Handball-Staatsmeisterschaft 1947
Das Titelbild zeigt ein Plakat mit dem für den Besuch des zweiten Vorrundenspiels im Rahmen der Handball-Staatsmeisterschaft 1947 geworben wurde. Der Landesmeister von Oberösterreich, der A.T.S.V. Linz, trat am 13. Juli 1947 gegen den Tiroler Landesmeister, die Mannschaft der Turnerschaft Innsbruck, am Tivoli Sportplatz an.
Selbstverständlich wurde das Sportereignis auch in der Tiroler Tageszeitung entsprechend angekündigt. Am 12. Juli 1947 erschien der folgende kurze Artikel: „Das Handballspiel des Jahres. Sonntag vormittags werden sich wohl alle Anhänger des Rasensportes zu diesem Rückspiel unseres Landesmeisters, Turnerschaft Innsbruck, gegen den sagenhaften ATSV. Linz, Oberösterreichs Besten, einfinden. Die Turner stehen wegen ihrer vorsonntägigen Niederlage auf Linzer Boden von 7:16 gewissermaßen schon auf verlorenem Posten; zumindest theoretisch. Praktisch muß erst die Probe aufs Exempel durch die Linzer erfolgen. Praktisch sind aber die Turner noch nicht erledigt. Sie dürfen sich von der Größe des Gegners keineswegs nervös machen lassen, müssen taktisch richtig den Hebel ansetzen und nicht so wie in Linz in der letzten Viertelstunde, 32mal neben und über das Tor schießen oder dem Torhüter in die Hände spielen. Dann kann Linz mit der gleichen Ueberraschung nach Hause geschickt werden, als sie die Turner in Linz erleben mußten.“
Obwohl ein Sieg der Heimmannschaft alles andere als sicher war, fanden sich 3500 Zuschauer am Tivoli-Sportplatz ein, um das Spiel zu verfolgen. Sie wurden allerdings von der Leistung der Tiroler Mannschaft enttäuscht. Die Linzer siegten klar mit 14:7. In der Tiroler Tageszeitung vom 14. Juli 1947 folgte eine recht nüchterne Betrachtung des Spiels: „Linzer Handballsieg von 14:7 (8:3). Trotz des Hofgarten-Radrennens hatten sich gut dreieinhalbtausend Zuschauer auf dem Tivoliplatz zum Rückspiel in der Handball-Staatsmeisterschaft der Turnerschaft Innsbruck gegen den ATSV. Linz eingefunden. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Linzer waren um so viel besser, als die Turner gegenüber dem vorigen Herbst im Stürmerspiel schlechter geworden sind. Im Felde selbst bestand kein wesentlicher Unterschied. Schade, daß den in so gehobener Stimmung befindlichen Zuschauern nicht mehr Gelegenheit gegeben wurde, dies bei entsprechenden Leistungen der Heimischen im Beifall zu beweisen. Die Linzer waren vor allem taktisch auf der Höhe und im anderen sorgte ein wurfkräftiger Sturm für die ziffernmäßige Ausnützung des Vorteils. Von 16 Torwürfen in der ersten Halbzeit führte die Hälfte zum Torerfolg, während die Turner von 15 Würfen nur 3 ins Tor brachten. Nach Seitenwechsel landeten von 18 Torwürfen der Linzer 6 im Tor der Turner, während die Turnerstürmer aus 22 Schüssen nur 4 Erfolge zuwege brachten. Der einzige, der im Stürmerquintett der Heimischen befriedigen konnte, war Schöpf. Die Linzer haben verdient, auch in diesem Ausmaß gewonnen, doch waren in der Mannschaft Schwächen zu erkennen, die keineswegs schon in dieser Elf den künftigen Handball-Staatsmeister erblicken lassen. Der Salzburger Pfeifenmann Köpf war zeitweise aufreizend subjektiv gegenüber den Turnern. Damit scheidet die Turnerschaft Innsbruck aus dem Bewerb der Staatsmeisterschaft.“
(Stadtarchiv Innsbruck, Pt-409)