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Ein Fremd-Körper

Ein Fremd-Körper

Eigentlich ist meine Beschreibung dieses Fotos nur ein Vorwand, um das umfassende und beeindruckende Wissen der LeserInnenschaft anzuzapfen: Da gibt es einerseits die Daten, die man aus den öffentlich zugänglichen Quellen wie den Adressbüchern zusammentragen kann, andererseits die persönlichen Erinnerungen und an dritter Seite sonstige Kenntnisse, wie die Automodelle oder Sonstiges. Und genau diese Dinge würden die anderen LeserInnen gerne auch erfahren.

Dennoch muss man die Aufnahme auf sich wirken lassen. Hier, wohl in den späten1950-er Jahren oder kurz danach, stehen wir vor einer schönen gründerzeitlichen Häuserzeile. Aber schon damals gab es das, was heute leider gang und gäbe ist: Eine harmonische Fassade wird durch die gewinnorientierte Idee eines Bauherrn als Ganzes verschandelt.

Die Straße sieht auf diesem Foto breiter aus, als sie – meiner Empfindung nach – in natura ist. Vielleicht erweckt diese Perspektive den Eindruck, dass es „nach unten“ geht. Das ist falsch. Es geht weitgehend eben zu dem Ort, von dem aus früher in unsere Richtung fotografiert worden ist.

Ich bitte also um all Ihre Ergänzungen.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Kr/Ne-8049)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Meine Urgroßeltern Josef und Anna, geb. Oberkofler, haben ab 1900 im 3. Stock der Müllerstraße 27 gewohnt, hier ist auch mein Großvater als letztes von drei Kindern auf die Welt gekommen.
    Josef war Sparkasse-Hauptkassier und hat daneben seine musische Begabung besonders in der „Liedertafel“ ausgelebt, hat Theaterstücke geschrieben und war Cellist im Musikvereins- und Theaterorchester. Er ist auch als Coupletsänger und Komiker aufgetreten.
    Nach seinem Tod 1934 hat meine Großtante Friederike hier gelebt, bis das Haus am 16.12.1944 durch eine Fliegerbombe zerstört wurde. Dabei sind auch alle von ihm gemalten Bilder verbrannt.

    Mein Großvater hat öfters von der großen Wohnung mit Raumhöhen von ca. 4 Metern erzählt. Wir sind viel miteinander durch die Stadt spaziert, aber die Müllerstraße samt „Nachfolgebau“ hat er stets gemieden.
    Ganz schön wäre es natürlich, wenn es ein Foto dieses Hauses vor 1944 gäbe, – es würde mich sehr freuen!

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