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Ungleiches Wettrennen?

Ungleiches Wettrennen?

Hier blicken wir auf ein recht ungleiches Wettrennen: Ein VW-Käfer fährt stadtauswärts. Daneben eine Straßenbahn. Auf den ersten Blick sieht es nach einem Wettrennen zwischen den beiden Fahrzeugen aus. Auf den zweiten Blick erkennt man aber, dass die Straßenbahn stadteinwärts fährt. Damit wird leider nichts aus dem Wettrennen. Naja, vielleicht das nächste Mal.

Der Ort dieses Aufeinandertreffens ist eigentlich kein Geheimnis, oder? Diese Frage werden unsere SpezialistInnen ganz unterschiedlich beantworten: Die Straßenbahn-Affinen werden das Bild sofort anhand des Triebwagens erkennen. Die Stadtteil-Freaks haben hier Teile ihrer Jugend verbracht. Menschen, die viel in Innsbruck unterwegs sind, haben hier von viel geflucht. Techniker werden den Ort anhand der der Berge trigonometrisch ausrechnen. AutofahrerInnen werden eine Tankstelle suchen. Usw. Usw.

Auch wenn es kein Rätsel von besonderer Spannung ist, so freue ich mich doch sehr über die Erkenntnisse aus den einzelnen Wissensgebieten.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Signatur: Ph-13.555)

Dieser Beitrag hat 9 Kommentare
  1. Das ist natürlich die Amraserstrasse, auf dem leeren Grundstück neben der Tram ist heute die Tankstelle. Das markante Haus rechts steht immer noch neben der Tankstelle.

  2. Schnell hinter diesem „markanten Haus“ Amraser Straße 106 bzw. dem dahinterstehenden 106a begann die Umkehrschleife der Dreier, das heißt: hier war damals die Endstation!

    Rechts sieht man einen Teil der Conrad Kaserne

  3. Ein „Basler“ Zug auf Linie 3 in der frühen Nachkriegszeit, hätte jetzt allerdings nicht unbedingt auf den Aufnahmeort hingewiesen. Der ist m.E. relativ leicht zu erkennen, da die Gebäudefluchten sich bis heute nicht geändert haben und das Hintergrundgebirge sein Übriges tut.

    Für mich ein sehr schönes, weil eher seltenes Bild der damals noch mit Vignolschienen (das Gegenstück zu Rillenschienen) ausgestatteten, eingleisigen Außenstrecke der Linie 3.

  4. Grüß Gott Herr Schneiderbauer! Da Sie ein ausgewiesener Straßenbahnexperte sind, folgende Frage: Aus der Führerhauskabine ragt eine Stange mit einem Haken über das Dach, ein Kabel führt zum Bügel. Für was diente sie?

    1. Hallo Herr Roilo,
      tut mir leid wegen der späten Antwort, ich glaube ich habe keine Mailbenachrichtigung über diese Antwort bekommen.
      Das könnte der Seilzug sein, mit dem der Stromabnehmer vom Fahrdraht abgezogen wird. Da ich es aber nicht genau weiß, werde ich bei echten Expert*innen (Verein TMB) nachfragen und mich hier nochmal melden. 🙂

  5. Das Foto dürfte wohl Ende der 1950er entstanden sein. Der Haken der am Dach hinaus ragt, ist eine sogenannte Rutenkupplung, mit der die Basler Fahrzeuge ausgestattet den Licht/Heizungsstrom vom Triebwagen zum Beiwagen übertragen haben. Der Beiwagen besaß genau gegenüberliegend auch so eine Rute welche dann beim Zusammenfahren den Kontakt hergestellt hat Das am Führerstand hängende Kabel (der Smily) war nur die Bremsleitung. Sowohl Bremskabel, als auch Rutenkupplung wurden Ende der 1950er entfernt und gegen Kontakte auf einer automatischen Compaktkupplung getauscht (heute noch bei diesen Fahrzeugen im Museum zu sehen).
    Die Vigniolschienen werden wohl eher ein Behelfsgleis sein. An dieser Stelle hat sich über lange Zeit eine Engstelle befunden, weil ein Haus in die Straße geragt hat. Dieses wurde abgerissen und anschließend die Straße verbreitert, so dass der letzte eingleisige Abschnitt auf der 3er durch 2 Gleise ersetzt werden konnte. Am Straßenrand sieht man schon die neuen Randsteine.

    1. Danke, Herr Haisjackl, für die Beschreibung dieser Rutenkupplung. Jetzt erst habe ich entdeckt, dass tatsächlich auch beim Beiwagen so eine ‚Rute‘ angebracht ist! Was es alles gibt bzw. gegeben hat! Gut ist auch die Bezeichnung ‚Smily‘ für die herunterhängende Bremsleitung in Kombination mit dem Scheinwerfer.
      Für mich etwas ärgerlich ist, dass ich den Beginn der Randsteinverlegung übersehen habe. Diese Arbeiten gehörten ja in meiner aktiven Laufbahn zu meinem ‚Geschäft‘!

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