Erinnerung an die Brennerbahn – Kein Halt mehr in Villnöß/Funes
Die Liste der ehemaligen Haltestellen und Bahnhöfe entlang der Brennerbahn wird immer länger. Auch die heutige Station gehört zu jenen Orten, an denen einst Züge hielten, heute jedoch kaum noch etwas an ihre frühere Bedeutung erinnert.
Es ist faszinierend, wie wenig über viele der aufgelassenen Bahnhöfe bekannt ist. Weder die Fachliteratur zur Brennerbahn noch frei zugängliche Online-Quellen liefern oft mehr als ein paar dürftige Hinweise. Selbst grundlegende Daten wie das genaue Eröffnungs- oder Schließungsdatum sind häufig nur schwer oder gar nicht zu ermitteln. Gerade bei einem Ort wie einem Bahnhof, der über Jahrzehnte das Tor zu einer Region war, überrascht diese spärliche Quellenlage. So verhält es sich leider auch mit dem Bahnhof Villnöß.
Der Bahnhof wurde bereits 1867 mit der Eröffnung der Brennerbahn in Betrieb genommen und diente über viele Jahrzehnte als wichtiger Zugang zum Villnösstal. Im Laufe der Zeit würde der Indvidualverkehr immer wichtigerund die Bahnstation verlor an Bedeutung. Wann die Station endgültig für den Personenverkehr geschlossen wurde, konnte ich leider nicht eindeutig feststellen. Wer hierzu über historische Fahrpläne, Dokumente oder andere Quellen verfügt, darf sich gerne bei uns melden.
Vom Bahnhof selbst ist heute nichts mehr erhalten. Das Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 2001 im Zuge des Neubaus der Staatsstraße abgetragen. Lediglich das ehemalige Wärterhäuschen erinnert heute noch daran, dass hier über mehr als ein Jahrhundert Züge hielten und Reisende ein- und ausstiegen.
Auch unsere eigene Bildersammlung zeigt, wie selten Aufnahmen des Bahnhofs sind. Die wenigen historischen Fotos aus Villnöß zeigen nicht den Bahnhof selbst, sondern wenig überraschend das weitaus fotogenere Villnösstal mit seiner beeindruckenden Dolomitenkulisse. So stammt auch unser heutiges Titelbild nicht von der Station, sondern zeigt die Landschaft, für die der Bahnhof einst das Eingangstor war.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-37790)
Kleines Detail am Rande: Der Sass Rigais (der mittlere Gipfel der Geislerspitzen) und die links davon benachbarte Furchetta (schaut wie ein mächtiger Schiffsbug aus) sind auf den Meter gleich hoch, nämlich 3025 Meter.