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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Brandkatastrophe In Tumpen

Brandkatastrophe in Tumpen

Das Titelbild zeigt eine im August 1905 gelaufene Postkarte. Adressiert war die Karte an den „Wohlgeborenen Herrn Karl Gostner, Inhaber der Firma Leopold Hepperger“ in Innsbruck. Abgebildet ist auf der Bildseite die Ortschaft Tumpen in der Gemeinde Umhausen im Ötztal nach der Brandkatastrophe am 1. Juli 1905. Von den Gebäuden stehen nur noch die Kamine und ein Teil des Mauerwerks.

In den Innsbrucker Nachrichten vom 3. Juli 1905 wurde über den Brand berichtet. Interessant und aus heutiger Sicht ungewöhnlich an dem Artikel ist, dass darin Berichte von drei unterschiedlichen Berichterstattern „aneinandergereiht“ wurden: „Aus Umhausen wird uns geschrieben: Am 1. Juli verheerte ein Großfeuer einen Teil der Ortschaft Tumpen in der Gemeinde Umhausen im Ötztale. Es fielen dem verheerenden Elemente 10 Wohnhäuser, darunter zwei Doppelhäuser nebst Ökonomiegebäuden zum Opfer. Das Feuer griff so rasch um sich, daß auch Vieh- und Bargeld mitverbrannte. Die Entstehungsursache ist Spielen mit Zündhölzchen seitens kleiner Kinder. Der Gesamtschaden beträgt nach dem Ergebnis der gestern vorgenommenen kommissionellen Erhebung 141.000 Kronen, durch Versicherung gedeckt sind 12.000 Kronen. Der Herr Statthalter hat eine Unterstützung von 300 Kronen angewiesen. Von anderer Seite wird uns geschrieben: Während fast alle Leute auf dem Felde waren, entstand am 1.d. M. in Tumpen gegen 9 Uhr Vormittag ein heftiger Brand. Das Feuer verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß in der Zeit von einer halben Stunde 12 Häuser, welche doch in größeren und kleineren Zwischenräumen von einander standen, vom wilden Elemente erfaßt wurden. Nur der Hilfe rasch herbeigeeilten Feuerwehren von Habichen, Ötz, Umhausen (und etwas später kam die von Längenfeld) ist es zu danken, daß Kirche, Widum, Schulhaus und 12 andere Häuser, Städl und Stallungen gerettet wurden. Auch 2 Kühe und ein Kalb sind verbrannt. Menschenleben ist Gott sei dank keines zu beklagen. Die vom Brande Betroffenen gehören samt und sonders der Klasse der Armen an. Die Brandversicherung ist dem Vernehmen nach bei allen nur gering. Der Landtagsabgeordnete Haid hat bereits mit dem Ortspfarrer eine Hilfsaktion eingeleitet, da das Elend groß ist. Einem dritten uns zugekommenen Berichte entnehmen wir noch folgendes: Das Feuer kam in einem Heustadel aus. In etwa 3 Stunden waren 12 Wohnhäuser total niedergebrannt. Da die Ortsbewohner um diese Zeit auf dem Felde mit Heuen beschäftigt waren, konnte an Habseligkeiten wenig oder gar nichts gerettet werden. 13 Parteien wurden vollkommen obdachlos. Im Hause wo das Feuer entstanden ist, sind zwei Kühe und ein Kalb verbrannt Es sind meistens ganz arme Parteien, welche durch dieses Unglück wirklich sehr hart betroffen werden. Als die Feuerwehren gegen 11 Uhr mittag auf dem Brandplatze erschienen, u. zw. die von Umhausen, Ötz, Habichen und Längenfeld, brauchte es, da das Wasser fehlte und erst zugeleitet werden mußte, eine lange Zeit, bis die Spritzen in Tätigkeit kommen konnten. Es mußten nun die Häuser, welche in Gefahr standen, bewacht werden und die schon brennenden Objekte den Flammen überlassen werden. Zum Glücke herrschte ziemliche Windstille. Wie das Feuer entstanden ist, kann nicht bestimmt gesagt werden; es wurden Stimmen laut, daß es tabakrauchende Kinder angeschürt haben sollen. Es muß noch bemerkt werden, daß 3 fremde Herren, welche in Ötz in der Sommerfrische sind, sich an den Löscharbeiten sehr fleißig beteiligt haben. Und als sie bemerkten, daß die Leute von der Arbeit erschöpft waren, spendeten sie zwei Fasseln Bier und mehrere beim Brande Verunglückte wurden von ihnen mit Geld beschenkt.“

(Stadtarchiv Innsbruck, Sommer 4-085)

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