skip to Main Content
#bilderschauen --- #geschichtenlesen --- #gernauchwiederimarchiv
Shopping Im Alarmbereich

Shopping im Alarmbereich

Nur wenigen Besucherinnen und Besuchern der Rathausgalerien dürfte heute noch bewusst sein, dass sie sich auch im einstigen Alarmbereich der Berufsfeuerwehr bewegen. Und wo heute Kunden eine Filiale einer Drogerie-Kette betreten können, befand sich bis 1966 die Ausfahrt der Innsbrucker Hauptfeuerwache (im Bild die uns bereits bekannte DL 22). Zweifelos stellte nicht nur dieser Torbogen, sondern das ganze Areal hohe Ansprüche an die Fahrkünste der Feuerwehrleute, zumal auch in den Garagen Platzmangel herrschte. Aber sehen Sie selbst …

Das im Jahr 1963 angeschaffte KF 16 schlüpfte gerade eben so durch den Bogen.
Zwei der berühmten „Stolz-Tanker“ in ihrer Garage.

Der damalige Standort der Hauptfeuerwache war zwar zentral, aber sehr beengt, sodass die Berufsfeuerwehr nur schwer mit den – bedingt durch die Ausdehnung Innsbrucks – beständig wachsenden Herausforderungen mithalten konnte. Daher dachte das Stadtbauamt bereits im Jahr 1948 eine Verlegung an einen anderen Standort an. Die Berufsfeuerwehr sollte am Areal der „Saggen Kaserne bzw. in den Stallungen neben der Ausstellungshalle zwischen Kochstraße und Ing.-Etzel-Straße“ untergebracht werden. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch daran, dass zwischen Stadt und Bund keine Einigung über einen Ankauf der Kaserne erzielt werden konnte.

Seitens der Stadtverwaltung hielt man weiter nach alternativen Standorten Ausschau. Im Jahr 1959 wurde schließlich eine Verlegung in Hörmannstraße angedacht. Bedenken hinsichtlich der Verkehrsanbindung und die Bauprojekte für die ersten Olympischen Winterspiele standen jedoch einer raschen Realisierung im Wege.

Am 24. Oktober 1963 beschloss der Innsbrucker Gemeinderat schließlich den Neubau. Drei Jahre später, im November 1966, konnte die Berufsfeuerwehr schließlich die neue Hauptfeuerwache in der Hunoldstraße beziehen. Immerhin hatte sich durch den Bau der Olympiabrückeinzwischen auch das Problem mit der Verkehrsanbindung zwischenzeitlich gelöst …

Der Schlauchturm im Innenhof des Rathauses
Die Nachrichtenzentrale in der Hauptfeuerwache im Rathaus – immerhin schon eine stattliche Anzahl an Telefonen. Das erste Feuertelefon war in Innsbruck übrigens bereits im Jahr 1898 im Wachzimmer der I. & II. Kompanie der FF Innsbruck im Rathaus installiert worden.

(StAI, Archiv der Feuerwehr der Stadt Innsbruck, Fotoarchiv der BFI, Ph-A-24694)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Ja, und ob ich mich erinnere. Der magische Ort meiner Bubenzeit. Natürlich wollt ich Feuerwehrmann werden. Zur Zeit der abgebildeten Stolztanker dann allerdings schon nicht mehr.

    Die Fahrt von der Mandelsbergerstraße mit dem Kinderroller bis in die Fallmerayerstraße war kein Problem. Das meiste auf den nahezu verkehrsfreien Straßen von Wilten, am Gehsteig behinderten einem die Fußgänger. Und alles unbeaufsichtigt, irgendwann mußte man wieder zu Hause sein, aber man hatte ja ohnehin auf einmal Hunger. (Ich habe volles Verständnis, wenn man das für unglaubwürdig hält, aber es war so- Nein, Helm gabs auch keinen, den trugen die Feuerwehrleute)

    Die Plätze der Stolztanker nahmen damals noch die zwei Steyr Diesel Feuerwehrautos ein, dahinter die beiden alten Opel Blitz Tankwagen mit ihren riesigen Scheinwerfern. Die Magirusleiterwagen waren in einer weiteren Garage rechts neben der der Tankwagen untergebracht, zusammen mit einem geheimnisvollen älteren Fahrzeug Marke Klöckner Deutz mit einem Schlauchboot anstelle von Leitern auf dem Dach.

    Woran ich mich auch noch gut erinnere war ein spezieller Geruch von Maschinen, Lack und Öl. Und alle Fahrzeuge waren polizeigrün. Ich weiß noch gut, wie ich als Bub enttäuscht war, daß es die Spielzeugfeuerwehrautos immer nur in Rot gab. So sahen sie doch nicht aus 🙂 .

    Später, als ich glaubte, mit dem Auto vom Innrain 115 in die Stadt fahren zu müssen, war im Hof eine Zeitlang ein öffentlicher Parkplatz. Heute undenkbar, damals kein Problem, die immer unkomplizierte Lösung des Begegnungsproblems bei den beiden Torbögen. Man verständigte sich.

    Städtebaulich muß man der Stätte, wie die Fotos eindringlich beweisen, keine einzige Träne nachweinen. Und die Einfahrt ist sowieso noch vorhanden.

    1. P.S.: Vielleicht kann ein Berufenerer neben meinem Geschwätz noch etwas Fachliches beitragen. Der organisatorische Hintergrund der Telefonanlage würde mich zum Beispiel interessieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top
×Close search
Suche