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Legendär: Die Bocksiedlung. Ein Gefürchteter Mann

Legendär: Die Bocksiedlung. Ein gefürchteter Mann

Diesen Ruf hatte Johann Bock (1900 – 1975), Namensgeber der Bocksiedlung. Der Alteisenhändler war im nüchternen Zustand ein angenehmer Mensch. Er sorgte sich um seine sechsköpfige Familie und war fleißig. Aber wenn er getrunken hatte, war meist nicht mit ihm zu spaßen, besonders dann wenn ihm ein Wachmann in die Quere kam. Es gibt einige Zeitungsberichte, die über seine legendären Auseinandersetzungen mit der Polizei berichten. Eine dementsprechende Färbung und Länge hatte seine Strafkarte.

Mehr Informationen zur Bocksiedlung können Sie aktuell in der Freiluftausstellung „Legendär: Die Bocksiedlung“ erhalten. Die Ausstellung ist in der Egerdachstraße beim Spielplatz (Grünzug Egerdach) zu sehen. Die Tafeln wurden bewusst etwas abseits der damaligen Bocksiedlung, dafür an einem öffentlich frequentierten Platz aufgestellt.

(Fotonachweis: Ansichtssachen. 61 Gründe, Innsbruck zu verlassen oder dazubleiben. Michael Gaismair-Gesellschaft, 1996; @Helmfried Müller)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Naja, sieht ja garnicht so ungemütlich aus, der Herr Bock. Das heißt, naja, ihm das Kappl gradrichten, das hätt ich mich doch nicht getraut, so sehr es mich auch reizte.

    Die Ausstellung werd ich mir jedenfalls ansehen.

    1. Wie sie richtig schreiben, Herr Hirsch, war Johann Bock eigentlich ein gemütlicher und geselliger Mensch. Wenn man ihm normal begegnete gab es keine Probleme. Ich kannte Herrn Bock persönlich, da er häufig in den Gasthäusern Alter Flughafen und Sandwirt
      verkehrte. Für uns Jugendliche war Herr Bock eine anerkannte Persönlichkeit und er war immer hilfsbereit. Ich erinnere mich, daß
      ich mit meinem Moped, eine Puch DS 50, Startprobleme hatte. Als ich mit ihm darüber sprach, sagte er zu mir, „kimmsch morgen wieder
      nacha bring i oan mit, der kunn dir da helfen.“ Und so war es dann auch, der Mann hatte das Problem in kürzester Zeit gelöst.
      Den Menschen der Bocksiedlung wurde viel angedichtet, was leider nicht immer der Wahrheit entsprach.

  2. Ich erinnere mich, mein Vater Dr.Florenz Tommasi hat Hr. Bock in diversen Straftaten, als Rechtsanwalt vertreten. Wenn Hr. Bock in die Innenstadt mit seinem Fuhrwerk kam, grüßte er laut von Weitem meinen Vater, doch mein Vater schämte sich ein wenig. Ich erinnere mich bei der Pradler Sillbrücke gab es eine Messerstecherei bei der eine Person ums Leben kam. Herr Bock sprang von der Brücke in die Sill und schwamm nach Hause. Auf die Polizei war Hr.Bock nicht gut zusprechen. Udo Tommasi

