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Das Uhrtürmchen Von Schloss Ambras

Das Uhrtürmchen von Schloss Ambras

Erzherzog Carl Ludwig (1833–1896) war am 30. Juli 1855 von seinem Bruder Kaiser Franz Joseph zum Statthalter in Tirol und Vorarlberg ernannt worden und übersiedelte nach Innsbruck. Auf Veranlassung des Erzherzogs begann im Jahr 1856 der Umbau von Schloss Ambras, wo er künftig seine Sommerfrische verbringen wollte. Neben der Errichtung einer Straße zum Schloss war wohl das Uhrtürmchen (im Bild gut zu erkennen) eine der markantesten Veränderungen, die Carl Ludwig am äußeren Erscheinungsbild vornehmen ließ. Die Ausführung des Uhrturms war allerdings mangelhaft, denn nur 40 Jahre nach dem Abschluss der Umbauarbeiten, war er derart desolat, dass er abgerissen werden musste. Die Innsbrucker Nachrichten berichteten am 1. Mai 1899 mit spitzer Feder darüber:

„Der Abbruch des allen Besuchern von Ambras wohlbekannten Thurmes auf dem dortigen Hochschlosse ist nun vollständig durchgeführt und statt des Thurmaufbaues gähnt an der Südwestecke des hochragenden Gebäudes eine klaffende Lücke, welche nur zum Theile mit Holzlatten verdeckt ist. Schön ist der Anblick nicht, den das verstümmelte Schloß nun gewährt, es sieht ungefähr aus wie etwa die Serles sich ausnehmen würde, wenn man ihr so beiläufig die oberste Spitze abschlagen würde. Dem Vernehmen nach soll die durch den Abbruch des Thurmes entstandene Lücke für heuer einfach zugemauert oder sonst wie verschlossen werden ‚und für’s nächste Jahr woas ma derweil amol nix, was öpper g’schiecht‘ – antwortete man auf eine diesbezügliche Frage. Den Einheimischen sowohl wie auch den einstweilen freilich noch nicht zahlreichen Fremden will der seltsame Anblick, den das Schloß nach Abbruch des Thurmes nunmehr gewährt, absolut nicht gefallen und allgemein wird der Wunsch geäußert, es möge so schnell als wie immer nur angeht, dafür Sorge getragen werde, daß durch entsprechende Reconstruction das berühmte Kaiserschloß wieder in vollem Maße zu dem gemacht werde, was es so lange gewesen: eine der schönsten Zierden unserer an Schlössern und Burgen gewiß nicht allzureichen Innsbrucker Landschaft!“

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-A-24591)

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