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„Vater Zach“

„Vater Zach“

Ach ja, die Seilergasse. Wie viele Geschichten kannst du uns erzählen? Hier auf diesem Bild, vermutlich aus den 1920er oder 1930er Jahren, blicken wir hinunter Richtung Stadtturm. Links zu erkennen die Spirituosenbrennerei Schindler und das Gasthaus zum Goldenen Löwen. Rechts erkennt man den Gasthof Goldener Hirsch und drunter im Erdgeschoss sieht man eine Aufschrift die lautet „Josef Zach Bäckerei“.

Seit 1816 war der Gasthof Goldener Hirsch in der Seilergasse 9 im Besitz der Familie Unterberger. Josef Zach, geboren am 30. Dezember 1852, kaufte den Gasthof 1885 und richtete sich im Untergeschoß eine Bäckerei ein (So ein (Goldener) Hirsch!). Unter seiner Führung als „Hirschenwirt“ wurde der Gasthof ein neuer Treffpunkt für Künstler und Gelehrte, Studenten fanden bei ihm einen günstigen Mittagstisch und katholische Vereine hielten ihre Versammlungen ab. Für das gute bürgerliche Essen war seine Frau Aloisia Zach geb. Thaler zuständig. Insgesamt fühlte man sich bei „Vater Zach“, wie er von seinen Gästen genannt wurde, wie Zuhause. Zach engagierte sich nicht nur in seinem Gasthof, sondern war auch Mitglied des „Deutsch-Österreichischen Alpenvereins“ und spendete für den Bau des Andreas-Hofer-Denkmals auf dem Bergisel.

In den letzten Lebensjahren verließ Zach das Glück. Am 24. November 1913 brannte der Heustadel Zachs komplett nieder. Vier Jahre später starb sein Sohn nach langer Krankheit und ein zweiter 1919 nur zwei Wochen vor seinem Tod. Zwei weitere Söhne waren Soldaten im Ersten Weltkrieg und kamen in russische Gefangenschaft. Josef Zach verstarb am 9. September 1919 und wurde am 12. September auf dem Höttinger Friedhof beigesetzt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, KR-PL-K-1053)

Hannes Spitaler

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