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Kraft­la­ggl

Kraft­la­ggl

Im Frühjahr 1963 bestellte die Innsbrucker Berufsfeuerwehr ein neues Kranfahrzeug bei der Firma Klöckner-Humboldt-Deutz in Ulm. Dieser Kranwagen von Magirus-Deutz, Typ Uranus verfügte über einen Allrad-Antrieb, einen 12-Zylinder-Dieselmotor mit 250 PS, Druckluftbremsen auf allen sechs Rädern und brachte rund 23 Tonnen auf die Waage. In der Fahrerkabine war Platz für drei Mann. Das Fahrzeug verfügte über eine Servolenkung (hydraulisch), einen Suchscheinwerfer und – wie es sich für ein Feuerwehrauto gehört – über Blaulicht und Folgetonhorn.

Ausschnitt aus der Zulassung des KF 16, Privatarchiv Holger Gerks.
Der Ausleger verfügte über eine maximale Hubkraft von 16 Tonnen. Damit waren auch schwere Lasten, wie dieser Tankwagen-Auflieger, für das KF 16 kein Problem. Alle Kranbewegungen erfolgten hydraulisch. Aufname von einer Übung der Berufsfeuerwehr in den 1970er-Jahren.
Am Heck befanden sich eine sogenannte Spillwinde (Hydraulikantrieb) mit einer Zugkraft von 15 Tonnen im Direktzug, ein Zusatzausleger mit einer Hubkraft von 5 Tonnen und eine Anhängerkupplung (Anhängergewicht bis zu 30 Tonnen).
Im Gerätekasten befanden sich u.a. ein Hubzug, Umlenkrollen, Schlingen und diverse Schäkel.
Die Farbgebung änderte sich in den 40 Jahren, in denen der Kranwagen in Diensten der Innsbrucker Berufsfeuerwehr stand, nicht: Fahrgestell, Räder und hintere Kotflügel präsentierten sich in glänzendem Schwarz, Aufbau, Motorhaube, Drehkranz sowie die Kran- und Spillanlage in glänzendem Rot und der Rest war in Weiß lackiert. Aufnahme aus den 1980er-Jahren.

Der Kaufpreis belief sich auf rund 1,4 Millionen Schilling (rund 625.000 Euro). Bereits im Herbst 1963 traf der neue Kranwagen in Innsbruck ein, wo er die taktische Bezeichnung „KF 16“ erhielt. Nach einer Einschulung durch drei Werksmechaniker begann die Ausbildung und bald schon rückte der „Kraftlackel“ zu seinem ersten Einsatz aus. Aufgrund seiner für die damalige Zeit durchaus beeindruckenden Hubkraft wurde er zu Unfällen und Hilfeleistungen in ganz Tirol alarmiert …

Das KF 16 wurde nach seiner Außerdiensstellung verkauft und vom neuen Besitzer mit viel Liebe zum Detail restauriert. Foto: Holger Gerks.

(StAI, Archiv der Feuerwehr Innsbruck, Fotoarchiv der BFI / Privatarchiv Holger Gerks)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Kaum zu glauben, daß als erstes Kranfahrzeug ein polizeigrüner Opel Blitz genügte (oder genügen mußte).

    Dumme Frage: Wo war eigentlich der Autofriedhof, auf dem der „Kraftlaggl“ seine Muskeln spielen ließ?

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