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Der Bilderblog aus dem Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Flugunfall

Flugunfall

Heute zählt das Flugzeug als das sicherste Verkehrsmittel. Doch in den Anfangszeiten des Flugwesens war man völlig auf das fliegerische Können der Piloten angewiesen, weil die damaligen technischen Flughafeneinrichtungen für die  Flugsicherheit noch sehr bescheiden waren. Daher kam es nicht selten zu Notlandungen und auch zu Flugunfällen. Davon war auch der erst am 1. Juni 1925 feierlich in Betrieb gegangene Flughafen Innsbruck in der Reichenau betroffen. Nur wenige Monate später (31. Oktober 1925) wurde die Kursmaschine München-Innsbruck des Süddeutschen Aero Lloyd mit dem Kennzeichen D 756 (Besatzung: 1, Passagiere: 4, Länge: 11,65 m, Spannweite: 16,10 m, Höhe: 3,20 m, Reisegeschwindigkeit: 120 km/h, Reichweite: 650 km und Startmasse: 1.900 kg) im Zuge des Landeanflugs am Innsbrucker Grasflugfeld plötzlich von einer Böe erfasst. Dadurch wurde der Flugzeugbug in die Höhe gedrückt, worauf sich die einmotorige Fokker-Grulich F II a mit dem Namen „Dievenow“ (= heute: die Stadt Dziwnów an der polnischen Ostküste) auf das Schwanzende stellte und anschließend rückwärts zu Boden fiel. Während der Pilot unversehrt war, hatten die vier geschockten Passagiere Glück, weil sie nur leichte Verletzungen erlitten. Beim Fluggerät waren jedoch nicht nur sämtliche Fensterscheiben zertrümmert, sondern auch die Propellerblätter und auch die Tragflächen wurden so beschädigt, dass das Flugzeug für die notwendigen Reparaturarbeiten nach München überstellt werden musste. Erst im Zuge der 1927/28 vorgenommenen Verbesserungsmaßnahmen aller Flughafenanlagen in Österreich erhielt das Innsbrucker Flughafengelände eine eigene Flugwetterwarte. Damit wollte man eine markante Verbesserung des Flugwetterdienstes erreichen, weil für den Einzugsbereich des Innsbrucker Flughafens bisher nur die Meldungen der Wetterwarten von der Zugspitze, Hafelekar und Patscherkofel zur Verfügung standen. Nach Fertigstellung der Anlage übernahm im Frühjahr 1929 Dr. Theo Ebster die Leitung der Flugwetterwarte und der Flugfunkstelle am Innsbrucker Flughafen. Somit war es nun möglich, für jeden Piloten vor dem Abflug eine Flugwetterkarte zu erstellen, was vor allem der Verbesserung der Flugsicherheit diente.

Mehr zur Geschichte des Innsbrucker Flugwesens können Sie im Jubiläumsband nachlesen.

Autorin: Tanja Chraust / Foto: Slg. Tanja Chraust

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