    1. Dieses Schauermärchen, dass Johann Bock durch die Sill vor der Polizei flüchtete, erzählte man uns auch öfters, ob es gerade ein Sprung von der Brücke war, glaub ich nicht, und das „nach Hause schwimmen“ wird auch nicht gut gegangen sein.
      Tatsache ist, dass der Heimweg der „Bockeler“ von ihren verschiedenen Arbeiten in der Stadt über die Pradlerbrücke zur Egerdachstraße führte, vorbei an unserem Stöcklgebäude mit der Hausnummer Egerdachstraße 6. Es war ein fast täglicher, normaler Anblick: Ein Pferdefuhrwerk, ab und zu auch zwei, mit mehreren Männern drauf, dazu verschiedenes Werkzeug und allerlei, das sie ‚gefunden‘ hatten und das für sie noch brauchbar war. Tatsache war auch, dass sie meist eine Rast beim Brückenwirt einlegten und dann halt etwas später und lauter vorbeifuhren.
      Ich kann mich noch gut erinnern, als eines Tages Kundschaften unserer Bäckerei berichteten, dass da drunten beim Brückenwirt eine Schlacht stattfindet. Klarerweise machte ich mich mit meinem Freund – dem späteren Landtagsdirektor und leider vor etwa zwei Jahren verstorbenen Dr. Raimund Skoficz – auf, das mussten wir sehen! Weit kamen wir nicht, da uns ein Bekannter unserer Familie entgegenkam und uns anherrschte, wir sollten heimgehen –“des isch nix fir eich!“
      So rannten wir zurück in unseren Hof, da gab es zwischen unserem Haus und dem Stolzbauern einen Zaun, hinter dem wir in aller Ruhe und Sicherheit zuschauen konnten. Das Kampfgeschehen hatte sich inzwischen auf diesen Platz verlagert! Ein mords Geschrei, eine Menge Leute gingen, teilweise mit Schaufeln, Pickel, Rechen und Sensen bewaffnet, aufeinander los. Dann für uns der Höhepunkt: Der offene, grüne Mannschaftsbus mit den hölzernen Sitzreihen und den seitlichen Türen (ich sehe ihn heute noch vor mir!!) tauchte auf, die zahlrechen Polizisten sprangen herunter und machten schnell einmal dem Treiben ein Ende – für uns leider!

      1. Mit so einem offenen Überfallkommando-Steyr fuhr später doch der Stiegl Wirt Dengg mit seinen Freunden zum Freizeitspaß umher.

        Ich beneide Sie, Herr Roilo. Solche Jugend/Kindheitserlebnisse kann ich nicht erzählen, trotz Gasthaus Niedermayr im Parterre unseres Wohnhauses, welches des Öfteren als Blutwiese beim Aufeinanderprall der katholischen Götzner Zimmerleute der Fa. Huter mit kommunistischen Eisenbahnern herhalten mußte. Zur Befriedung der Situation genügte der Einsatz der VW-Käfer Streife.

      2. Herr Roilo diese Schlacht gab es tatsächlich und sie fand lang vor meiner Dienstzeit statt. Wie mir ältere Dienstkollegen erzählten, war der Auslöser dazu ein auch noch mir bekannter Polizist, der durch sein ungeschicktes Einschreiten, diesen Vorfall auslöste.
        Der Grund des Einschreitens war, dass Herr Bock sein Pferdegespann im Halteverbot abstellte. Er wurde in herrischem Ton vom
        Beamten aufgefordert, weg zu fahren und Bock kam diesem „Befehl“ aber nicht nach, worauf der Polizist die Festnahme aussprach.
        Auf Grund dessen legte sich Bock unter sein Fuhrwerk, um die Festnahme zu verhindern. In weiterer Folge rückte das Überfallskommando mit dem grünen Steyrer Mannschaftstransporter an, um dem Treiben ein Ende zu bereiten. Da mehrere
        Personen mit Bock solidarisch waren und ihn in seinem Verhalten tatkräftig unterstützten, kam es dann zur legendären Schlacht vor dem Gasthaus Brückenwirt.
        Zum Steyrer Mannschaftstransporter darf ich anfügen, dass auch wir Polizeischüler in den Jahren 1972/1973 zu verschiedenen
        Anlässen mit diesem Fahrzeug transportiert wurden.

  3. Ja, Herr Hirsch und Herr Pritzi – nun wäre es noch bärig – um bei der damaligen Zeit zu bleiben – wenn von irgendwem ein Foto von diesem Fahrzeug kommen würde! Wie schon geschrieben, hinterließ dieser Omnibus ohne festen Dach oder Aufbau einen bleibenden Eindruck auf mich – komischerweise mehr diese aufspringenden Türln und die leeren Holzbänke. Wieviel Polizisten da heruntersprangen, wahrscheinlich noch in Grün, und ob sie Helme trugen, weiß ich nicht mehr. Auch habe ich diesen Mannschaftswagen danach nie mehr gesehen.

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