Gipsbomber
Wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen. Das gilt auch für Winterurlauber. So erklärte Airline-Chef Jakob Ringler im März 2009 den Leserinnen und Lesern der Tageszeitung Der Standard, was man bei uns in Tirol unter einem „Holländer-Triathlon“ versteht: „Mit dem Lift auf die Piste, mit dem Hubschrauber ins Spital und mit dem Gipsbomber zurück nach Hause […].“
Tatsächlich standen die Holländer an der Wiege der „Gipsbomber“. Aber was denken Sie, liebe Leserin, lieber Leser, seit wann gibt es diese (also die „Gipsbomber“, nicht die Holländer ;)) eigentlich?
a) seit dem Winter 2007/08? b) seit seit dem Winter 1997/98? c) seit dem Winter 1987/88 oder doch d) seit dem Winter 1977/78?
Hier können Sie die Lösung aufklappen
Korrekt ist Antwort d), wobei ich gestehen muss, dass es mich das selbst etwas überrascht hat. Bereits am 28. Jänner 1978 brachte die Tiroler Tageszeitung unter der Überschrift „Gipsbomber“ unterwegs einen kurzen Bericht über einen neuen Service des niederländischen Touring-Clubs für verunfallte Skiurlauber. Nahezu gleichzeitig wurde auch der Spitzname „Gipsbomber“ geboren, der sich rasch etablieren sollte. Nur wenige Tage später erschien in der TT unter der Schlagzeile Mit „Gipsbomber“ unterwegs nach Amsterdam eine ausführliche Reportage zum Thema. Aber lesen Sie selbst:

Von Beginn an führte die niederländische Fluggesellschaft Martinair Sammeltransporte für verletzte holländische Winterurlauber durch, zunächst zwischen München-Riem und Amsterdam, ab Feber 1980 dann auch zwischen Innsbruck und Amsterdam. Unser Titelfoto zeigt jene zweistrahlige MD-82 Super der Martinair, die am Samstag, den 19. Februar 1983 in Innsbruck gelandet war, um 36 verunfallte Wintersportler zurück nach Holland zu bringen. „Mit an Bord des ‚Gipsbombers‘ waren natürlich auch Ärzte und Krankenpfleger, um die Patienten bei ihrem Heimflug zu betreuen“, so die NTZ.
Vielen Dank an Dr. Tanja Chraust für die Informationen rund um die Martinair!
(StAI, Archiv der NTZ, Foto Erich Birbaumer)