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Die Stadt Dankt

Die Stadt dankt

Vor kurzer Zeit gelangte diese schmucke Urkunde zu uns ins Stadtarchiv. Sie wurde am 31. Dezember 1905 im Namen des Innsbrucker Gemeinderates ausgestellt, von Bürgermeister Wilhelm Greil unterzeichnet und mit dem Siegel der Freiwilligen Feuerwehr Innsbruck versehen. Die Stadt Innsbruck bedankte sich damit bei Karl Jenewein († 1917) für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz.

Karl Jenewein entstammte einer alten Innsbrucker Familie. Nach der Volksschule begann er bei der bekannten lithografischen Anstalt und Steindruckerei von Carl Friedrich Redlich eine Lehre, „um die Lithographie zu erlernen, denn Schreiben, Zeichnen und Malen waren schon als Knabe seine Lieblingsbeschäftigungen. Nach beendeter Lehrzeit trat Jenewein in die Dienste der Tiroler Landschaft, wurde dort Kanzleibeamter und brachte es bis zum Oberoffizial.“

Bereits im Jahr 1869 trat der junge Beamte der FF Innsbruck bei und – wie so viele andere Feuerwehrmänner zu jener Zeit – war er auch Mitglied des Innsbrucker Turnvereins. Beiden Vereinen war er „wirklich mit Leib und Seele zugetan“. Obwohl er berufsbedingt zwischenzeitlich in Hall i.T. seinen Wohnsitz nehmen musste, trat er unmittelbar nach seiner Rückkehr in die Landeshauptstadt beiden Vereinen wieder bei. Von 1885 bis zu seinem Tod im Jänner 1917 wirkte er als Schriftführer und Adjutant beim Kommando der Innsbrucker Feuerwehr.

„Uns allen ist sein loyales Wesen als Wehrkamerad gut bekannt und wissen wir auch, welch treuer Adjutant er durch mehr den 30 Jahren den jeweiligen Leitern unserer Wehr war. Um dies zu sein, sei bemerkt, daß Jenewein sich das Feuerwehrwesen in allen seinen Teilen zu eigen gemacht, indem er in derselben als Steiger, Schlauch- und Wassermann diente, bevor er in die Kommandantschaft als Adjutant und 1. Schriftführer berufen wurde“, heißt es dazu in einem Nachruf.

Neben dem ITV und der Feuerwehr engagierte sich Jenewein in seiner Freizeit auch in der städtischen Armenfürsorge. Viel Zeit für seine Frau Ludmilla und ihre Kinder dürfte ihm da nicht mehr geblieben sein, zumal er sich auch als Kaligraf einen Namen machte und zahlreiche Urkunden und Diplome gestaltet. Bürgermeister Greil würdigte Jenewein in der GR-Sitzung am 25. Jänner 1917 mit einem Nachruf. Er schloß mit den Worten:

„Jenewein war ein alter Innsbrucker, der seine Vaterstadt über alles liebte und stets mit Freuden seine Dienste derselben widmete. Die Stadt wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

(StAI, Archiv der Feuerwehr Innsbruck – Geschenk Erwin Jenewein)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar
  1. Vielen Dank für diesen wunderbaren und wie immer profund recherchierten Beitrag, lieber Herr Egger! Diese Urkunde ist in der Tat ein ganz besonderes Dokument aus der Stadtgeschichte.

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