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Europazug

Europazug

Unter diesem Titel konnte man im Jahr 1952 am Innsbrucker Bahnhof die Ausstellung mit dem Zusatz „Zusammenarbeit der Völker“ besuchen. Viele Informationen über diese Ausstellung kann ich Ihnen leider nicht mitteilen, da mir diese schlichtweg fehlen. Was man zumindest den Bildern entnehmen kann, ist, dass sowohl das Äußere als auch das Innere des Zuges Teil der Ausstellung war. Trotz Recherche mittels Suchmaschinen und der städtischen Amtsblätter konnte ich keine Treffer landen. Wissen unsere LeserInnen vielleicht mehr?

Interessant fände ich auch die Intention dieser Ausstellung. Wir befinden uns schließlich bereits im Kalten Krieg mit entsprechender Propaganda – zusätzlich noch vor Unterzeichnung des Staatsvertrags. Wollte man mit dieser Ausstellung bereits die Zugehörigkeit zum Westen vermitteln? Auf einer Tafel liest man: „Die freie Welt führt zur Zusammenarbeit“. Ein Wink mit dem Zaunpfahl auf die USA? Eine weitere Erklärung wäre die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, wenn auch die offizielle Gründung auf den 24. Juli fällt und damit in den ungefähren Zeitraum dieser Ausstellung.

Besucht wurde die Ausstellung, so scheint es zumindest, sehr gut!

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Slg. Gottfried Newesely, GoNe-14741, GoNe-14742, GoNe-14744)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Der Europazug war eine ERP-Wanderausstellung über den Marshall-Plan. Der Zug mit fünf Eisenbahnwaggons machte in vielen Städten in allen Bundesländern Station. Die Besucher erhielten auch großformatige Broschüren über die Ausstellung. Hier sieht man ein Foto aus dem Inneren des Zuges, aufgenommen während des Aufenthalts in Leoben:
    https://onb.digital/result/10BF9EF7

  2. Es gab auch moderne Geräte wie z.B. einen telephonischen Tonbandinformationsdienst. Auf diesem Bild vom 9. August 1952 sieht man wie der Innsbrucker Bürgermeister Franz Greiter gerade das Gerät benutzt. In der Österreichischen Nationalbibliothek gibt es viele hundert weitere Fotos des Europazugs:
    https://onb.digital/result/10BF9FAD

    1. Dieser Tonbanddienst war offenbar eine besonders beliebte Attraktion der Ausstellung. Der Name dafür lautete: „Europa-Telephon“

  3. Also beim ersten Googleversuch hab ich schon einmal ein einschlägiges Wiki gefunden, welches ich jetzt aber nicht abschreibe. https://de.wikipedia.org/wiki/Europazug

    Damals war der Europagedanke ein ganz anderer. Auch wenn der Europazug die wirtschaftliche Zusammenarbeit androhte, war in den Köpfen der Menschen der Friedensgedanke eines vereinten humanen Europa vorherrschend, der noch lange in die 50er hinein gültig war bis die dämlichen 68er, die völlig zu Unrecht heutzutage hochgejubelt werden, das politische Denken mit Hassbereitschaft gegenüber allem und jedem zerschossen haben.

    Das zentrale Organ der Vorstellung eines vereinten Europas war damals der heute ein Schattendasein führende Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat, dem Tanzboden der Lobbyistengeimpften EU Minister).

  4. Entweder hatte ich beim Verfassen einen schlechten Tag oder mein Browser war beleidigt. Nach den Rückmeldungen habe ich erneut gegoogelt und es kam sofort der Wikipedia Eintrag. Danke dennoch für die raschen Antworten Herr Auer und Herr Hirsch 🙂

    1. Jedenfall vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. So ein Europazug wäre heute auch noch bzw. erst recht eine gute Sache.

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