Das kann nicht Innsbruck sein! – XXXIII
Wir sehen eine amerikanisch anmutende Szenerie. Warum eigentlich? Der fade Rasen? Der geschotterte Vorplatz? Ein (wenn auch nicht wirklich amerikanisches) Auto vor dem Haus? Der Bungalow-artige Baustil? Die halbtropische Staude, die von rechts ins Bild hängt? Vermutlich ist es eine Mischung von all diesen Faktoren, die das Foto (für mich) nach Amerika passend erscheinen lässt.
Die Arbeitsmäntel oder auch Riesenhemden können überall sein. Naja, wenn es Riesenhemden sind, dann könnte es die Burger-geformten Leiber von jenseits des Atlantiks sein.
Doch wir kommen zurück zu unserer (richtigen) Anfangs-Hypothese: Das kann nicht Innsbruck sein! Warum?
Ganz einfach: Haben Sie schon einmal so einen Mistkübel in Innsbruck gesehen?
Eben.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Kr/Ne-9216)
In der Heilig-Jahr-Siedlung sah es mal ähnlich aus.
https://innsbruck-erinnert.at/jetzt-helft-uns-weiterbauen-die-heilig-jahr-siedlung/
Erstaunlich übrigens, wie es den beiden Sauerampfern am Schotterrand vorne gelang, einen augenscheinlich akkuraten Hobbygärtner auszutricksen.
Gell, elegant waren sie schon, diese Blechkübel der ersten Hälfte der 50-er Jahre! Das war halt noch „design“, liebevoll entworfen – und so elegant – und dennoch massenproduktionsgeeignet – dieses Modell – und zur Auslieferung stapelbar und platzsparend.
Damals habe ich jemanden sagen hören: „Bildende Kunst gibts nicht mehr. Die wahren Künstler unserer Zeit – das sind die Ingenieure und Architekten…“
Schade, daß wir nie erfahren werden, von wem der Entwurf zu diesem kleinen „Kunstwerk“ stammte – wir wissen nicht einmal, wo es „in Serie“ ging…
Da stund „Patent Ochsner“ drauf.