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Ein Turnierbuch Aus Dem 16. Jahrhundert, Teil 4

Ein Turnierbuch aus dem 16. Jahrhundert, Teil 4

Der Turnierablauf wurde von Georg Rüxner ausführlich wie folgt beschrieben: Mindestens ein Jahr vor dem Turnier verhandelten „thurnierswerber“ über die Organisation des Turniers. Danach überbrachten Herolde die Einladungen an die potentiellen Teilnehmer. Da Turniere ein beliebter Heiratsmarkt waren, sollten alle anreisenden Ritter möglichst zwei Damen mitbringen. Je nach Rang stand jedem Ritter eine gewisse Anzahl an nicht mitkämpfenden Helfern zu. In der Regel wurde am Sonntag das Quartier bezogen, am Montag erfolgte die „Anmeldung“ der Turnierteilnehmer. Am Dienstag wurde die sogenannte Helmschau, bei der die Helmzier und die Waffen geprüft wurden, durchgeführt. Außerdem wurde an diesem Tag die Teilnahmeberechtigung überprüft, denn wer sich eines Verbrechens wie zum Beispiel Mord, Ehebruch oder Wucherei schuldig gemacht hatte, wurde vom Turnier ausgeschlossen. Des weiteren wurde die adelige Herkunft der Teilnehmer überprüft. Bei den Kämpfen durften nämlich nur Adelige und keinesfalls „neureiche“ Bürger ihre Kräfte messen. Am Mittwoch und Donnerstag wurden die verschiedenen Wettkämpfe ausgetragen. Am letzten Turniertag fand dann immer ein großes Festmahl mit Musik und Tanz statt.

Die folgende Tabelle zeigt die Veranstaltungsorte der 36 Turniere, die Georg Rüxner in seinem Turnierbuch beschrieben hat. Daneben steht auch das Jahr in dem diese angeblich abgehalten wurden.

AustragungsortJahr
Magdeburg938
Rothenburg ob der Tauber942
Konstanz948
Merseburg969
Braunschweig996
Trier1019
Halle1042
Augsburg1080
Göttingen1119
Zürich1165
Köln1179
Nürnberg1198
Worms1209
Würzburg1235
Regensburg1284
Schweinfurt1296
Ravensburg1311
Ingelheim am Rhein1337
Bamberg1362
Eßlingen1374
Schaffhausen1392
Regensburg1396
Darmstadt1403
Heilbronn1408
Regensburg1412
Stuttgart1436
Landshut1439
Nürnberg1451
Würzburg1479
Mainz1480
Heidelberg1481
Stuttgart1484
Ingolstadt1484
Ansbach1485
Bamberg1486
Regensburg1487
Worms1487

Das Turnierbuch Georg Rüxners erfreute sich derartig großer Beliebtheit, dass im Jahr 1566 eine um zwei Teile erweiterte Auflage – mit Holzschnitten von Jost Amman – im Verlag von Sigmund Feyerabend herausgegeben wurde.

(Stadtarchiv Innsbruck, Sammlung Hochenegg, Ho-22)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
    1. Bevor ich den erklärenden Text gelesen hatte, habe ich diesen: Verdacht gehabt:
      Hier wird bildlich ausgesprochen, was die beiden Damen von den Rittern halten.
      Ja, bei Bildgeschichten kann so ein Mißverständnis durchaus einmal vorkommen.

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