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Die Evangelische Christuskirche In Innsbruck

Die evangelische Christuskirche in Innsbruck

Am Sonntag, den 4. Juni 1905, wurde der Grundstein zur neuen evangelischen Christuskirche in Innsbruck gelegt. Die Feierlichkeiten begannen bereits am 3. Juni um 20 Uhr mit einer Zusammenkunft im Saal des Hotels Grauer Bär. Am Sonntag um 9 Uhr begann der Festgottesdienst in der alten Kirche in der Kiebachgasse 10. Es predigte der Herr Pfarrer Dr. Fußgänger aus Salzburg. Im Anschluss daran versammelten sich die Festteilnehmer am Bauplatz der neuen Kirche am Ende der Elisabethstraße für weitere Feierlichkeiten.

Ende Oktober 1905 wurden die 3 Glocken (Fis, B, Cis) aus der Kiebachgasse in die neue Christuskirche überführt. Die größte Glocke hat ein Gewicht von 672 kg und alle 3 Glocken wurden 1879 von Graßmayer in Innsbruck gegossen, in Gedenken an Professor Dr. Franz Delitzsch aus Leipzig. 

Am 20. Mai 1906 wurde die Christuskirche mit einem Gottesdienst dann feierlich eröffnet.

Die Glasfenster der Christuskirche sind besonders, weil die meisten in Innsbruck hergestellt wurden in der Tiroler Glasmalerei- und Mosaikanstalt, die es schon seit 1861 gibt, und die Glasfenster zeigen keine Heiligen, sondern Szenen aus der Bibel und der Geschichte des Protestantismus.

Momentan gibt es zwei evangelische Kirchen in Innsbruck, die Christuskirche und die Auferstehungskirche in der Reichenau (wurde 1962-1964 erbaut). 2006 wurde der Innenraum der Christuskirche umgestaltet und es wurde ein barrierefreier Zugang vom Martin-Luther-Platz her geschaffen.

Der Hauptpfarrer der Christuskirche heißt Werner Geißelbrecht und er kommt nur zu besonderen Anlässen in die Kirche.

Ich wohne im Moment genau gegenüber von der Christuskirche in Innsbruck und fand es ungewöhnlich, dass es in meiner Nachbarschaft so eine alte evangelische Kirche gibt, die nur zum Gottesdienst aufsperrt. Es gibt auch manchmal Gottesdienste, da können auch Leute kommen, die nicht evangelisch sind. Konfessionsübergreifend sozusagen. Diese werden vorher angekündigt. Ein Bekannter, der Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde in Innsbruck ist und die Kirche mit seiner Familie öfter besucht, hat mir bereits von ihrer Existenz erzählt, bevor ich zufällig gegenüber eingezogen bin. Ich finde die anerkannte evangelische Religion sehr interessant. Ich finde interessant, dass sie keinen Papst brauchen, weil Martin Luther meinte, dass jeder Mensch im Gebet mit Gott kommunizieren kann und dass es dafür keinen Vermittler, kein Oberhaupt braucht.

Das Titelbild zeigt die Christuskirche kurz nach ihrer Errichtung.

Ich freue mich über Rückmeldungen zu meinem ersten Artikel.

Elias Steger

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Danke Herr Steger für die vielen exakten Daten zur Christuskirche, eine wichtige Landmarke z.B. zur Datierung einer alten Fotografie. Ihr erster Beitrag ist voll gelungen.

    Die abweisende Geste der evangelischen Kirche (und auch der orthodoxen, siehe Herz Jesu Kirche) hat mich ebenso wie sie früher gewundert und manchmal auch gestört, wenn man ein interessantes Inneres nicht betrachten konnte.

