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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Alle Blicken Nach Cortina

Alle blicken nach Cortina

Morgen werden die XXV. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina eröffnet. Cortina wird damit neben Lake Placid, St. Moritz und (natürlich) Innsbruck in jenen Kreis von Städten eintreten, die bereits zweimal Austragungsort von Olympischen Winterspielen waren. Die ersten Spiele in Cortina fanden 1956 statt. Sie bildeten für Innsbruck einen wichtigen Referenzpunkt während der Bewerbungsphase und später, als man 1964 tatsächlich den Zuschlag erhalten hatte, auch bei der Durchführung – wobei man hier auf stark auf Grenoble blickte.

Das heutige Titelbild zeigt ein Werbeplakat für das Cadore und Cortina irgendwo in Norditalien, das mit den Olympischen Ringen und Bergen wirbt (sind es die Drei Zinnen oder der Monte Cristallo?). Die drei Figuren blicken alle gespannt in die Richtung dieser Berge, so wie in den kommenden Tagen wohl auch alle Wintersportfans.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum KR-DIA-11)

Dieser Beitrag hat 14 Kommentare
  1. Also, der Monte Cristallo ist es nicht. Ob irgendjemand in unseren Medien aus Anlass der Olympiade daran denkt, dass Cortina Ur-Tirol ist? Der Ort hatte im und nach dem ersten Weltkrieg ein besonders schweres Schicksal. Nach der Kriegserklärung Italiens musste das Ampezzo und Buchenstein der ital. Armee überlassen werden, man konnte mangels Truppen die Tiroler Grenze nicht zur Gänze verteidigen , da der größte Teil der k.u.k Armee an der russischen Front gebunden war. Erst im November 1917 gehörte Cortina wieder zu Tirol, allerdings nur bis zum unglücklichen Kriegsende. Als Teil Südtirols viel es an Italien. Die ladinischen Bewohner weigerten sich massiv, Italiener zu werden. Als Folge dessen wurden sie von Mussolini bestraft und der rein italienischen Provinz Belluno zugeschlagen. Die Bewohner haben nach wie vor starke Bindungen zu Tirol, wie auch durch den Versuch, sich an Südtirol anzuschließen, deutlich wurde. Bei einer 2010 durchgeführte Volkabstimmung sprachen sich 72 Prozent für den Anschluss an Südtirol aus.

    1. Da möchte ich Ihnen heute wirklich danken! Es tut so gut zu lesen, daß sich noch jemand an dieses Ttirol erinnert, das seit Kaiser Maximilian bis 1918 bestand.

  2. Hatte man alles dem unglücklichen österreich-ungarischen Anfang des Krieges zu verdanken. Lustig, wie man das immer unter den Teppich kehrt.

    Den Drei Zinnen wird es wurscht sein. Auch dass sie als dumbe, unverrückbare Felsen zum Weltkulturerbe hochstilisiert wurden.

    Mir gefällt das Plakat der EPT Belluno (welch furchtbares Schicksal, zu Belluno zu gehören). Eigentlich eine liebenswürdige Verhohnepippelung des damals gut gekleideten(!) Standardtouristen in seiner Aura der staunenden Ahnungslosigkeit. Plakate genau dieses Stils hab ich auch aus anderen Gegenden in Erinnerung. Die ewige Zwangsbespaßung war noch nicht erfunden und die Saison dauerte noch nicht elf Monate

    Danke herzlich Herrn Raimund Mair für den Link zu den Parodisteln. Ein netter Kontrapunkt zur derzeit kritiklos grassierenden Jubelstimmung „50 Jahre Verschuldung“.

    1. Da braucht man nichts unter den Teppich kehren, denn es dürfte wohl bekannt sein dass die serbische Terrorgruppe, die Schwarze Hand, einen Anschlag auf den Erzherzogthronfolger und seine Gattin in Sarajevo verübten.
      Durch die tödlichen Schüsse, abgefeuert vom Attentäter Gavrilo Princip, wurde das Ehepaar getötet.
      Bei etwaiger Kritik sollte dann halt dieses Ereignis nicht unter den Teppich gekehrt werden.

