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Eine Rast Am Zaun

Eine Rast am Zaun

Ein Wanderer mit Rucksack, Lederhose und Hut mit Gamsbart: Das kann nur ein Städter sein. Auch der Mann, der wenig weiter rechts in Gegenrichtung wandert, scheint kein echter Landbewohner zu sein. Nicht zuletzt, weil der den schönen und weitum bekannten Christus unbeachtet – sprichwörtlich – links liegen lässt.

Im Hintergrund sehen wir die markante Pfarrkirche Amras. Dahinter sehen wir Schloss Ambras und die den wunderbaren Park umgebende Mauer.

Trotz all der ländlichen Klischees in dieser Aufnahme des bekannten Fotografen Karl Redlich laufen bereits die elektrischen Leitungen in das Dorf.

Bleibt noch die Frage offen, in welchem Monat wir uns befinden könnten: Der Türken steht recht hoch und rechts sind überraschend lange Grasgarben kunstvoll aufgetürmt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum, Kr/Pl-487)

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
  1. Türken passt – so haben wir diese Pflanzen auch genannt, nur heutzutage soll man das ja nicht mehr sagen ;-)! Aber lange Grasgarben? Dürften wohl Roggengarben sein (oder ein anderes Getreide), also einzelne Bündel, die zum Trocknen mit den Ähren nach außen kreuzweise übereinandergelegt werden.

  2. Getreidegarben – die Ähren müssen immer innen beim Trocknen liegen, sonst fressen sofort die Vögel die Körner! Ich tippe auf September, vorher wird selten Getreide reif.

  3. Ende August, um 18 Uhr 10 laut Kirchturmuhr. Damit stimmt auch der Weg Richtung Stadt und Abendessen des hinter dem Zaun gehenden Herrn überein. Der vor dem Zaun überlegt sich, ob er nicht doch noch zum Bierwirt zurück soll.

    Getreide reift im Juli, mit der damaligen Erntemethode – Korn noch in der Vitalphase Ende Juli gelb geschnitten und in Bündeln am Feld trocknen lassen – kann es schon Ende August sein, wenn nicht Anfang September. Die Schatten sind jedenfalls schon recht lang.

    1. Aus meiner Sicht befindet sich der Herr hinterm Zaun im konzentrierten Endspurt zum Seewirt, welcher am Ende des Zauns rechts stehen muss, – und der Fotograf irgendwo davor.
      Ganz sicher hat er nicht geahnt, dass er heute am westlichen Gehsteig der breiten Geyrstrasse stünde und – vom Verkehr abgesehen – einfach schräg zum Seewirt hinübergehen könnte, wenn es diesen noch gäbe …

  4. Ein kleiner terminologischer Exkurs, weil es weiter unten von Herrn Roilo angesprochen wurde: der in Tirol verwendete Begriff „Türken“ für Mais gilt zwar nicht als rassistisch, der türkische Kulturverein würde es aber, soweit ich mich erinnere, bevorzugen, wenn er nicht mehr verwendet würde, vor einiger Zeit war das mal in der Presse.
    Für mich persönlich ist der Maßstab immer der Wunsch der betroffenen Minderheit selbst; Beispiele für andere Begriffe, die aus diesem Grund nicht mehr politisch korrekt sind, sind „Neger“ oder „Zigeuner“. Ich sehe den Begriff „Türken“ daher am aussterbenden oder eigentlich schon ausgestorbenen Ast und verwende ihn schon lange nicht mehr.
    Hier habe ich sogar noch was dazu gefunden: https://tirv1.orf.at/magazin/tirol/stories/213520/index.html

    Politische Korrektheit in der alltäglichen Kommunikation ist gar nicht so leicht, man muss sich da immer wieder selber updaten. Ich denke aber, das ist es wert, denn Sprache schafft Wirklichkeiten, dazu gibt es Studien.

    1. Jesses Manni! Und dann noch die Tirggenflitschen!

      Aber ruhig: Das Wort Türken hab ich aus Bauernmund schon lang nimmer gehört. Der hat alles industrialisiert und korrespondiert zur Sache unter dem Begriff Mais. Er lernt in der Schule Mais, und bestellt Saatgut für Mais. Wenn er Türken bestellt versteht ihn keiner. Oder besser, es kommt in der scroll down list nicht vor.

      Und das drollige Synonym Kuckurutz ist mir seit der Lektüre des Volksschullesebuchs nicht mehr untergekommen.

      Nit immer aufregen. Man bietet nur freiwillig Breitseiten.

    2. Ich habe ja Verständnis für „sprachliche Korrektheit“, wenn etwa der Name eines Unkrauts in Zusammenhang mit einer Volksgruppe gebracht würde. Aber würde es jemanden in Tirol stören, wenn eine bis heute so wichtige Pflanze wie der „Türken“ aus Tirol stammen würde – und dieser Wortstamm bis heute in einem fremdsprachlichen Namen stecken würde? Wir würden uns doch wohl eher geehrt fühlen!?

      Wollten die Begründer der Mohren-Apotheken denn wirklich alle Schwarzen beleidigen, oder war es nicht vielmehr ein Qualitätsmerkmal, die weltweit führende Heilkunst der Mauren anzubieten?
      Sind unsere Sprachpolizisten wirklich so viel klüger als etwa Martin Luther King, der stets von „Negro People“ sprach? Tatsächlich ging es ihm nicht um Namensänderung, sondern um die Schaffung gerechter Wirklichkeiten.

      Natürlich dürfen (kollektiv) abwertende Bezeichnungen keinen Platz mehr haben, aber die Abschaffung durchwegs positiver, historisch interessanter Bezeichnungen kann doch nicht das Ziel sein.

  5. Hier im Oberland hört man eigentlich nur Tirggen oder Tirge! Das würde wahrscheinlich für sensible einheimische und fremdländische Ohren und Hirne angenehmer klingen!! Hoffentlich!

    Ich hätte dazu zwei Links parat:

    https://www.meinbezirk.at/imst/c-lokales/die-rueckkehr-vom-pitztaler-tirgge_a1690922
    https://tirolischtoll.wordpress.com/2020/11/07/als-der-mais-noch-tirggen-hiess/

    Was ich weiß sagt man im Osten Österreichs noch sehr oft Kukuruz

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