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Gegen Den Uhrzeigersinn

Gegen den Uhrzeigersinn

Kürzlich wurde in diesem Forum über die Pferde-, Schlitten- und Radrennbahn im Saggen diskutiert. Herr Auer hat unser heutiges Bild angesprochen, weswegen ich es heute der LeserInnenschaft präsentieren möchte.

Am 6. Jänner 1888 fanden auf ebendieser Rennbahn eine Reihe von Pferdeschlittenrennen statt. Die Ergebnisse finden sich am folgenden Tag in den Innsbrucker Nachrichten:

Für die Positionierung der Bahn hilft uns dieses nette kleine Bild aber nicht weiter, weil der Hintergrund mit der Kettenbrücke bzw. dem Eisenbahnviadukt nur der grundlegenden Orientierung dienen.

Dennoch hat dieses Bild von Heinrich Fahr (München 1845 – 7.4.1906 Innsbruck), das im Jahr 2000 erworben wurde, noch einige nette Details für uns parat: Zum Beispiel die Schilder auf den Rückseiten der der Tribünen: Die linke ist demnach die Richter-Tribüne; die rechte die Mitglieder-Tribüne. Auch die Bilder von den Pferden sind im Fotografie-Zeitalter auch schon fast anachronistisch.

Daneben gibt es noch das ein oder andere Detail zu entdecken.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Bi-473)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Eine wunderbare Zimelie der Stadtgeschichte, vielen herzlichen Dank!

    Das Schild „Mitglieder-Tribüne“ bezieht sich wohl auf die Mitglieder des Trabrennvereins.

    In den Folgejahren berichten die Innsbrucker Nachrichten immer wieder über ein Schlittenrennen, u.a. auch am 7. Jänner 1897. Aus diesem Bericht erhellen sich weitere Details zur aufwändigen Organisation und zum Rennablauf. Die Rennen wurden demnach vom Innsbrucker Trabrenn-Verein organisiert. 1897 sorgte die Höttinger Musikkapelle für musikalische Stimmung:

