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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Brot Oder Nicht Brot…

Brot oder nicht Brot…

Man vergebe mir den „shakespeare´schen“ Einstieg ins Thema, aber ich verspreche, am Ende ergibt alles Sinn. Heute schauen wir uns ein Haus in einer Wiltener Südtiroler Siedlung an. Mit dem Hitler-Mussolini-Abkommen vom Juni 1939 und der damit verbundenen „Option“ wurde auch in Innsbruck Wohnraum für die zu erwartenden Optanten geschaffen. Zwischen 1939 und 1944 entstanden mehrere unterschiedliche Wohnanlagen im Stadtgebiet. Ein solches Baugebiet befand sich am südlichen Ende der Speckbacherstraße in Wilten, wo in den Jahren 1940/41 unter anderem das Haus Speckbacherstraße 59 errichtet wurde.

Lange durften die Bewohner dieses Hauses ihr Heim jedoch nicht genießen. Bereits im Dezember 1943 wurde es bei einem Bombenangriff nahezu vollständig zerstört. Auch weitere Häuser der Straße erlitten schwere Schäden, wie auf dem Bild unschwer zu erkennen ist.

Nach dem Krieg wurde das Haus im typischen Stil der Südtirolerhäuser wieder aufgebaut und ist so bis heute zu bewundern. Nun aber zurück zum Brot. Vor wenigen Tagen wurde an das Stadtarchiv die Frage herangetragen, ob sich in diesem Gebäude früher einmal eine Bäckerei befunden hatte. Leider konnten wir weder in historischen Fotografien noch in den Gewerbeakten einen entsprechenden Hinweis finden.

Weiß vielleicht jemand unter unseren Leser*innen mehr darüber? Gab es in der Speckbacherstraße 59 einst frisches Brot oder eben nicht?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ph-A-24372-9, Ph-A-24372-100-3, Ph-G-24445)

Dieser Beitrag hat 10 Kommentare
  1. In beiden identischen Häusern Nr. 59 und war, wie man heute noch sehen kann, jeweils ein Geschäft vorgesehen. Auf Nr. 50 gab es einen Mezger, den Mariner. Eine Bäckerei im Haus gegenüber wäre so gesehen nicht abwegig. Die nächstgelegenen Bäckereien gab es in der Fischerstraße 22 (Messerer) und Haspingerstr. 1 (Pietsch), beide etwa 300m entfernt. In der Wilten-West Studie von Dr. Herbert Geiler sind alle Geschäfte in diesem Geviert, seiner Heimat, aufgezählt, auch mit Insiderinfos wie Namen und Charakter der Besitzer sowie die Qualität der Waren. Er erwähnt den Fleischhauer Mariner (Knorpelige Schnitzel, guter Fleischkäs), das Cafe Bozen (schäbig) und die Trafik am Eck zur Egger Lienz Straße, aber Nr. 59 blieb unerwähnt. Natürlich könnte er es als allereinziges Geschäft vergessen haben. Er hat die Geschäfte auch in einer Karte eingetragen, dann hätte er zweimal vergessen müssen. Adressbücher erwähnen auf Nr. 59 einen Glaser und später eine mechanische Werkstätte (Alois Hofer). Heute ist dort eine elektomechanische Werkstätte, repariert Fernseher usw.

    Nebenbei: Die am ersten Bild sichtbare Mauer aus Steinquadern unregelmäßiger Größe hat unverändert überlebt.

    1. Ob Dr. Geiler jemals das Cafe Bozen betreten hat, wage ich zu bezweifeln. „Das kleine Beissl in unserer Strasse“ war einfach aber nicht schäbig.

  2. Im Haus Speckbacherstraße 57, in diesem Laubenartigen Vorbau habe ich Brot gekauft. Wenn ich mich recht erinnere war es Reither-Brot. Allzulange gab es die Bäckerei allerdings nicht.

  3. Man kann unter Youtube „Das Hirtenlied vom Kaisertal“ eingeben. Es kommt der ganze Film, wobei man mit der Maus den Teil des Films heraussuchen kann, der vor dem Haus Nr. 57 spielt. Wenn man den Film anhält kann man deutlich sehen daß im wiederaufgebauten Haus Nr. 57 ein Lebensmittelgeschäft war. Leider schwenkt die Kamera nicht zum Haus Nr. 59.

    1. Sie werden es nicht glauben aber daran hab ich auch gedacht, aber der Filmtitel ist mir nicht mehr eingefallen. Ein Bub ist auf der Suche nach dem Vater (?) und gelangt auf einem Lkw zum Milchhof. Von dort beamte er sich in die Speckbacher Straße. Dort dürfte er mit den Buben der Umgebung mitspielen wobei das Haus 57ins Bild gekommen ist.. Usw.

      1. Ich wusste den Filmtitel auch nicht mehr, ich habe irrtümlich unter „Gerhard Riedmann-Filmen“ gesucht, da ich der Meinung war, daß er die Rolle vom Erich Auer hatte.

      2. Ich wusste den Filmtitel auch nicht mehr, ich habe irrtümlich unter „Gerhard Riedmann-Filmen“ gesucht, da ich der Meinung war, daß er die Rolle vom Erich Auer hatte. Hab es nicht geschafft zu posten.

    2. Hab mir den Film grade angesehen, d.h. durchgesehen. Aber das ist ein schnulzenreicher Heimatfilm mit dem Franz Muxneder als Blasi, der Knecht. Außerdem in Farbe, ich hab den Film, den wir meinen, in s/w in Erinnerung.

      Könnten Sie den link posten? Vielen Dank!

  4. Vielleicht treiben wir den Film doch noch einmal auf.

    In den online Adressbüchern finden sich wie zum Trost zwei Einträge:

    1944 Molkereiproduktenhandel
    Beiler Paula, Kiosk Neurauthgasse u.Speckbacherstraße 57

    1953 Milchhandlungen (s. a. Molkereien, Molkereiprodukte)
    Beiler Paula, Speckbacherstraße 57

    Zu den Milchprodukten: Unter der selben Rubrik ist auch das mir bekannte Geschäft der Maria Viertler eingetragen, welches ein vollwertiges Lebensmittelgeschäft gewesen ist. Nehmen wir also an, dass Frau Beiler mit ihrer Kiosklizenz in der Speckbacherstraße ein Lebensmittelgeschäft geführt hat. Brot wird es dort sicher auch gegeben haben.

    Was keiner wissen will: Der Kiosk in der Neurauthgasse stand an der Kreuzung zum Frauenanger. Frau Beiler hatte doppeltes Pech. Wenn man die Karte der Bombentreffer konsultiert, sieht man mehrere Einschläge in dieser Gegend. Ebenso wurde die Speckbacherstr. 57 getroffen. Vielleicht gab es 1944 einen provisorischen Kiosk an der Stelle, aus dem nach dem Wiederaufbau ein „richtiges“ Geschäft hervor ging.
    Herbert Geiler wußte auf seiner facebook Seite zum Frauenanger Kiosk zu berichten: Der kiosk gehörte um 1938 einer frau aloisia neurauter (!) und ab etwa 1940 paula und josef beiler.

    1. Ich wusste den Filmtitel auch nicht mehr, ich habe irrtümlich unter „Gerhard Riedmann-Filmen“ gesucht, da ich der Meinung war, daß er die Rolle vom Erich Auer hatte. Hab es nicht geschafft zu posten.

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