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Digitales Innsbruck, XXVI.

Digitales Innsbruck, XXVI.

Fast ein Jahr ist seit unserem letzten Beitrag der Reihe „Digitales Innsbruck“ vergangen. Insgesamt 25 Beiträge mit Bildern über die Anfänge der Digitalisierung unserer Landeshauptstadt sind bis jetzt erschienen, und doch tauchen immer wieder einzelne spannende Aufnahmen auf. Heute sehen wir erneut eine typische Abbildung dieser Ära. Eine Gruppe von Herren blickt gespannt auf das neueste Wunderding der Technik. Mich erinnert selbiges Setting immer an einen Sketch aus „Der Sinn des Lebens“ von Monty Python. Ich sage nur die Maschine mit dem Ping, die Wissenden unter uns müssen jetzt sicher auch schmunzeln. Doch welche Wundermaschine haben wir in unserem Bild vor uns? Zu sehen sind Bürgermeister Dr. Alois Lugger, der gemeinsam mit dem Gemeinderat Dr. Bruno Wallnöfer die für die Arbeitsbereiche Einwohneramt, Wählerevidenz und Lohnsteuerkartenstelle angeschafften Geräte zur Datenfernübertragung begutachtet. Das Einwohneramt konnte damit direkt Daten zur zentralen EDV-Anlage der Stadtgemeinde übertragen. Wenn man so will also ein erster Vorläufer unseres ZMR (Zentralen Melderegisters) und zweifellos ein Meilenstein der Verwaltungsgeschichte.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-A-24734-20)

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Also – als (zwar nicht dezidiert ausgebildeter, aber doch seit Jahren enthusiastischer) Pro-Feiler kann ich zu diesem Bild folgendes sagen:
    1. Der Bruno hat schon seine Gedanken und Meinung, aber: wie immer Pokerface.
    2. Der Luis: völlig baff (oder heißt es bass ?) erstaunt: „Waaahnsinn, unglaublich, aber verstehn tu i´s nit.“
    3. Der Herr in der Mitte: lächelt wissend, steht damit nach außen völlig wissend da, ist aber total unwissend.
    4. Der Herr rechts macht gute Miene zum bösen Spiel und denkt sich. „So a Bledsinn !“
    Interessant wäre das Gerät: eine Mischform zwischen Cambuda und Schreibmaschine ? Oder wie heißt das Ding ? Und wie lange war es im Dienst des hohen Magistrates ? Ich hatte nie damit zu tun, aber vielleicht gibt es andere magistratische Kappazunder älteren Semeschters, die Bescheid wissen ?

    1. Jetzt normal: Das ist sicher ein unintelligentes Terminal, welches mit einem Host Computer verbunden war. Hier vermutlich die Siemens „Groß“anlage, die – welch profaner Rückschritt – in den ehemaligen Räumen des Hochhauscafes ihren Standort gefunden hat. Man mußte sich auch auf diesen Geräten einloggen. Um das Kennwort zu erfahren mußte man meistens nur das Keyboard umdrehen. Die Tabellenkalkulationen und Datenbankzugriffe samt optischer IDarstellung wurden von hauseigenen Progammierern und -innen codiert, der Frauenanteil war bei diesem jungen Berufszweig von Anfang an recht hoch. Im kaufmännischen Bereich benutzte man gerne COBOL, mit Spezialbefehlen für Datenbankzugriffe und Bildschirmdarstellung. Ich hab selbst noch an so einem „mainframe“, wie der zentrale Rechner genannt wurde, gearbeitet. Anfangs mußte man die Zeichenpositionen für die Bildschirmdarstellung (grüne Blockbuchstaben, Ziffern und ein paar Sonderzeichen) als Positionskoordinaten angeben. Wenn es eine IBM Anlage war: IBM Betreiber benutzten PL/I statt COBOL.
      Wahrscheinlich zeigte der Vorführer gerade eine als Strichldesign programmierte Zeile „Da können Sie den Namen eingeben“ – °Geaht Lugger a?“ „Freili.“ clack e di clack – „Schaugns, da stehts!° Boaaah!
      Und Maus gabs noch keine obwohl sie schon längst erfunden war.

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