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Kindergartenfoto 1915/16

Kindergartenfoto 1915/16

Ein sehr ähnliches Bild hatten wir schon im Beitrag (Mögliche) Präferenzen junger Herren. Dieses hier stammt auch wieder aus derselben Quelle, nämlich dem großartigen Bestand der Höttinger Metzgerfamilie Fischler, der von den Nachkommen liebevoll betreut und bearbeitet wird. Über die Fischlers war auf „Innsbruck erinnert“ bereits einiges zu lesen, Ingenuin Fischler war wohl der bekannteste aller Höttinger Gemeindevorsteher, Obmann des Kirchenbauvereins für die Neue Höttinger Pfarrkirche und ist heute noch Namensgeber einer Innsbrucker Straße. Zudem war er Besitzer des Gasthaus „Löwen“ in der Höttinger Gasse, das zu späterer Zeit zum legendären „Löwenkino“ umgebaut wurde. Von Schicksal von Ingenuins Sohn Ludwig, seines Zeichens ebenfalls Metzger, haben wir in den Beiträgen Unfreiwillig nach Italien.. und Eine Adresse, zwei Häuser gelesen. Auch auf diesem Bild sind Fischler-Sprösslinge zu sehen: die beiden mit Kreuzerl versehenen Burschen sind Söhne von Ingenuins Sohn Karl, somit Ingenuins Enkel, Jahrgang 1909 u. 1910. Der Vater Karl Fischler war, wie sollte es anders sein, Metzger in der Höttinger Gasse 26.

Einmal mehr stellt sich die Frage warum die Kinder in Uniform abgebildet sind (besonders entzückend die beiden Sanitäter-Mädchen). Offensichtlich scheint das eine Mode gewesen zu sein, denn auch im oben bereits angesprochenen Beitrag, der ein Foto von 1912/3 zeigt, sind die Burschen uniformiert. Spannend ist aber auch die „Kindergärtnerin“. Solche Flügelhauben trugen etwa die barmherzigen Schwestern bis zur Einführung der neuen Ordenstracht im Jahr 1964. Möglicherweise steht die Dame mit dem Margarethinum in Verbindung, das von den barmherzigen Schwestern geleitet wurde – allerdings wurden dort eigentlich nur Mädchen betreut, was die Frage aufwirft, was die Damen mit den männlichen Kindergartlern zu schaffen hat.

Ein Dank geht wieder einmal an Josef Schönegger für das Foto (Stadtarchiv Innsbruck, Ph-Dig-963).

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Kriegsjahrgang 1915/16:
    nachdem die Heimwehr später gegründet wurde deutet der Spielhahnstoß auf Kaiserschützen hin. Weiters 2 Verletzte und 2 Krankenschwestern. Der Dragonerhelm in der Mitte paßt wohl nicht ganz dazu. Allgemein ist nicht so streng auf die Einheitlichkeit der Kappen geachtet worden.

    Viele der Knirpse sind wohl aus dem großen Ringen 1939-1945 nicht mehr heimgekehrt.

  2. Makaber, makaber.

    Das ist ja ein schauerlicher Heimat-Gott-und-Kaiser-Schinken, drei Jahre später wäre wohl keiner mehr auf diese Idee gekommen. Es gruselt wirklich einwenig, daran zu denken, welches Schicksal den Kindern bevorstand. Nicht nur an der Front, späteren „Sozis“ unter den Kindern hatten 23 Jahre später nichts zu lachen. Jüdische Kinder … garnicht dran denken.

    Die Ordensfrau wird wohl als Aufpasserin äh Begleiterin der beiden Krankenschwesterdarstellerinnen zum Fototermin mit gekommen sein.

  3. Dieses Foto entstand im Hof des Kindergarten in der Schulgasse, (die Kastanienbäume stehen heute noch,-
    in Teilen der Ing. Etzel-Strasse leider nicht mehr), li hinten die ehem. alte Volksschule u. Gemeindehaus,
    hinten re bereits die neue Volksschule dazwischen der niedere Querbau des ehem. Bauhof Hötting,-

    beim Foto 1912/13 vom September handelt es sich warscheinlich um ein Kinderfaschingsfoto der
    damaligen Zeit (Armeegewänder, Faschings-Mullergwandrechts vorne, Matrosenkeider, etc.;
    dieses Foto ist genau visavis links des Kindergarteneinganges entstanden, der Stadl steht in etwas veränderter Form heute noch.
    Die Kleider beim Titelfoto sind warscheinlich der tristen Zeit von 15/16 angepasst.

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