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Wie Ich Dir – Réaumur

Wie ich Dir – Réaumur

Beim Besuch eines sympathischen älteren Gebäudes in der näheren Umgebung von Innsbruck stach dem Verfasser dieser Zeilen kürzlich ein emailliertes Thermometer aus der Fabrikation „Miller Optik u. Photo“ ins Auge, das mit einer Doppelskala glänzte. Die rechte Seite mit der C. wie Celsius beschrifteten Angabe entsprach in etwa der wahrgenommenen Temperatur. Links davon eine zweite Skala, deren Beschriftung R. zur richtigen Aussprache und Beschreibung erst gegoogelt werden musste. Genau: Réaumur.

Ein gewisser René-Antoine Ferchault de Réaumur, französischer Naturforscher (1683-1757) erfand neben einigen anderen Dingen ein Alkohol-Thermometer. Bis sich die späteren Maßeinheiten Celsius, Kelvin und Fahrenheit wegen größerer Praktikabilität im Labor nach und nach durchsetzten, war Réaumurs Skala viel genutzt. Nachteil des Alkohols als Ausdehnungsparameter: Über 78 Grad Celsius ist wegen des niedrigen Siedepunkts Schluss.

Da es dieses Jahr nicht nur im September etwa 3 Grad zu heiß war (was wissenschaftlich betrachtet nur einen Grund hat und doch nur von einem geringen Teil der Bevölkerung auch so gesehen wird), vielleicht ein ebenso unwissenschaftlicher wie emotional verständlicher und mehrheitsfähiger Denkanstoß: Man könnte ja, bis sich das mit der Klimakrise ganz herumgesprochen hat, einstweilen die linke Seite der Skala ablesen – dann wären wir ungefähr dort, wo wir hinsollten.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare
  1. Wenn ich schon selber so ein altehrwürdiges Thermometer benutze, muß ichs doch herzeigen. Technischer Exhibitionismus sozusagen. Und es hatte nur 16 Grad, die höhere Temperatur ist Ursache des geöffneten Fensters.

    https://postimg.cc/kVPLQztC

    Das staunen über das R hat mich schon als Kind über Mössjö ReaumÜr aufgeklärt und natürlich – immer schon lieber Indianer als Cowboy – sofort für ihn gegen den billigen allgegenwärtigen Emporkömmling Celsius Partei ergriffen.

    Mein Vater hat, wie schon einmal erwähnt, beim Miller gearbeitet und dabei wohl dieses Gerät erworben, mit Rabatt, nehm ich an. Oder er hat es so bekommen 😉 . Er war es auch, der mir das Gemeimnis des R verraten und erklärt hat.

    Interessant ist – ich muß ja immer ein bissl Stunk machen – daß die Gehirnwäsche schon soweit durchgeschlagen hat, daß man in Abwandlung des Pawlowschen Hundes nur mehr „Temp..“ sagen muß, um sofort einen Satz Klimawandel heruntergebetet zu bekommen. Auch wenn man nur Tempotaschentuch sagen will, es ist schon recht kühl. Wegen des Klimas.

    1. Beeindruckend, Herr Hirsch, Ihr wetterfestes R. und C. Temp.. Meßgerät! Noch beeindruckender finde ich allerdings den gewählten Dateinamen 😉

      1. Den Dateinamen hat das WhatsApp fabriziert. Das benutze ich immer für die Übertragung von Handy-Fotos im quick and dirty modus. Da ich diese Spielerei auch am Laptop installiert hab, ist das die simpelste Methode um Bilder auf die Festplatte zu übertragen.

  2. Die Celsius-Skala geht auf den schwedischen Astronomen Anders Celsius zurück. Bei der ursprünglichen Skala ordnete er jedoch amüsanterweise anders als heute dem Siedepunkt von Wasser den Wert 0 Grad und dem Gefrierpunkt den Wert 100 Grad zu. 20 Grad heutiger Celsius-Skala wären demnach 80 Grad gewesen.
    Erst nach seinem Tod wurde die Celsius-Skala umgedreht bzw. invertiert, so wie wir sie heute kennen. Die amtliche Verwendung nach der französischen Revolution sorgte für die weiträumige Verbreitung der Celsius-Skala und Übernahme durch andere Länder.
    Die Benennung zu Ehren von Celsius erfolgte interessanterweise erst sehr spät, nämlich 1948.

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