Das Schmiedehandwerk (IV.)
In Innsbruck werden die „smide“ erstmals 1410 am Inntor erwähnt. Der erste Schmied, der uns in den Beständen des Stadtarchivs begegnet, ist Oswalt Velder, der als Zeuge bei einem Kaufvertrag für ein Haus in einer Urkunde 1476 in Erscheinung tritt. Einen Goldschmied finden wir schon 12 Jahre vorher, auch generell werden sie deutlich häufiger erwähnt.
1614 verlieh Erzherzog Maximilian den Innsbrucker Messerschmieden eine von ihnen selbst verfasste Handwerksordnung – allerdings mit einigen Abänderungen durch den Rat bezüglich des Gesellengelaits, d.h. des Geleitbriefes, den die Gesellen auf ihre Wanderschaft mitbekamen. Auch an den Kosten der Freisprechung von Lehrjungen, also für ihren Aufstieg zum Gesellen, hatte der Rat etwas geändert.
Es gab übrigens in den Zunftordnungen nicht nur Gebühren für den Aufstieg zum Gesellen, sondern für so ziemlich alles, was der Handwerker tun wollte. Besonders der Schritt zum Meister wurde im Laufe der Zeit unzähligen Kosten überwuchert, teils mit dem bewussten Ziel, nicht zu viel Konkurrenz aufkommen zu lassen. Neben den direkten Zahlungen an die Lade der Zunft kam zum Beispiel gerne die Verpflichtung, allen bestehenden Meister ein Festessen zu spendieren. Also Vorsicht, wenn Sie sich das nächste Mal über eine Abgabe beschweren – seien Sie froh, dass sie das Finanzamt nicht ins Haubenlokal einladen müssen…
(Ansicht von Innsbruck aus dem Schwazer Bergbuch 1556 – gut zu sehen ist das erwähnte Inntor, Signatur Ph-11458)