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„Nach Innsbruck!“

„Nach Innsbruck!“

Eine der berühmtesten Musikkapellen der Habsburgermonarchie – die Regimentsmusik des k. k. Infanterie-Regiments „Hoch- und Deutschmeister“ Nr. 4 – war vom 17. November 1881 bis zum 15. September 1882 gemeinsam mit dem Regiment in Innsbruck stationiert. Als Willkommensgruß an die neue Garnison komponierte Kapellmeister Anton Klemm (1844–1920) den Marsch „Nach Innsbruck!“, der beim Publikum – wenn man den Zeitungsmeldungen glauben darf – sehr gut ankam. So heißt es etwa in einem Bericht über das erste Konzert der „Deutschmeister“ in Innsbruck:

„Der Herr Capellmeister hatte die sinnige Idee, die Concertabende mit einem von ihm componierten Gruße an Innsbruck zu eröffnen, der mit allgemeinem, lebhaftestem Beifalle aufgenommen wurde. Es ist ein Marsch voll Melodie und Leben, ’nach Innsbruck‘ betitelt, dem sicher allgemeine Popularität prognosticiert werden kann. Die Kapelle spielte brillant und entzückte geradezu das die Räume überfüllende Publicum. Stürmischer Applaus folgte jeder Nummer, von denen viele wiederholt werden mußten. Die Kapelle wird nun allsonntäglich in Kraft’s Veranda spielen; es stehen dem musikfreundlichen Publicum somit genußreiche Abende in angenehmer Perspective.“

Unter der Leitung von Anton Klemm konzertierten die „Deutschmeister“, teilweise auch in Streicherbesetzung, während der zehn Monate in Innsbruck regelmäßig in Gast- und Kaffeehäusern, im Musikverein und Theater sowie bei Bällen. Auch ein Benefizkonzert zu Gunsten der „Verköstigungs-Anstalt für arme Studierende“ (geführt vom Vinzenzverein) gaben sie im großen Redoutensaal (8. Mai 1882). Zu ihrem Repertoire gehörten dabei nicht nur Werke der Unterhaltungsmusik, sondern auch Kompositionen von Beethoven, Wagner und Bach.

Ankündigung für ein Konzert der „Deutschmeister“ im Adambräu. Der Eintrittspreis entspricht 2,60 Euro.

Klemms musikalischer Gruß „Nach Innsbruck!“ erschien noch im Dezember 1881 im Verlag der Innsbrucker Musikalienhandlung Johann Groß und erfreute sich offenbar tatsächlich einer gewissen Popularität, denn er wurde mehrfach aufgelegt (unser Titelfoto zeigt die vierte Auflage).

Detail am Rande: Bis zum 31. Dezember 1884 gehörten Militärkapellmeister in Österreich-Ungarn nicht der Armee an. Sie waren – trotz ihrer Uniform – zivile Musiker, die vom jeweiligen Regimentskommando per Vertrag engagiert wurden. Mit 1. Jänner 1885 wurden sie schließlich zu Militärbeamten der 9. Rangklasse (gleichgestellt einem Hauptmann) ernannt.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Div-2631)

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