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Flavia Trifft Mini

Flavia trifft Mini

Wer heute über den Franziskanerplatz spaziert, dort für sein Mittagessen ansteht oder auf einer der Bänke gemütlich sein Eis schleckt, ahnt vermutlich nicht, dass er sich auf einer einstigen Hauptverkehrsroute befindet (es sei denn, sie/er ist ein Zeitzeuge ;). Und doch war es so, wie diese Aufnahme aus dem Jahr 1964 zeigt. Die Bundesstraße 182 verläuft damals noch vom Brenner kommend mitten in das Stadtzentrum. Über die Leopoldstraße, die Maria-Theresien-Straße, den Markt- bzw. Burggraben und den Rennweg rollt der Nord-Süd Verkehr. An der Ecke Burggraben / Museumstraße weisen Straßenschilder den Weg in Richtung Arlberg, München oder Salzburg und die Durchreisenden verleihen diesem Ort ein internationales Flair. Während eine britische Urlauberfamilie eben ihren Austin Mini Countryman (so vermute ich) für eine kurze Rast verlassen hat (muss ein interessanter Road Trip mit diesem Auto gewesen sein), biegt ein Lancia Flavia (optisch kein wirklicher Hingucker, aber über Geschmack lässt sich ja nicht streiten…) mit italienischem Kennzeichen um die Kurve…

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Slg. Gottfried Newesely)

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare
  1. Was für eine Erinnerung! Vielleicht fuhr der Mini nur noch bis Igls, damals ein bei Engländern sehr beliebter Ferienort. Oder sie warteten auf den Pannendienst.
    Ansonsten begegnet man noch einmal der Kunsthandlung Unterberger, man erinnert sich an die jahrelange Streiterei mit stillstehender Baustelle und provosorischer Fassade. und gegenüber zeigt die Wagnersche gerade noch den Durchgang zum Haus mit Zeitschriftenhandel links und Hintereingang zur Wagnerschen rechts. Die Tabak Trafik hat sich zusammen mit dem aufgelassenen Zeitungshändler in kombiniertem Arrangement in der Hörtnaglpassage wiedergefunden.
    Kleine Humoreske am rechten Rand: Die ala Russki aus der Stirn geschobene Mütze des Verkehrspolizisten. Und was paßt ihm denn nicht an der Flavia?

  2. Urbanistisch finstere Zeiten waren das, in denen ein übermächtiger Olympia-Bürgermeister Innsbruck in eine Autogerechte Stadt nach Jeanneret, besser bekannt als Le Corbusier, umbauen wollte, mit menschenfeindlich breiten Straßenachsen und Bauwerken, die einzig und allein dem kreuzungs- und damit störungsfrei vorrangigen Vorankommen des schädlichsten aller Verkehrsmittel dienten. Vieles, was damals geschaffen wurde, existiert heute leider noch, anderes ist im Stadtbild zum Relikt geworden und wird hoffentlich eines Tages ganz verschwinden.
    Nach vollständiger Schaffung der bis heute lärm- und luftgütetechnisch bedenklichsten Struktur dieser Stadt, des Südrings, gipfelte diese zerstörerische Verkehrspolitik aber erst 1974 in der Einstellung der aus heutiger Sicht wichtigsten Verkehrsinfrastruktur, die diese Stadt je besaß, der Straßenbahnlinie 4, die wir deshalb heute mit gößtem finanziellem Aufwand vollständig neu errichten müssen. Selber war ich bei all dem nicht dabei, da zu jung, aber so ist es überliefert.
    Das von Autos geplagte Herz der Stadt verstopfte danach und erst die Ölkrise und später die Proteste u.a. von Ärzt*innen leiteten das langsame Umschwenken und den längst fälligen Rauswurf des Autos aus der Stadt ein. Der Franziskanerplatz ist ein hervorragendes Beispiel dafür.

  3. Diese schöne Webseite soll bitte keine Bühne für politische Meinungen werde.

    Nur soviel sei gesagt: Anstatt unter dem Stadtverkehr unsägliche Leiden zu erfahren, haben die Innsbrucker ihre Stadt zu dieser Zeit ganz gerne gemocht. Die gezeigte Szene mit den paar Autos hätte jetzt keiner als Verkehrshölle angesehen. Und das Auto war damals ein Objekt der Sehnsucht und Begierde. Jeder wollte eines. Es bereitete Freude, damit zu fahren.
    Erst die nach Ende des Vietnamkriegs arbeitslos gewordenen unseligen 68er besannen sich eines neuen Aufgabengebietes und begannen, die Leute mit alltäglichen Dingen unzufrieden und ängstlich zu machen. Mehr sag ich jetzt des lieben Friedens willen nicht mehr. Ich bin halt Zeitzeuge.

  4. Die Durchfahrt im Franziskanerbogen wurde durch eine mittles Handschaltung geregelte Ampel
    gesteuert. Ich musste als junger Polizist auch mehrmals diese Aufgabe übernehmen, wobei dieser
    Dienst jeweils drei Stunden, ohne Pause, dauerte. Danach war war man froh wenn die Ablöse kam.
    Die Abgase, denen man ausgesetzt war, waren nicht ohne.

    1. ….dann können Sie sich vielleicht auch noch an meinen Onkel erinnern, der dort in den 50er und 60er Jahren seinen Dienst verrichtete, bevor er zum VUK kam: Ernst Schranz, Innstraße 16. Onkel Ernstl hatte noch Dienst auf der Kreuzung Maria Theresienstraße – Altstadt – Museumstraße (zuerst auf der Kreuzung, dann im Ampelhäuschen – und das bei jeder Witterung – Sommer wie Winter).
      Schöne Grüße aus Telfs!

      1. Grüß Gott Herr Schier,
        ja ich kannte ihren Onkel, aber erst seit Anfang der 70er Jahre, nachdem ich 1972 in die
        Polizei eingetreten bin. Damals versah er als Rayonsinspektor seinen Dienst beim VUK, Verkehrs-
        unfallskommando, ich glaube er ging dann mit dem Dienstgrad Polizei Revierinspektor in Pension.
        Das von Ihnen angeführte Ampelhäuschen gab es zu meiner Zeit nicht mehr, aber die gleichen
        standen damals noch an der Klinik Kreuzung und an der Kreuzung beim Stift Wilten.
        Schöne Grüße aus Innsbruck

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