Der Mord am Patscherkofel (IV.)
Am 1. Juli 1950, einem Samstag, wurde auf dem Berghotel am Patscherkofel die englische Touristin Helen Munro vermisst. Sie hatte sich am Nachmittag auf einen Spaziergang begeben und war bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht zurückgekehrt. Da man befürchtete, dass sie im Gewitter, das aufgezogen war, verunglückt sein konnte, wurde noch des Nachts eine Suche gestartet. Nachdem diese ohne Erfolg belieben war, schwärmten am folgenden Tag Bergwacht und Gendarmerie aus. Um 3 Uhr wurde die Leiche der Frau in der Nähe der Isshütte gefunden. Wenige Stunden später war die Kriminalpolizei vor Ort. Die Beamten fanden die getarnten und teilweise häuslich eingerichteten Höhlen am Tatort, womit sie, da sie mit den Verbrechen Zingerles im Zillertal vertraut waren, einen dringenden Verdacht gegen ihn hatten.
Nachdem festgestellt wurde, dass er aus seiner Wohnung geflüchtet war, Bestand kein Zweifel mehr. Nun begann eine fast 5-wöchige Jagd auf den entflohenen Mörder. Immer wieder wurde er gesehen, oder man glaubte zumindest ihn gesehen zu haben – selbst aus Wien kamen Meldungen, dass Zingerle dort gesichtet worden sei. In Wahrheit war er Richtung Süden geflohen. Immer wieder wurde er bei Diebstählen von Kleidung und Nahrung ertappt, konnte aber entkommen. Es gelang ihm bis über den Brenner zu fliehen. Bei Mühlbach am 11. August endete jedoch sein Glück, dort wurde er von den Carabinieri schließlich gestellt und verhaftet.
(Mühlbach um 1950, Signatur KR-NE-2769