Erinnerung an die Brennerbahn – Mühle und Ursprung der Eisack
Der Eisackfall scheint für die Ersteller des Albums eine besondere Bedeutung gehabt zu haben. Bereits auf der Darstellung der Brennerpasshöhe ist er gut zu erkennen, doch mit einem eigenen Stich wurde ihm nochmals eine gesonderte Aufmerksamkeit zu Teil, obwohl er thematisch eigentlich gar nicht zur Eisenbahn passt.
Der Eisack, der zweitlängste Fluss Südtirols, entspringt südlich des Sattelbergs in den Stubaier Alpen auf etwa 2.039 Metern Höhe. Nach einer längeren, eher ruhigen Fließstrecke erreicht der noch junge Fluss am Brenner seinen wohl spektakulärsten Abschnitt: Hier stürzt er aus rund 1.412 Metern in einer leicht gestuften Kaskade etwa 32 Meter tief in ein Becken auf 1.380 Metern. Das umliegende Gestein aus Quarzphyllit verleiht dem Wasserfall dabei sein charakteristisches Erscheinungsbild.
Die besondere Wirkung des Eisackfalls wurde nicht nur im 19. Jahrhundert geschätzt, seit 1989 steht er unter Naturschutz und gilt als bedeutendes Naturdenkmal der Region.
Ob der Kupferstich den Wasserfall realistisch wiedergibt und ob die dargestellte Mühle tatsächlich existiert hat, lässt sich ohne Vergleichsbilder nur schwer beurteilen. Vielleicht hat ja jemand unter den Lesenden weitere Informationen oder kennt entsprechende Darstellungen?
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-A-24611-12)
Jaaaa, das mit dem Eisack und seiner Quelle!
Im innerfamiliären Heimatkundeunterricht wurde mir immer gepredigt:
„Der Wasserfall – des Bachl – was bei der Valentinskirchn am Brenner außerkimmt, des isch nit der Eisack! Des „Brennerbachl“ rinnt erst nach der „Brennersenke“ in der Gegend vom „Brennerwolf“ in den Eisack eini. Der entspringt nämlich dort bei der Steinalm, weiter südlich, und kimmt als großer Wasserfall aber!“
Das Rätselbild meint genau diese Stelle, den „Eisackursprung“ zwischen Steinjoch und Kreuzjoch.
Hoffentlich löse ich jetzt keine zwischenstaatliche Krise aus, wenn ich behaupte, daß irgendwann unter irgendwem beschlossen wurde, das Brennerbachl als Eisack zu bezeichnen – und den (einstmals so genannten) Eisackursprung fortan, da im Bereich der Steinalm fließens, „Steinbach“ zu nennen.
(Unter uns gesagt: Ich erinnere mich, daß dieses Brennerbachl schon seinen Weg gen Süden einmal selbst vermurt hat und nach Norden geflossen ist…(Hei, da herrschte Jubel! – nicht nur in den Tageszeitungen).
Beim dzt so genannten „Steinbach“ hingegen ist eine ehemalige Mühle gut vorstellbar – falls sie nicht bei einem Gewitter mit Sturzflut ebenso zerstört worden ist wie das Mühlendorf in Gschnitz…