    „(Schlittenrennen.) Unter zahlreicher Be­-
    theiligung fand gestern nachmittags auf dem Stadt­-
    saggen das diesjährige Schlittenrennen des hiesigen
    Trabrenn-Vereines statt. Das Richter-Collegium
    für das Rennen, das in 4 Gruppen zerfiel, be­-
    stand aus den Herren: Max Obexer, Excellenz
    Edler von Hirsch, Major Schudawa, dem
    Vertreter des Staatshengsten-Depots in Stadl,
    Rittmeister Cathrein und Hans Baur. Das erste
    Fahren war norisches Bezirksfahren für in
    der diesseitigen Reichshälfte geborene und ge­-
    zogene 3jährige und ältere Hengste und Stuten
    norischer Abkunft, deren Eigenthümer im politi­-
    schen Bezirke Innsbruck wohnhaft ist. Die Di­-
    stanz betrug 2700 m gleich 3mal die Bahn. Es
    waren 7 Preise ausgeworfen von 130 bis 10 K.,
    im ganzen 400 Kr. als Staatspreise, gegeben vom
    k. k. Ackerbauministerium.
    Die Preise erhalten: 1. Josef Suttner, Wilten,
    6jähr. br. Stute Mori 130 Kr.), 2. Robert
    Nissl, Büchsenhausen, 6jähr. Rothschimmel Milli
    (80 Kr.), 3. Eduard Auer, Hötting, 4jähr. dklbr.
    Stute Pie Maid (60 Kr.), 4. Eduard Auer,
    6jähr- Stute Rosl (50 Kr.), 5. Josef Hell, Wilten,
    8jähr. br. Stute Flora (40 Kr.), 6. Johann
    Flunger, Hötting. 6jähr. br. Stute Elsa (30 Kr.),
    7. Josef Suitner, Wilten, Schimmel-Stute
    Bertha (10 Kr.) Die Stute Mizzi des Herrn
    Georg Peer wurde wegen unreiner Gangart dis-
    qualificiert und preisverlustig erklärt.
    Das zweite Fahren war Inländer „Handicap“
    für in Oesterreich-Ungarn geborene und gezogene
    Pferde von 3 Jahren aufwärts. Distanz 3600 m
    — 4mal um die Bahn. Es waren ebenfalls
    7 Preise von 300 bis 30 Kronen ausgeworfen,
    im ganzen 820 Kronen. Es starteten 7 Renner.
    Preise erhielten: 1. Eduard Auer, Hötting, br.
    Hengst Paris (300 Kr.), 2- Josef Pürstinger,
    Salzburg, 5jähr. Schimmel- Hengst Prinz II.
    (190 Kr.), 3. Wilhelm Siegt, Aussee, 7jähr. br.
    Hengst Brutus (120 Kr.), 4. Math. Hermann,
    München, 8jähr. br. Hengst Goldarbeiter (90 Kr.),
    5. Josef Pürstinger, Salzburg, 4jähr. Schimmel-
    Hengst Constantin (50 Kr.), 7. Fohlenhof St.
    Josef, Salzburg, 7jähr. Schimmel-Stute Siglavia
    (40 Kr.) Die Stute Liesl des Besitzers Fohlen­-
    hof St. Josef wurde wegen unreiner Gangart
    disqualificiert und preisverlustig erklärt.
    Beim dritten Fahren, Noriker-Vorgabefahren,
    starteten 8 Pferde Dasselbe war offen für in
    der diesseitigen Reichshälfte geborenen und ge­-
    zogenen 3-jährige und ältere Hengste und Stuten
    der norischen Rasse, welche im Besitze von in
    Tirol ansässigen Eigenthümern sind. Distanz
    2700 m= dreimal die Bahn. Preise von 200 bis
    40 Kronen im Gesamtbetrage von 400 Kronen.
    Preise erhielten: 1. Josef Suitner, Wilten, 6jähr.
    dunkelbraune Stute Mori (200 Kr.), 2 Balth.
    Hochfilzer, Ellmau, 8jähr. Tiger-Stute Liesl H.
    (120 Kr ), 3. Georg Hochfilzer, Kitzbühl, a. braune
    Stute Dora (80 Kr.), 5. Joses Suitner, Wilten,
    a. braune Stute Liesl (60 Kr.), 5. Eduard Auer,
    Hötting, 7jähr. Schimmel-Stute Rosl (40 Kr.)
    Auf Grund des Paragraph 101 der Wiener Renngesetze
    wurde die Stute Mizzi des Herrn Georg Peer
    disqualificiert und preisverlustig erklärt und über
    selbe Person für die Jahre 1897 und 1898 das
    Fahrverbot ausgesprochen.
    Als letztes Rennen wurde das Internationale
    Handicap für Pferde aller Länder ohne Unter­-
    schied des Alters und Geschlechtes durchgeführt.
    Distanz 3600 Meter —– 4mal die Bahn. Fünf
    Preise von 350 bis 50 Kronen im Gesammtwerte
    von 800 Kronen. Preise erhielten: 1. Josef
    Pürstinger. Salzburg, Rappenhengst Petersburg
    (350 Kr.), 2. Jos. Ellwanger, München, a. Schim­
    melwallach Bozole (200 Kr.), 3. Fohlenhof, St.
    Josef (Salzburg), 8j. br. Hengst Dandy (120 Kr.).
    4. Math. Herrmann, München, 8j. br. Hengst
    Goldarbeiter (80 Kr.), 5. Ang. Rudolf, München,
    a. br. Stute Ella B (50 Kr.). Der Hengst Claiber
    von Aug. Rudolf in München wurde wegen un­
    reinen Ganges auf Grund des § 93 der Wiener
    Renngesetze disqualificiert und preisverlustig er­-
    klärt.
    Zum Rennen hatten außer den genannten
    Preisen des Ackerbauministeriums der Wiener
    Trabrenn-Verein 800 und der Badner Trabrenn-
    verein 200 Kronen gespendet. Die übrigen Preise
    waren vom hiesigen Trabrenn-Verein gewidmet.
    Auf dem Rennplätze concertierte die Höttinger
    Musikkapelle vortrefflich. Das Rennen ist ohne
    bedeutenden Unfall verlaufen. Ein Pferd des Herrn
    Auer gieng durch und konnte erst bei der Aus­-
    stellung aufgehalten werden. Der Schlitten wurde
    zertrümmert.“

  2. Neben den Tiroler Fahnen wehen auch noch schwarz-gelbe, die wohl das Kaiserhaus bzw. den österreichischen Teil der Monarchie repräsentieren. Aber wofür stehen die grün-weißen? Nachdem sie die Mitglieder-Tribüne zieren, sind es vielleicht die Farben des Trabrenn-Vereines. Schützen-Abordnung oder Musikkapelle könnte ich auch noch raten, es genau zu wissen wäre aber viel interessanter.

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