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Von Der Herzoglichen Wasserleitung Zur Mühlauer Brücke (I.)

Von der herzoglichen Wasserleitung zur Mühlauer Brücke (I.)

Hier zu sehen ist die Vorgängerin der heutigen Mühlauer Brücke, wie sie bis Ende der 30er Jahre existierte. Werfen wir einen Blick auf die Geschichte dieser Brücke, doch beginnen wir ganz am Anfang, mit der ursprünglichen Saggenbrücke.

1581 ließ Ferdinand II. eine Brücke an jener Stelle errichten, in erster Linie um Wasser vom Wurmbach ins das Schloss Ruhelust im heutigen Hofgarten leiten zu lassen, damals wurde sie noch Saggenbrücke genannt. Der Verkehr spielte für den Bau noch keine Rolle, die Hauptrouten verliefen anderswo und so blieb die Brücke lange Zeit dem Hof vorbehalten, für die Allgemeinheit blieb sie gesperrt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts sorgte man sich in Innsbruck, dass die Brücke, sollte es zu einer Überschwemmung kommen (was man damals aufgrund des zu erwartenden Ausbruchs eines Eissees befürchtete), die Flut noch mehr stauen und damit die umliegenden Häuser und Felder zerstören würde.

Die Brücke war aller Wahrscheinlichkeit nach vollständig aus Holz und konnte dennoch beträchtliche Lasten tragen, da die Jesuiten sie zum Bau ihrer Kirche als Teil der Frachtroute benützten, daher dürften die Pfeiler sehr dicht gesetzt worden sein – deshalb die Sorge der Überschwemmung. Der Stadtrat wandte sich deshalb sogar an den Landesfürsten, um ihn zu bitten, die Brücke abzureißen und die Wasserleitung über einen kleineren Steg zu legen. Man unternahm jedoch nichts dergleichen, die befürchtete Katastrophe blieb glücklicherweise aus, da der Eissee langsamer als gedacht abfloss.

1643 wurde die Brücke für den allgemeinen Verkehr freigegeben und ein Zollhaus errichtet, um den Verkehr entsprechend besteuern zu können. Die Brücke verfügte über die Eigenheit eine nicht unbeträchtliche Steigung von Süden nach Norden aufzuweisen, da das nördliche Ufer an dieser Stelle um einiges höher gelegen war.

(Signatur Ph-7724)

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare
  1. Ganz in der Nähe von der Kettenbrücke war eine Trabrennbahn im Saggen, von der es interessanterweise nur ganz wenige Bilder gibt.

    1. Das mit der Trabrennbahn in der Nähe der Kettenbrücke ist mir neu, ich weiß nur von einer (ovalen) Radrennbahn, die sich entlang der Viaduktbögen zwischen der Schillerstraße bis zur Erzherzog Eugenstraße hinzog

      1. Ja, Sie haben schon richtig gelesen, Herr Roilo:

        Hier gab es im 19. Jahrhundert eine Trabrennbahn! Im Stadtmuseum gibt es dazu ein wunderbares Gemälde vom 6. Jänner 1888 mit einem Schlittenrennen! Links sieht man die Kettenbrücke und rechts das Bahnviadukt. Vielleicht könnte man diese Kostbarkeit ja bei Gelegenheit in einem Beitrag zeigen. Würde von der Jahreszeit her perfekt passen….

        1. Ja, Herr Auer, Sie haben tatsächlich recht!
          Innsbrucker Nachrichten 18.1.1887
          „Am nächsten Sonntag wird in Innsbruck ein schon seit Jahren nicht mehr gesehenes Schauspiel wieder genießen können, und zwar ein Schlittenrennen in großem Maßstabe. Dasselbe wird auf dem Stadtsaggen stattfinden und dürfte bei dem Umstande, dass die besten Renner nicht nur aus Tirol, sondern auch aus Salzburg, Oberösterreich und Oberbaiern daran voraussichtlich teilnehmen werden, sehr interresant werden. Die Rennbahn befindet sich östlich vom Saggenwege; sie schließt im Norden und Süden mit einem Halbkreise, die beide seitwärts durch Gerade verbunden sind. Die Bahn ist genau einen Kilometer lang. Beiläufig in der Mitte der westlichen Längsseite der Bahn (unmittelbar am Saggenwege) wird eine Tribüne für 600 Sitzplätze und 1350 Stehplätze errichtet. In das Innere der Rennbahn kommt die Richterbühne zu stehen. Der gerade Saggenweg und das Innerer der Rennbahn dienen als weiterer Zuschauerraum, so dass im ganzen circa 4000 Personen bequem Platz finden können. Der nördlichste Teil des Rennplatzes, zwischen der Rennbahn und dem Kloster der barmherzigen Schwestern, bleibt für 50 bis 60 Equipagen reserviert, von denen aus die Insassen das Rennen mitansehen können. Karten. Der Hauptzugang zur Tribüne findet durch die Chotek-Allee statt; s.a. folgenden Tage“
          Das passt also zum Bild im Stadtmuseum mit Datum 6.1.1888 (Werbung für das Rennen 1988??)

          1. Lieber Herr Auer, auch ich möchte mich wieder einmal bedanken für all die Mühen die Sie auf sich nehmen, um uns laufend mit all den interessanten Artikeln zu versorgen! Da es ja bis Dreikönig, wie man bei uns sagt, „noch gilt“, möchte ich Ihnen alles Schöne und Gesundheit für 2022 wünschen – und bitte, machen Sie weiter so!

          2. Das sollte natürlich 1888 heißen (dass dies Herr Auer noch nicht entdeckt hat!!!)
            Allerdings: Irgendwo habe ich gelesen, dass das Rennen 1888 abgesagt wurde (ich finde den Artikel nicht mehr!). Grund: Kein Schnee!! Das hat es also damals auch schon gegeben.

  2. Ein wunderbares Bild, in dem es sehr viel zu entdecken gibt, vielen Dank lieber Herr Wirth!

    Wenn man genau schaut, sieht man beim Haus auf der anderen Innseite gleich hinter der Kettenbrücke einen langen Balken in die Luft ragen. Es handelt sich dabei um ein spannendes Detail: Das ist nämlich der Schranken des Wegmautamtes, mit welchem man die Straße sperren und den Verkehr anhalten konnte.

  3. Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen, lieber Herr Roilo! Ihnen auch alles Schöne und Gesundheit für das Jahr 2022. Man liest sich bestimmt.
    Oft habe ich mir schon gedacht: Wenn Sie Ihre Kommentare und Erinnerungen ausdrucken und kapitelweise ordnen, könnten Sie mit den Fotos fast schon ein interessantes Buch über Pradl daraus machen…

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