    2. Da wird gar nichts unter den Teppich gekehrt. Es dürfte wohl bekannt sein, dass die Terrorgruppe, die SCHWARZE HAND, einen
      Anschlag in Sarajevo auf den Erzherzogthronfolger und dessen Gattin planten und auch ausführten. Durch die tödlichen Schüsse, abgegeben vom Terroristen, Gavrilo PINCIP, wurde das Ehepaar getötet.
      Bei etwaiger Kritik sollte diese Wahnsinnstat dann aber auch nicht unter den Teppich gekehrt werden.

      1. Ja, das ist mir schon bekannt. Aber deswegen eine Krieg anzufangen hätte man nicht müssen. Wie aus den zum Gedenkjahr 2014 erschienenen Publikationen zu entnehmen war, ist das Attentat auf den Thronfolger nur ein willkommener Anlass für einen geradezu sehnlichst herbeigewünschten Krieg gewesen. Der Grund war wieder einmal irrationale Angst vor einem Zustand, der dann erst durch den Krieg tatsächlich eingetreten ist. Tragikomödie pur. Als der Krieg dann ausbrach, war die Bevölkerung zwar leicht zu begeistern, aber im Grunde doch überrascht. Das geht z.B. auch aus den Aufzeichnungen meines Großvaters und den Augenzeugenberichten eines betagten Großonkels zurück, also Information aus erster Hand.
        Was jetzt später mit Südtirol für ein Stunk mit den Faschisten und Mussolini losgegangen wäre, die ja auch Abessinien als ur-italienisch angesehen haben, ist nicht einmal als Spekulation abzuschätzen.
        Tut mir leid, wenn ich Sie verärgert habe.

        1. Österreich/Ungarn war in dieser Zeit in Europa eine Großmacht und als solche hätte jede andere Großmacht mit Sicherheit
          genauso reagiert, wenn der Thronfolger mit seiner Gattin ermordet worden wäre. Ungeschickt war meiner Meinung nach die
          Reaktionen und Forderungen des deutschen Kaisers, aber auch die des damaligen österreichischen Außenministers sich
          auf diese einzulassen.
          Die Emotion zu diesem Thema ist bei mir sehr groß, da mein Vater (Jahrgang 1895) im 2. Regiment der Tiroler Kaiserjäger
          diente und nach Kriegsende noch einige Monate in italienischer Kriegsgefangenschaft, wo es ihm eigentlich relativ gut
          ging, verbrachte.
          Trotz kurzer Verärgerung meinerseits wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

  3. Dem Himmel sei Dank, dass es Menschen wie sie gibt Herr Hirsch, die andere auf ihre Unzulänglichkeiten hinweisen. Daraus die Erkenntnis ziehend, versuche ich mich ab sofort in einer anderen Branche und steige ich beim Gold ein, das gerade hoch gehandelt wird und beginne beim Schweigen.

  4. Österreich/Ungarn war in dieser Zeit in Europa eine Großmacht und als solche hätte jede andere Großmacht mit Sicherheit
    genauso reagiert, wenn der Thronfolger mit seiner Gattin ermordet worden wäre. Ungeschickt war meiner Meinung nach die
    Reaktionen und Forderungen des deutschen Kaisers, aber auch die des damaligen österreichischen Außenministers sich
    auf diese einzulassen.
    Die Emotion zu diesem Thema ist bei mir sehr groß, da mein Vater (Jahrgang 1895) im 2. Regiment der Tiroler Kaiserjäger
    diente und nach Kriegsende noch einige Monate in italienischer Kriegsgefangenschaft, wo es ihm eigentlich relativ gut
    ging, verbrachte.
    Trotz kurzer Verärgerung meinerseits wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

  5. Bei meinem Laptop gibt es offensichtlich ein Problem mit der Sendefunktion, sodass zwei gleiche Kommentare zum selben Thema
    aufscheinen.

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