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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Der Bau Der Nordtiroler Eisenbahn – Nächster Halt Kirchbichl

Der Bau der Nordtiroler Eisenbahn – Nächster Halt Kirchbichl

Wörgl liegt nun bereits hinter uns, und wir nähern uns langsam aber sicher unserem Ziel. Doch bevor wir nach der langen Reise verdient in unseren Endbahnhof einfahren, warten noch einige Aufenthalte auf uns. Der erste davon ist Kirchbichl.

1861 wurde hier eine einfache Ladestelle in Betrieb genommen, erst 1892 wurde diese zum Bahnhof erweitert. Wie das erste Bahnhofsareal aussah, konnte ich leider nicht mehr eruieren, auch in unserer Sammlung findet sich keine historische Aufnahme des Bahnhofs. Fest steht jedoch, dass sich sein Aussehen seit 2012 definitiv geändert hat, da im Zuge einer Renovierung das alte Empfangsgebäude teilweise abgerissen wurde.

Als Titelbild habe ich diesmal eine Aufnahme aus der Sammlung Sommer gewählt. Zu sehen ist das Kirchbichler Zentrum mit dem Gasthaus Drei Grafen sowie mit der Kirche. In unserer Datenbank ist die Aufnahme auf den Zeitraum 1920–1950 datiert. Kann jemand unter unseren Leser*innen diesen Zeitraum vielleicht noch weiter eingrenzen?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, sommer36_091)

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare
  1. Ja, da ahnt man wirklich mehr, als daß man etwas sehen oder klar erkennen könnte. Die zarte waagrechte Linie durchs Gelände – vom Beginn der Innschleife bis zu deren Ende – könnte etwas „Eisenbahn-iges sein… und der helle Fleck am Innufer im Bild rechts könnte genauso eine Sandbank sein….
    ….. und fällt aus allen Wolken, wenn man erfährt, daß von hier, von Kirchbichl, der „Perlmooser-Zement“ per Bahn nach Vils bei Reutte zur Fa Schretter transportiert wurde.
    Die Zementwaggons mußten also, wenn ich es recht bedenke, zunächst in Innsbruck „verschoben“ und an einen Zug der Mittenwaldbahn angekoppelt werden. Jetzt bin ich überfragt. Gabs auf dieser Strecke auch reine „Güterzüge“ – oder nahm das ein Personenzug gefälligkeitshalber mit?
    Und in Garmisch dann – die Außerfernerbahn.
    Meine Hochachtung, daß das offenbar gut funktioniert hat!
    Oder – funktionierts immer noch?

    1. Es funktioniert aktuell nicht mehr.
      Seinerzeit gab es um vier Uhr Früh einen Zug (Sammler) ab Hall in Tirol ins Außerfern. Retour fuhr selbiger mit Fracht von ebendort am mittleren Nachmittag. Die DB-Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und der Grenze bei Ehrwald verträgt keine ÖBB-Lokomotiven mehr (Achslast). Eine Reaktivierung dieser Verkehre ist aber ein Ziel der ÖBB.

      1. Vielen Dank für diesen Einblick, wie es im Bahnalltag so ablief! Und die Güterwägen, in denen der Zement geliefert wurde? Niedrig? Mit halbseitig aufklappbarem Giebeldach ?
        Jetzt wird wohl alles fertig vorverpackt sein, oder?

        1. Darüber weiß ich nichts. Aber ich weiß, dass sich eine deutsche Privatbahn mit alten Lokomotiven (DB-Baureihe 111) welche leichter sind als neue den ÖBB als Partner angeboten haben. Wir werden sehen.

  2. Meines Wissens nach wurde / wird nur e i n Rohstoff bzw. Halbprodukt von Kirchbichl nach Vils zur Endverarbeitung transportiert. Es ist auch nicht mehr die Fa. Perlmooser Zement AG, sondern seit langem schon die Fa. „Schretter & Cie“, welche das ehemalige Zementwerk in Kirchbichl betreibt. Also beliefert die Fa. Schretter & Cie sich selbst.

    Weiters:
    Der damals von der Fa. Perlmooser erzeugte Zement wurde seinerzeit in Silowaggons der Wagengattung „U“ transportiert,- 2-achsig und 4-achsig.

    Die DB-Lokreihe 111 ist meines Wissens nach auch schon lange von der DB ausgemustert; auch kam mir die im Planeinsatz nie vor Kalk,- Mergel- oder Zementzügen nach Vils zum Einsatz. Viel zu schwach. Wenn schon eine DB-Lok alter Bauart, dann 139 oder 140. Die warten praktisch mit der gleichen Leistung wie die DB 111 auf, sind aber auf v/max 110 übersetzt. Die 111er hingegen auf v/max 150 km/h.

    Jedoch fehlen mir genaue Infos über den Verbleib der 111er und die Verwendung ausserhalb der DB AG. Natürlich kann es sein, dass ein privates EVU mit diesen Maschinen die Leistungen für die Firma in Vils erbringt.
    Vor der Elektrifizierung des Streckenabschnittes Reutte – Vils kamen dort ÖBB-V-Tfz. der Reihen 2068, 2043/2143 und 2016 zum Einsatz.

    Der „helle Fleck“ links im Bild ist der bewuchsfreie Teil der Lößwand im Gemeindegebiet von Angath. Die Trasse der Bahn ist hier nicht ersichtlich, da diese unterhalb den Gebäuden – u.a. dem Gebäude der Volksschule Kirchbichl – verläuft.

  3. Das war jetzt sehr interessant für mich! Was sich – unmerklich – alles wieder ändert, wenn man wie ich glaubt, mit dem „Tirol Lexikon“ einigermaßen informiert zu sein…

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