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Da Fliegen Die Funken!

Da fliegen die Funken!

Eine nicht ganz alltägliche Szene im Innsbruck des Jahres 1933. Arbeiter schleifen Straßenbahnschienen, Funken sprühen, Passanten bleiben stehen und sehen interessiert zu (wir sehen freilich nur ihre Füße am Trottoir). Für den Innsbrucker Hobbyfotografen Gottfried Newesely, der immer seine Kamera dabeizuhaben scheint, wenn am Innsbrucker Straßenbahnnetz gearbeitet wird, ist das selbstverständlich ein lohnendes Motiv. Er hält die Arbeiter, die sich beim Schleifen offenbar regelmäßig abwechseln, gleich zweimal im Bild fest; kurz zuvor hatte er die beiden geknipst, als sie gerade an den Schienen geschweißt hatten.

Immerhin haben die beiden zumindest beim Schweißen Schutzbrillen auf …
Das Schleifen erfordert nicht nur Kraft und eine ruhige Hand, sondern auch Augenmaß.

Vielleicht können uns ja die ExpertInnen noch mehr zu dieser kleinen Serie bzw. den Arbeiten an den Schienen erzählen…

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Slg. Gottfried Newesely)

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Als Laie kenne ich das auch nur vom Beobachten: hier wurden offenbar ein oder mehrere kleine Schienenbrüche „aufgeschweißt“ (mittels Schweißung sozusagen aufgefüllt) und danach abgeschleift. Ich bin, was die Schweißmethoden angeht, leider auch kein Experte, aber mir sieht das nicht nach dem heute verwendeten Thermitschweißverfahren aus (bitte googeln), oder es gab damals dafür keine eigenen Vorrichtungen. Ich weiß es nicht. Was jedenfalls nach dem Schweißen damals wie heute noch passieren muss, ist das Abschleifen der verschweißten Stellen. Dafür gibt es heute eine bei den IVB Schleifgeräte in Form von Vorrichtungen, die über die Schienen geschoben werden. Im Prinzip ist das Ganze wie eine Füllung beim Zahnarzt, zuerst wird gefüllt und dann wird geschliffen.
    Tendenziell ist das früher, in mageren Zeiten vor oder kurz nach dem WW2, wohl recht oft gemacht worden, in Osteuropa gibt es Straßenbahnnetze auf denen auch heute noch ständig herumgeschweißt wird, bei uns ist das heute aber eine eher selten angewandte Notfallmaßnahme, um ein Gleis vielleicht noch für ein paar Wochen befahrbar zu halten, bevor die Schiene komplett erneuert wird. Solche Aufschweißungen halten bei den heutigen Achslasten auch nicht lange.
    Und wer mal sehen will, wie das aussieht wenn man’s einfach bleiben lässt, schaue sich z.B. das hier an: https://youtu.be/RQ0LM7ZIbsM?t=1336
    Es gibt Dinge auf dieser Welt… xD

    1. Vielen Dank für die anschauliche Erklärung! Das klingt für mich als offenkundigen Laien in diesen Dingen höchst plausibel und ich habe daher den Beitrag gleich entsprechend adaptiert 🙂

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