    In meiner Schulzeit bemerkte man die evangelische Kirche bzw. Religion am Sammelunterricht für alle evangelischen Schüler der Schule, und neidvoll am zusätzlichen freien Tag des einzigen evangelischen Schülers unserer Klasse am Karfreitag und am Reformationstag. In der selben Schule lernte man Herrn Luther auch mehr oder weniger als Bösewicht, der am 30-jährigen Krieg schuld war. Man muß halt ordentlich vereinfachen, damit sichs die Kinder merken können, gell? Es wurde trotz großflächig protestantischer Bevölkerung in manchen Ländern so hingestellt, daß die Katholischen gewonnen hätten.

    Was am Foto interessant ist, ist der Niveauunterschied zwischen Kirche und Saggen. Und die Villa daneben ist üppiger ausgefallen als der Sakralbau.

    Ich gratuliere auch zur schönen Wohnumgebung.

  2. Glückwunsch zu Ihrem ersten Artikel, Herr Steger, umfangreich und aussagekräftig! Ihre Freude am Recherchieren und Schreiben ist spürbar.
    Die von Herrn Hirsch erwähnte üppig ausgefallene Villa rechts der Kirche scheint kurz vorher fertiggestellt worden sein. In den Adressbüchern wird dieses Gebäude mit der Adresse Elisabethstraße 3 erstmals 1905 erwähnt. Als Eigentümer ist der Kauf- und Handelsmann Georg Fiegl angeführt.

  3. Danke für den gelungenen Beitrag zur Christuskirche!
    Als Ergänzung darf ich beitragen, dass die Christuskirche nicht nur zu Gottesdiensten, sondern sehr oft auch tagsüber geöffnet ist und Besuchern offen steht. Es gibt für Interessierte auch eine virtuelle Kirchenführung, entweder vor Ort über QR-Codes bei verschiedenen Stationen oder auf der homepage innsbruck-christuskirche.at. Pfarrer Werner Geißelbrecht kommt übrigens nicht nur zu besonderen Anlässen in die Christuskirche, sondern ist so gut wie immer vor Ort im Pfarramt oder der Kirche anzutreffen. Und zu den Gottesdiensten (jeden Sonntag um 09 Uhr 30) sind immer alle herzlich willkommen, egal, ob evangelisch oder nicht.

  4. Liebe INNSBRUCK ERINNERT-Leser!
    Auch wenn der Innsbruckbezug nur marginal vorhanden ist, hier meine Geschichte zur evangelischen Gemeinde/Kirche in Innsbruck/Tirol.
    Als vor über 10 Jahren aus Deutschland Übersiedelter habe ich mich, dem religiösen=KIRCHE, nie extrem zugewandt empfunden.
    Als Christ mit seinen Werten schon!
    In Deutschland wird die Kirchensteuer automatisch als Prozentsatz der Lohnsteuer einbehalten.
    Dass dies in Österreich nicht so gehandhabt wird war mir unbekannt.
    Nach 2 Jahren wurde ich entdeckt und willkommen geheißen.
    Die Aufforderung meine Einkünfte offen zu legen habe ich umgehend Folge geleistet.
    Wohlwissend (nach Internetrecherche, bzw. Erfahrungsberichten dort), dass ein Austritt eine Nachforderung der vergangenen Jahre nach sich zieht.
    Aber oh Wunder! Kein Bescheid!
    Nicht nach 3, 5, 8 Jahren.
    Immer mal wieder mit kleinen Ängsten der möglichen Nachzahlung bedenkend nichts unternommen.
    Aber dann nach 10 Jahren doch das Gefühl das ganze bereinigen zu müssen.
    In der für mich nicht zuständigen Gemeinde anonym angerufen um ein ‚kluges‘ vorgehen zu recherchieren.
    Und die Auskunft, mich in meiner Gemeinde zu melden. Der zuständige Herr würde sicherlich wohlwollend und fair mit meinem Anliegen umgehen.
    UND … eine äußerst interessante Konversation, UND keinerlei Nachzahlungen; UND der fixierte Austritt.
    Und das Einvernehmen nicht in ‚in der Kirche‘ sein zu müssen um Christ zu sein, bzw. christliche Werte zu leben.
    In diesem Sinne …

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