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Zu Gast Im Seehof

Zu Gast im Seehof

Bereits vor knapp einem Jahr haben wir die im August 1912 eröffnete Hungerburgseeanlage besucht. Binnen kurzer Zeit entwickelte sich der von den Brüdern Franz und Karl Schwärzler erbaute Seehof zu einem beliebten Ausflugsziel für Touristen und Einheimische gleichermaßen, wie ein Blick in das Gästebuch zeigt: am 20. Feber 1913 verewigte sich darin etwa Mme. Anna Gruber aus New York, am 9. September 1912 Caroline Haas aus Krakau, tags zu vor der Wiener Bank-Sekretär Leo Ritter von Podwinski mitsamt seiner Familie und am 9. April 1913 eine Ehepaar aus Pretoria, Südafrika. Auch aus Deutschland, Irland, Sri Lanka und Thailand fanden Reisende den Weg auf die Hungerburg. Manchen Gast regte die Höhenluft (oder war’s der ausgezeichnete Wein?) gar zum Dichten an, wie auch die folgende kleine Auswahl illustriert.

Am Hungerburg-Seehof wurden wir eingeregnet,
sonst ist uns weiter kein Unglück begegnet;
wir haben gewartet in stillem Zagen.
nun hat’s aufgehört, nun werden wir hinaus uns wagen.
Lisa Pollak aus Wien.

Wanderer willst Du hier Dich stärken
Thu‘ Dir g’wiss das Eine merken
Bring Dir selber mit „Dein Brod [sic]“
Den an selbem herrschet – Not
Bier und Wein sind gut und echt
Auch der Caffé ist nicht schlecht
Aber’s Brod war ausgegangen
Und vergebens mein Verlangen.
Wo Du diese Klag‘ gelesen –
Ist halt die „Hunger“burg gewesen.
25.3.13 Generalkonsul Steub, München.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges endete auch die kurz Blütezeit des Seehofs. Wie auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1916 gut zu erkennen ist, war der Seegrund ausbetoniert worden, nachdem beim Probeeinlauf das Wasser rasch versickert war.

Wer gut „futtern“ will – der geht in die „Hungerburg“.
A & M C. aus Breslau, 16.9.12

Vor mir ruh’n Wälder, schneebedeckte Höhn!
Das Wasser draus‘ tönt seine hellen Weisen.
Wie scheint das Leben da so froh und schön.
Drum hoch das Leben und mit ihm das Reisen!!
26. September 1912 Frau Grete Schlüter & Dr. Curt Schlüter, Halle a.d.Saale

Auf der Hungerburg
da ist es schön
da möcht‘ i täglich
aufigehn.
Doch weil der Heimweg
sehr beschwerlich
Gesteh‘ ich’s ehrlich
geh i per Bahn.
v. Attlmayr 30.12.1912

Aus der Schöpfungsgeschichte.
Am sechsten Tage besah Gott sein Werk und sah, daß es gut war.
Am siebten Tage ruhte Gott.
Am achten Tage aber schuf Herr Schwärzler den Hungerburgsee!
Innsbruck-Hungerburg 3.IV.1913 Lothar Schwarz Oblt.

Unmittelbar nach der Eröffnung feierte diese illustre Runde ihr 20jähriges Maturajubiläum im Seehof.

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Cod-2064 / Ph-36335 / Ph-15416)

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