Zahl des Monats: #Juli 2026
… Tage lang hat die vergangene „Hitzewelle“ des Juni 2026 angehalten. Unter „Hitzewelle“ verstehen Meteorologen und Statistiker aufeinanderfolgende „Tropentage“, wobei ein „Tropen-“ oder „Hitzetag“ wiederum als Tag definiert ist, an dem die Maximaltemperatur auf mindestens 30,0 °C klettert. Es hatte also im Juni 2026 an 13 aufeinanderfolgenden Tagen, genauer gesagt vom 18. bis zum 30., jeweils mindestens 30 Grad – im Schatten wohlgemerkt. Auch den bislang höchsten in Innsbruck gemessenen Temperaturwert hatte der Juni im petto: am 27.6. stieg das Quecksilber auf 38,7 °C und löste damit das bis zu diesem Zeitpunkt höchste Maximum von 38,5 °C aus dem Jahr 2019 ab.
Hitze bzw. tropische Temperaturen kommen bekanntlich nicht nur im Juni vor, sondern auch in den Sommermonaten Juli und August. Deshalb sind die Mitarbeiter des Statistikreferats (temporär) in die Rolle von Historikern geschlüpft, um die analogen, verstaubten Wetterbeobachtungsbögen seit 1958 aus den Archiven zu heben und diese auf Hitzetage hin zu durchforsten. Als Ergebnis dieser Recherchearbeit steht fest, dass die 13-tägige Hitzewelle des Juni 2026 nicht die längste war, die Innsbruck bisher erlebt hat. So gab es im Jahr 2023 eine Hitzewelle von 15 aufeinanderfolgenden Tropentagen – vom 11. bis zum 25. August. Auf Platz zwei folgt eine 14-tägige Hitzewelle aus dem Jahr 2018 – vom 27. Juli bis zum 9. August. Dabei ist zu bedenken: wäre auch der 26. Juli ein Tropentag gewesen, so hätte er die Lücke zu den beiden Tropentagen 24./25. Juli geschlossen, und wir sprächen heute von einer 17-tägigen Hitzewelle.
Damit aber nicht genug: vielleicht erinnert sich noch jemand an den Sommer 2013. Für diesen steht ebenfalls eine Hitzewelle von 14 Tagen in den Wetterannalen (16. bis 28. Juli). Das Besondere besteht hier darin, dass nach einem Tag „Abkühlung“ (am 29. Juli) eine weitere 9-tägige Hitzeperiode folgte. Ohne den besagten Unterbruch spräche man heute also von einer Hitzewelle von nicht weniger als 24 aufeinanderfolgenden Tagen. Auch der bis heute in manch anderer Wertung (z. B. höchste Mitteltemperatur) als „Rekordsommer“ zu bezeichnende Sommer 2003 brachte es – wie der heurige Juni – auf eine Hitzewelle von 13 Tagen.
Rückblickend lässt sich sagen, dass es derartige Hitzewellen im zweistelligen Tagesbereich vor 2003 in Innsbruck nicht gegeben hat. Im Gegenteil: zwischen 1958 und 2002 lag die durchschnittliche Hitzewelle-Dauer bei statistisch betrachtet 3,26 Tagen. Die Grafik listet die zehn längsten Hitzewellen in den Innsbrucker Sommern seit 1958 auf. Wie unschwer zu erkennen ist, befindet sich kein Sommer vor 2003 darunter. Zum Vergleich: im Jahr 1978 gab es den ganzen Sommer hindurch nur einen einzigen Tropentag, nämlich den 29. Juli.

Danke für diese sehr interessante stadtklimatische Betrachtung, die auf Basis nachprüfbarer Zahlen ganz konkrete Auswirkungen der menschengemachten Klimakatastrophe in Innsbruck zeigt, die abzumildern uns jetzt und in den nächsten Jahrzehnten viel, viel Steuergeld kostet. Allein schon die richtliniengerechte Anpassung aller österreichischen Schulen und aller anderen öffentlichen Gebäude mittels Sanierungs- und Umbaumaßnahmen und Nachrüstung mit energieeffizienten Klimaanlagen wird in die Milliarden gehen, und das ist nur ein Aspekt von vielen, den auch weite Teile der österreichischen Bevölkerung uns herbeigedieselt haben.
Ergänzend hier noch ein Link zur Stadtklimastudie von 2022, die den klimapolitischen Weg vorgibt: https://www.innsbruck.gv.at/_asset/0bfe2514-d4d0-4d65-8e5f-4a9e20b6c1e2