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Zorro Hinter!

Zorro hinter!

Wir alle lieben den etwas faulen Spaziergang am Inn. Am Sonntag nach einem üppigen Mittagessen, wenn man zu faul ist, auf die Hungerburg oder nach Igls zu fahren und doch ein bisschen vor die Tür gehen will. Für die ganz Faulen bis zum Löwenhaus oder sonst bis zum Rundgemälde oder was davon übrig ist. Kaum jemand, der dann noch weitergeht.

So wohl auch an dem Frühlingstag nach 1906, weil wir die Brücke der alten Hungerburgbahn deutlich erkennen können.

Und schon fangen wir auch zu zögern an: Was macht Zorro vor uns? Welche Armen hat er beschenkt? Im Saggen?!? Oder trägt er Beute nach Mühlau? Auch keine wirkliche soziale Umverteilung. Diese Frage muss wohl unbeantwortet bleiben.

Unser Spazierweg führt durchgehend dem Inn entlang. Aber links von uns befindet sich eine ausgedehnte Grünfläche. Aber wo am Inn gibt (oder gab) es so eine Riesenfläche?

Wenn wir die freie Sicht nutzen, so erkennen wir die Außenmauer des ehemaligen Jüdischen Friedhofs – knapp außerhalb der ehemaligen Gerichtsgrenze an der östlichen Seite des Tuffbachs – und die Norer´sche Schottergrube darunter. Da gäbe es noch eine Geschichte mit dem Fund eines Schädels, der im Landesmuseum leider nicht mehr auffindbar ist. Aber das ist eine andere Geschichte. Der Spitzbichl kann auch auf eine facettenreiche Geschichte zurückblicken.

Und dann bleibt wieder einmal die Frage aller Fragen: Wo befinden wir uns? Und warum? Und warum führt jemand sein Schwein aus, das dann an die Laterne pinkelt? Und was gibt es sonst noch in Hötting und Mühlau zu entdecken?

(Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck; Slg. Kreutz)

Dieser Beitrag hat 11 Kommentare
  1. Das Riesenrundgemälde könnte man eigentlich nicht übersehen, ich sehs aber nicht. Damit käme nur das Jahr 1906, maximal Frühjahr 1907, in Frage. Zorro fragen.

  2. Man sieht auf jeden Fall noch eine Gaslaterne. Das lässt aber leider auch keine genauere Datierung zu, da die Umstellung der Straßenbeleuchtung von Gas auf Strom ja nicht „von heute auf morgen“ geschah.
    Wie passierte das eigentlich? Straßenzugweise? Stadtteilweise? Wie waren die Prioritäten verteilt: Straßen-Betriebe-öffentliche Gebäude-Privathaushalte oder umgekehrt, oder gab es gar keine? Wäre interessant zu erfahren. Es gibt einige Hinweise – auch auf ‚Innsbruck erinnert sich‘ – aber von einer ausführlichen Publikation darüber, ähnlich der (inzwischen vergriffenen) vom Stadtarchiv herausgebrachten „Die Geschichte der Trinkwasserversorgung in Innsbruck“, habe ich bisher noch nicht gehört.

    Im damals noch nicht eingemeindeten Mühlau jedenfalls wurden die Straßen zum ersten Mal am 8. März 1890 elektrisch beleuchtet. https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=ibn&datum=18900308&query=%22elektrische%22+%22Stra%c3%9fenbeleuchtung%22&ref=anno-search&seite=6
    Naheliegend, da hier im Jahre 1889 das erste öffentliche elektrische Wasserkraftwerk am Mühlauer Bach durch die Firma Ganz & Co errichtet wurde (aus: Innsbruck informiert vom 3. Mai 2019, „Strom für eine ganze Stadt“).

    In Hötting gab es 1892 schon teilweise elektrische Straßenbeleuchtung. IN, 18. August 1892, S 12: [ … ] „Die Straßenbeleuchtung, mit Ausnahme der elektrischen, richtet sich nach dem Kalender respective Mond [ … ]“

    Ich nehme an, dass es in Innsbruck mit der Stromversorgung erst so richtig nach der Fertigstellung des Kraftwerks Obere Sill im Oktober 1903 los ging. Im Gemeinderat hat man 1894 noch beschlossen, wegen der offenbar nicht optimalen Straßenbeleuchtung in div. Straßen 21 neue (Gas)Laternen aufzustellen und für den Saggen liest man: „Wenn das Villenviertel am Saggen ausgebaut sein wird, werden auch dort 5 Gascandelaber aufgestellt werden.“ (IN, 3. März 1894, S 2)

    Schmunzeln ließ mich ein Artikel in den IN vom 10. Oktober 1890, S 5. Hier heißt es: „Die elektrische Straßenbeleuchtung in Trient ist bereits vollendet. An Private wurden 50.000 Kerzen abgegeben und dürfte nach Ausführung aller Bestellungen deren Zahl auf 80.000 steigen. Der Gemeinderath von Trient schloß einen Vertrag mit dem Kreisgerichte dortselbst, nach welchem die Stadt sich verpflichtet, 2800 Kerzen zum ermäßigten Preise von jährlich 1200 fl. auf die Dauer von 10 Jahren abzugeben.“ So richtig vertraut hat man der Elektrizität anscheinend noch nicht …

    Im Zusammenhang mit Elektrifizierung ist auch immer wieder von „Bogenlampen“ die Rede, wie in dem verlinkten Artikel auch. Gibt es im Stadtarchiv vielleicht ein Bild dazu?

  3. Sehr geehrte Frau Stolz,
    Ja es ist richtig, eine umfassende Sammlung der frühen Elektrifizierung scheint es nicht zu geben, stets findet man nur Details. Ich habe bereits begonnen für mich Informationen abzuspeichern, wobei auch technische Details von Interesse sind, bin aber von einer Zusammenfassung weit entfernt.
    Habe da aber kürzlich eine neue Diplomarbeit gefunden, die sich genau damit zu befassen scheint. Leider steht sie nicht online zur Verfügung. Werd mal sehen wie ich dazu komme.
    https://diglib.uibk.ac.at/ulbtirolhslimit/content/titleinfo/2467228

    1. Da haben Sie sich ganz schön etwas vorgenommen, Herr Pechlaner. Wenn Sie Glück haben, ist diese Diplomarbeit wirklich nur online nicht zugänglich, wie es in der Beschreibung heißt. Da sie aber trotz Innsbruck-Bezug auch in der Bibliotheks-Datenbank des Stadtarchivs nicht aufscheint vermute ich, dass sie gesperrt ist. Wenn ich den Titel richtig interpretiere, sind Artikel aus den Innsbrucker Nachrichten die Basis für diese Arbeit. ANNO ist eine tolle Sache, Recherchen können aber ziemlich zeitaufwändig werden, da wünsche ich Ihnen viel Geduld!

      Die o. e. Datenbank hat noch eine Dissertation angezeigt: „Die Elektrizitätswirtschaft Nord- und Osttirols von den Anfängen bis zum Jahre 1938“ (Prinoth Gabriela, Geiwi Uni Innsbruck, 1983). Der Link hat bei einem sicherheitshalber durchgeführten Test nicht funktioniert, deshalb hier nur als Hinweis.

      1. Liebe Frau Stolz, lieber Hans,

        Wir sind sehr dankbar für den Literaturhinweis und sind schon dabei, die Arbeit auszuheben. Auch die Diss werden wir scannen. Wir können die Daten zwar nicht online stellen, aber weitergeben.
        Beste Grüße,
        Lukas Morscher

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