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Kinovorstellung

Kinovorstellung

Im März 1922 wurde der erste Tiroler Sportfilm „Aus Tirols Bergwelt: Klettern im Fels“, erstmals in Innsbruck aufgeführt und erregte so großen Zuspruch beim Publikum, dass die Stadtsäle, wo der Film gezeigt wurde, stets ausverkauft waren und die Vorführung sogar verlängert wurde.

Das Medium Film war damals nicht mehr ganz neu und konnte auch in Innsbruck schon auf eine gewisse Geschichte zurückblicken. Erstmals gab es Filmaufführungen in Innsbruck bereits 1896, meist im kleinen Stadtsaal. Nach 1900 existierten dann schon mehrere Kinematographen in der Stadt, die laufend neue Filme aus aller Welt zeigten. Im Programm waren Dokumentarfilme, Wochenschauen oder auch kurze Spielfilme.

Anzeigen und Kinoprogramm für Kinematographen in Innsbruck. Innsbrucker Nachrichten, 24. September 1910.

Bald wurden auch in Tirol und Innsbruck Filmaufnahmen durchgeführt und Filme gedreht. Zunächst handelte es sich dabei in erster Linie um Dokumentarfilme, die überwiegend für Werbezwecke gedreht wurden. Rasch folgten erste Spielfilme, die – vielleicht wenig überraschend – den Tiroler Freiheitskampf zum Thema hatten.

Der Film Aus Tirols Bergwelt nun zeigte „waghalsige Kletterpartien“ in den Kalkkögeln und der Umgebung von Innsbruck. Dabei sollte der Film auch aufklärend wirken und erklärte „alle technischen Methoden, die ein Kletterer im schwierigen Fels anzuwenden hat“. Der Film war von den Kopp-Filmwerken in München produziert worden, Bilder lieferte aber auch der bekannte Innsbrucker Fotograf Richard Müller. Mit seinen 1850 Metern Länge dauerte der Stummfilm knapp eineinhalb Stunden. Einziger Wehrmutstropfen war, wie im Allgemeinen Tiroler Anzeiger zu lesen ist, dass die kühnen Leistungen der Alpinisten zu schnell gezeigt würden und man daher dem „Kino-Operateur“ nahelegte, den Film langsamer abzuspielen, um die „stauenswerten Leistungen“ besser und ausgiebiger betrachten zu können.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Pt-178)

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