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Dreikaiserschlacht

Dreikaiserschlacht

Hier sehen wir eine französische Postkarte, mit einem Stempel des roten Kreuzes versehen, die Anfang der 50er Jahre ihren Weg nach Innsbruck fand.

Das Motiv, welches die Karte zeigt, hat jedoch auch eine Verbindung zu Innsbruck. Zu sehen ist, wie auch am Rande der Karte gedruckt, das bekannte Gemälde von Napoleon I. und Franz I./II. nach der Schlacht von Austerlitz im Dezember 1805, der „Dreikaiserschlacht“. Die Schlacht gilt als Napoleons strategisches Meisterstück, die „Sonne von Austerlitz“ wurde in der Grande Armée sprichwörtlich. Auch als ihn das Glück 1812 in Russland verließ, beschwor sie der französische Kaiser immer wieder, um den an den Nimbus seiner Unbesiegbarkeit zu erinnern.

Der Dritte Koalitionskrieg hatte schon mit mehreren Desastern für die Gegner Napoleons begonnen. Nachdem französische Truppen bereits Wien eingenommen hatten, gelang es den verbündeten russischen und österreichischen Truppen zumindest, sich zu vereinigen, doch wollte man sich eigentlich weiter nach Osten zurückziehen. Napoleon sandte daraufhin einen Teil seiner Truppen um u.a. das Dorf Austerlitz zu besetzten und den Verbündeten ein verlockendes Ziel zu bieten, während seine restlichen Streitkräfte verborgen blieben, aber nah genug waren, um rechtzeitig zur Schlacht zu erscheinen. Sein Plan ging auf und beide Seiten formierten sich beim Pratzeberg zum Gefecht. Die russisch-österreichische Armee war zahlenmäßig überlegen und bezog Stellung auf dem erwähnten Pratzen, der das Schlachtfeld beherrschte. Doch die Befehlshaber der Verbündeten waren sich uneins, was ihren Schlachtplan betraf – bis tief in die Nacht wurde darüber debattiert, der russische Oberbefehlshaber Kutusov schlief angeblich mehrmals ein. Am Morgen des 2. Dezembers rückten die Verbündeten gegen die rechte Flanke der französischen Stellung vor, die bei Sokolnitz Position bezogen hatten (südwestlich des Pratzens). Damit hatten sie erneut dem französischen Kaiser in die Hände gespielt, der diesen Teil seiner Stellung bewusst geschwächt hatte, um sie zum Angriff zu bewegen. Während an der rechten Flanke das Gefecht tobte, ließ Napoleon nun sein Zentrum auf den Pratzen vorrücken. In der Senke vor der Anhöhe lag dichter Nebel und die französischen Truppen marschierten unbemerkt auf den Berg zu, bis sie mit der aufgehenden Sonne im Rücken über den Kamm stürmten und die Verbündeten völlig überraschten. Sie nahmen den Pratzen und schnitten damit die Armee auseinander.

Leo Tolstoi beschreibt die Schlacht ausführlich in Krieg und Frieden, einer der Protagonisten, Fürst Andrej Bolkonsky, wird dabei verwundet als er eine Regimentsfahne eines gefallenen Soldaten aufhebt und versucht den Pratzen zu halten.

Die Schlacht führte zum Frieden von Pressburg, mit dem Tirol an das neu aus der Taufe gehobene Königreich Bayern übergeben wurde.

(Signatur Bi-K-1169-1)

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