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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Unverhofft Kommt Oft … (III)

Unverhofft kommt oft … (III)

Wenn Sie sich beim Anblick des Titelfotos denken, dieses Häuschen hab ich hier doch schon einmal gesehen, dann irren Sie sich nicht. Im März 2026 war es im Beitrag Rätselhaftes von der Hungerburg aus anderer Perspektive zu sehen, wobei die genaue Lage des Häuschens ebenso unklar war, wie dessen Geschichte. Durch eine Anfrage bin ich jetzt des Rätsels Lösung deutlich Näher gekommen.

Das Häuschen wurde von Dr. Franz Gruener (1879-1953), einem schillernden Rechtsanwalt und sozialdemokratischen Politiker, im Jahr 1912 als „Gruener Hütte“ erbaut, am 6. Oktober 1912 „im Freundes- und Parteikreis […] eröffnet und das Eigentum unter Fruchtgenußvorbehalt des Erbauers und seiner besseren Ehehälfte dem Verein ‚Arbeiterheim‘ zum Nutz und Frommen der Partei übergeben.“ An der Einweihungsfeier nahmen auch prominente Sozialdemokraten wie Martin Rapoldi (1880-1926) und Johann Orzag (1880-1938) teil.

Diese Aufnahme aus dem Sommer 1912 zeigt die „Gruener Hütte“ im Rohbau.

Nur wenige Tage nach dieser Feier brachen Diebe in die Hütte ein und stahlen „ein Hirschgeweih, ein[en] 20-Ender, im Wert von 240 Kronen“.

Hinsichtlich der Lage der Hütte, die Gruener recht großspurig als Ansitz bezeichnete, bietet das Titelfoto Anhaltspunkte. Ich denke, dass wir links im Hintergrund die Häuser mit den heutigen Adressen Höhenstraße 110 und 112 sehen und die Hütte somit ein Stück unterhalb der Höhenstraße stand …

Vielen Dank an die Kollegen von der Bibliothek des Ferdinandeums für die Erlaubnis, diese Fotos zu verwenden!

(Fotos: TLMF, Bibliothek, Gästebücher Franz Gruener)

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