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Aus Dem Tourenbuch Der Jenny Steiner II

Aus dem Tourenbuch der Jenny Steiner II

Sind Sie schwindelfrei? Gut, denn wir begeben uns heute auf eine Gratwanderung. Wir begleiten die 25jährige Jenny Steiner und ihre zwei Bergfreunde Kitz und Edi. Gemeinsam brachen die drei am 7. August 1920 zur Überschreitung Brandjoch – Solstein auf. Und das ist Jennys Bericht:

Ein Samstag voll Unentschlossenheit, wohl wegen des zweifelhaften Wetters, ging vorüber u. ein herrlicher Sonntagmorgen brach an, der mich aber noch um 9h früh im Bette fand. Erst die Telefonklingel riss mich heraus, denn Kitz fragte an, ob ich nicht etwas unternehmen wolle, wozu ich natürlich begeistert zustimmte. Um 10h brachen wir von der Innbrücke auf zum Gramartboden. Durch den Rossgraben hinauf war eine schreckliche Hitze, froh war ich, als wir auf der Höttingeralm waren. Bis zum Frau Hittsattel [sic] gings nun wieder bedeutend besser, wir flackten uns dann aber auch eine Weile hin u. sonnten uns. Am Brandjoch wimmelte es von Leuten, weshalb wir wie die „G’ratzten“ zum Hinteren Brandjoch weiterliefen. Dort trafen wir Huter Karl. Nach kurzem Aufenthalt weiter zur Hohen Warte u. kl. Solstein. Hier war unser Programm zu Ende. Vom grossen Solstein stiegen wir durch’s Wörgltal ab u. bei ziemlicher Dunkelheit durch die Kranebitter Klamm hinaus. Wir konnten dann noch lange warten u. die Strasse begucken, bis endlich der Zug kam, der uns wieder nach Hause brachte.

Blick vom Brandjoch in Richtung Westen: Hinteres Brandjoch, Hohe Warte und Kleiner Solstein.

(StAI, Kleinsammlung Familie Georg Steiner)

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