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Ein Gebäude Mit Geringer Halbwertszeit

Ein Gebäude mit geringer Halbwertszeit

Das Wortspiel im Titel verrät bereits, um welches Gebäude es sich bei dem Titelbild dargestellten Bau handelt: Das Chemische Institut am Innrain. Im Jahr 1964 nach den Plänen des Architekten Frohwald Lechleitner fertiggestellt, diente der Bau zunächst als Pressezentrum für die Olympischen Spiele, ehe die noch junge Naturwissenschaftliche Fakultät in das Gebäude einziehen konnte.

Das Gebäude im fertigen Zustand. Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-12321.

Die Naturwissenschaften, besonders die chemischen Fächer, nutzten das Gebäude bis 2012/13 ehe man in das etwas weiter Innaufwärts gelegene neue Centrum für Chemie und Biomedizin übersiedelte (CCB). Im Zuge des Umzuges wurde auch festgestellt, dass Teile des Chemischen Institutes radioaktiv kontaminiert waren, was eine aufwendige Dekontamination notwendig machte. 2017 wurde das leerstehende Gebäude dann abgerissen. Auf dem Gelände wird derzeit ein neues Lehr- und Bürogebäude der Universität nach Plänen von Günter Mohr errichtet.

Der Campus am Innrain erhält damit ein neues Bild und verschiedene über die Stadt verteilte Institute werden nun wieder in die Nähe des Hauptgebäudes zurückgeführt. Ziel bei der Planung war es auch, den Campus Innrain stärker als Lebensraum für die Studierenden und Mitarbeiter*innen der Universität zu gestalten. Ähnliche Pläne gab es bereits in den 1960er Jahren, im Zuge der Planungen der Geiwi, als der Architekt Hubert Prachensky einen Masterplan für den Campus Innrain vorlegte, der das Klinikareal und den Bereich zwischen Unibrücke und Freiburger Brücke eingeschlossen hatte. Der Plan sah sogar eine neue Brücke (pons scientiae) mit darauf befindlicher Aula vor. Wesentlich für den Plan war auch die Umleitung des Straßenverkehrs durch eine Unterführung am Innrain, sodass Klinik und Universität nicht von einer Straße durchschnitten werden würden und der Platz vor dem Hauptgebäude einen echten Mittelpunkt dieses Campus gebildet hätte. Wie wir wissen, wurde der Plan nicht realisiert, es ist aber durchaus ein interessantes Gedankenspiel, sich dieses Areal nach den Plänen von Prachensky vorzustellen.

Sollten Sie sich mehr für die Hintergründe zu diesem Plan sowie zahlreiche andere Baugeschichten und städtebauliche Aspekte der Universität Innsbruck interessieren, kann ich Ihnen die Publikation Die Topographie des Wissens. Eine kleine Stadtbaugeschichte der Universität Innsbruck (Innsbruck university press) empfehlen, die in zahlreichen Texten und Bildern zeigt, wie die Universität seit mehr als 350 Jahren die Stadt prägt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Ph-10187. Foto Frischauf)

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