Wels, Kremsmünster, Graz, Klagenfurt, Villach, Innsbruck, Kufstein, Meran, etc. dargestellt.

Auf der Darstellung Innsbrucks sind im oberen Bildteil drei Wappen angebracht: Links der Bindenschild mit dem Erzherzogshut, in der Mitte das Innsbrucker Stadtwappen und rechts der Tiroler Adler mit dem „Ehrenkränzlein“. Links unten gibt es eine als Schriftrolle gestaltete Bildlegende. Diese zählt wichtige Örtlichkeiten und Gebäude auf, die im Bild mit den entsprechenden Ziffern versehen sind. Auch die Dörfer rund um Innsbruck wurden zur besseren Orientierung angeführt.

Im Laufe der Zeit diente der Kupferstich von Matthäus Merian zahlreichen Künstlern als „Vorlage“ für ihre Innsbruck-Darstellungen. Die folgende Abbildung ist ein gutes Beispiel für ein Werk, das sich stark an der Darstellung Matthäus Merians orientiert: Es handelt sich dabei um einen im Jahr 1700 in Augsburg im Verlag von Johann Philipp Steudner herausgegebenen Kupferstich mit dem Titel „Die Ertzf. Resid. Statt Ynsprug (= Die erzfürstliche Residenzstadt Innsbruck)„.

(Stadtarchiv Innsbruck, Bi-K-899, Bi-k-1441)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Bei genauerer Betrachtung ist bei der Merian-Ansicht ein kleiner Fehler festzustellen: die Serviten- und Spitalskirche sind auf der Legende (15 und 16) falsch zugeordnet.

  2. Auffallend ist auch, dass Merian die erst 1901 fertiggestellten Türme der Jesuitenkirche bereits vorweggenommen hat. Die Türme waren 1649 noch nicht vorhanden….

  3. Der gebirgige Hintergrund ist köstlich blühendste Fantasie, der Helm des Patscherkofel ist erkennbar. Und rechts eine verballhornte Serles im Falschen Tal. Ein Zeichen, wie egal das Gebirge den Menschen damals gewesen ist. Heute unvorstellbar,

    Ich hab noch nachgeblättert, ob Merian nicht gerade die erste Jesuitenkirche vor ihrem Einsturz abgekupfert haben könnte. Den im Gegensatz zum Neubau parallel zu Straße errichteten Bau könnte man noch hineininterpretieren. Zum andern war zum Zeitpunkt des Einsturzes die Kirche fast fertig. Aber das war 1626, also zwei Jahrzehnte vor der Drucklegung. Unwahrscheinlich, daß Merian auf derart alte Unterlagen zurückgegriffen hätte. Wahrscheinlicher ist, daß die Kirche zur Zeit der Fertigstellung der Druckvorlage noch ein Rohbau war und Merian die Türme genial ergänzte.

    Die St. Nikaolauser Kirche hat auch noch einen anderen Turm mit Vorausahnung der heutigen Gestalt.

    Ich habe natürlich – Verzweiflungstat – auch die Häuserzeilen nach einem Hinweis auf die alten Hütten des ungelösten Rätsels von https://innsbruck-erinnert.at/schemenhaft-aber-interessant/ abgesucht, aber nichts wirklich Zutreffendes gesehen. Außerdem dürfte es Merian mit der naturgetreuen Darstellung profaner Bürgerhäuser nicht viel genauer genommen haben als mir der des Gebürgs.

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