50 Jahre Hallenbad Olympisches Dorf (II)
Nachdem das Hallenbad im Olympischen Dorf über 15 Jahre als eine beliebte Freizeitattraktion für Jung und Alt fungierte, kam es im Jahr 1992 zu einem schweren Rückschlag. Am 24. Jänner gegen 11:30 Uhr heulten im ganzen Stadtgebiet die Sirenen. Das Hallenbad stand in Flammen und die Feuerwehr musste zu einem Großeinsatz ausrücken. Die Freiwillige Feuerwehr Arzl, Neu-Arzl, Mühlau, Reichenau, Amras und Rum beteiligte sich mit ca. 100 Mann am Einsatz. Zum Glück konnten sich sowohl alle Sauna- als auch Badegäste retten. Besondere Angst hatten die Rettungskräfte vor einer potenziellen Beschädigung der Chlorgasbehälter, da daraus ätzende Gifte austreten konnten. Die Bevölkerung wurde von der Polizei mittels Lautsprecherwagen davor gewarnt und gebeten, ihre Fenster zu schließen und zuhause zu bleiben, jedoch nur mit wenig Erfolg. Die Einsatzkräfte stellten fest, dass der Brand von der Sauna ausging.
Der Winter machte es der Feuerwehr nicht leicht. Für das Löschwasser notwendige Hydranten waren zugefroren und nur durch schwere Handarbeit mit Pickeln zugänglich. Der zeitgenössische Zeitungsbericht spricht von einer halben Stunde Verzögerung durch Schnee und Eis. Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden an. Zum Austritt von Chlorgas kam es letztlich nicht und die Feuerwehr konnte gegen 13 Uhr bereits eine Entwarnung geben.

Das Unglück war nur von kurzer Dauer. Die Stadt machte sich rasch an den Wiederaufbau sowie an die Modernisierung des Hallenbads. Der Rohbau war bis Mitte des Jahres wiederhergestellt und das Schwimmbad samt Sauna sollte ab 15. September wieder frei zugänglich werden. Letztlich wurde die Einrichtung am 20. Oktober 1992 wiedereröffnet. Im September kam es lediglich zu einem Probebetrieb. Die Schäden des Brandes beliefen sich auf rund 11 Millionen Schilling.
Das Video zeigt den Beitrag von Tirol Heute vom 24.01.1992. Der Mitschnitt stammt aus den Beständen der Berufsfeuerwehr Innsbruck und die Veröffentlichung auf unserem Bilder-Blog erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch den ORF.
Zu den Neuerungen gehörte ein Pult-Kaltdach zur besseren Wärmedämmung. Über der Schwimmhalle wurde das ehemalige Flachdach durch ein Giebel-Kaltdach ersetzt. Zur Einsparung von Energie wurden fortan die Sauna und der Garderobentrakt mit einem neuen Lüftungssystem ausgerüstet. Die Sauna bekam ein Kneippbecken mit Dampfkammer. Zudem waren die Saunakammern auf 30 bis 40 Personen ausgerichtet. Zusätzliche Fenster im Saunabereich sollten es Eltern erleichtern, einen Blick auf ihre Kinder während des Saunaaufenthaltes zu behalten. Eine Schallschutzdecke wurde gegen den zuvor eher hohen Lärmpegel in der Schwimmhalle installiert.

Dieses Ereignis liegt nun fast 35 Jahre zurück. Einige unter Ihnen haben bestimmt die Feuerbrunst im Olympischen Dorf miterlebt. Wie haben Sie diese Geschehnisse wahrgenommen? Haben die in diesen Zeitungsausschnitten angekündigten Modernisierungsmaßnahmen den Aufenthalt im Hallenbad für Sie buchstäblich verbessert?
Das Titelbild zeigt das Hallenbad im Jahr 1982, bevor das Gebäude den Flammen zum Opfer fiel. Eine Aufnahme des Schwimmbads um 1992 konnte ich leider nicht in unseren Beständen ausfindig machen.
(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Ph-22297, SiNa-0463, SiNa-0464)
Amtsblatt: Stadtnachrichten. Offizielles Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck, Nr. 6, S. 30.
Riccardo Geisler