Staatsgrenze nach Hötting
Aus den losen Albumblättern der Mayers erscheint heute eine hier gar nicht so oft zu sehende Szene aus der Ecke der Mariahilfstraße, die hier noch zwei Hausnummern 44 und 46 hat und heute als Kirschentalgasse nach Hötting führt. Der Fotograf steht leicht erhöht, vermutlich auf dem Steg über den Höttinger- oder Mariahilfbach, der hier zwischen den Häusern herunter geführt wurde. Heute verläuft er genauso, nur unterirdisch. Dieser Übergang war auch die Grenze nach Hötting; der Platz mit dem Brunnen und die daran grenzenden Häuser waren immer Gemeindegebiet von Innsbruck.
Die Szene wirkt wie ein kühler Herbsttag. Die Sonne steht nicht mehr besonders hoch im Süden und die Menschen tragen warme Mäntel. Das Haus Nr. 44 gehörte der Familie Köhle, die hier auch den Gemischtwarenhandel und die Stehbier“halle“ betrieb. Letztere findet sich im Adressbuch von 1947 sowohl als Bierhalle als auch als Frühstücksstube. Das Haus Nr. 46 gehörte der Familie Huter, bisweilen auch Hutter geschrieben. Sie betrieben im Haus Nummer 48 (links vom Fotografen) einen Kolonialwarenladen. Josef Gostner verkaufte hier auf #46 Obst und Gemüse.