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Zu Viel Skiverkehr

Zu viel Skiverkehr

Skifahrerinnen können nicht nur Skipisten und Skilifte überfüllen, sondern können auch in der Stadt den öffentlichen Verkehrs stark belasten. Unserer Aufnahme vom Jahresbeginn 1961 zeigt die ehemalige Haltestelle in der Maria-Theresien-Straße, wo bereits zahlreiche Wintersportlerinnen auf die nächste Tram warten. Meiner Ansicht nach kommt es heutzutage zwar nicht mehr direkt zu so drastischen Szenen an der Haltestelle (zumindest in der Innenstadt), jedoch verursachen die zahlreichen privaten PKW von Schiläuferinnen indirekt eine gleichwertige Belastung des öffentlichen Verkehrs.

Als dann auf unserem Titelbild die Straßenbahn endlich die Station erreichte, ging das los, was auch heute noch gleich betrieben wird: das blitzartige Hineinquetschen ins Innere.

GoNe-22254

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Slg. Gottfried Newesely, GoNe-22253)

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. Beides sehr interessante Bilder. Das erste zeigt, wie stiefmütterlich damals die Nutzer:innen der Öffis behandelt wurden – sie mussten sich auf schmalen Bahnsteigen ohne Dach und sonstige Infrastruktur zusammendrängen, gerade mal ein Mülleimer war vorhanden.
    Das zweite zeigt hautnah – wohl zu hautnah für die meisten – die Öffi-Realität in Innsbruck in jener Zeit. Ein hoffnungslos veralteter Fuhrpark musste da die Menschenmassen der damals schon boomenden Stadt fassen und sich obendrein noch gegen den bereits dominierende Autoverkehr verteidigen, das aber leider oft erfolglos, viele Kilometer Straßenbahngleis sind in dieser Zeit in Innsbruck stillgelegt und überteert worden und für Modernisierung und Verbesserungen wurde kaum Geld bereitgestellt.
    Die IVB haben versucht, der abgebildeten Situation so gut wie möglich zu begegnen, denn wir sehen hier am unteren Bild vermutlich einen Einschubzug der Linie 1, zumindest wenn die Jahresangabe 1961 stimmt. 1961 waren die ersten damals modernen Großraumtriebwagen Nr. 61 bis 66 („Lohner-Vierachser“) gerade in Betrieb genommen worden, aber man konte sich nur sechs Stück leisten – ein Tropfen auf den heißen Stein. Und das waren im Vergleich zu den heutigen Straßenbahnen auch noch winzige Fahrzeuge, mit 13,4 m Länge mehr als 40 Meter kürzer als unsere heutigen „langen Züge“ der Linie 5 mit ihren 56 m. Die Freizeitsportler:innen mussten sich also in diesen damals schon 50 Jahre alten, klapprigen Straßenbahnzug quetschen. Der Beiwagen, der in dem Bild zu sehen ist, ist einer der beiden „ex Meraner“, Nr. 146 oder 147. Diese waren im Vergleich zu den 41 winzigen, nur knapp sechs Meter langen Standardbeiwagen immerhin 8,5 m lang und hatten keine im Winter eiskalten offenen Plattformen. Die IVB hatten zu dieser Zeit nur zwei Beiwagen dieses Typs und insgesamt nur sieben „große“ Beiwagen mit einer Länge von 8-8,5 m.
    Was ich mich frage, wenn ich Fotos wie dieses sehe, ist, wie hier eigentlich für ein Mindestmaß an Sicherheit gesorgt wurde. Denn die Beiwagen hatten keine automatisch schließenden und auch nicht automatisch sperrenden Türen, aber offensichtlich wurden beide Türen genutzt. Schloss der Beiwagenschaffner bei der Abfahrt zunächst eine der Türen von außen, quetschte sich dann in den Wagen und schloss die zweite von innen, dann immer hoffend, dass niemand sich an der unbewachten zweiten Türe zu schaffen machen würde? Vielleicht gibt es ja jemanden hier, die/der uns das aus Erfahrung von damals berichten kann.

  2. Soweit ich mich an den Schülerverkehr erinnere: Wenn die Sardinen in der Büchse engstmöglichst gereiht sind, werden keine Haltegriffe mehr benötigt. Ich habe das dann immer so gelöst: Rein in die Stadt mit der Tram, raus zu Fuß. 3 km Gehen ist wenig anstregend als 5 Minuten Stehen (meistens warens im Stau mit der Tram dann doch eher 20 bis 30 min). Damals war meine Gehgeschwindigkeit noch 8km/h – also noch konkurrenzfähig…nun werde ich langsamer und die Tram hat beim Tempo und der Fahrplantreue doch etwas zugelegt 🙂

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